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Olympia 2010 R6 + 7 - Ukraine übernimmt alleinige Führung
Deutsche Teams weiter ausgezeichnet im Rennen
FIDE-Wahlen am Mittwoch
28.09.2010 - Nach sieben Runden hat sich die Ukraine mit 13 Mannschaftspunkten alleine an die Spitze der Tabelle gesetzt. Zu verdanken hat sie das zu einem immensen Anteil ihrem Spitzenbrett Vassily Ivanchuk, der bisher sechsmal zum Einsatz kam und ebenso viele Punkte erzielte. Beim gestrigen 3:1 gegen die bis dahin ungeschlagenen Ungarn besiegte er Peter Leko, heute war der Georgier Baadur Jobava sein Opfer, und so schraubt Chucky seine aktuelle Performance auf unglaubliche 3382 hoch. In der achten Runde wird es zum absoluten Spitzenduell zwischen der Ukraine und der ersten Mannschaft Russlands kommen. Wirklich prima schlägt sich nach wie vor auch die deutsche Auswahl. In der sechsten Runde hatten die Mexikaner nicht den Hauch einer Chance und heute knöpfte man den starken Vietnamesen ein beachtliches 2:2 ab. Im Frauenturnier zieht Russland 1 weiter einsam seine Kreise an der Spitze. Gestern rang man die Ukraine nieder und heute fegte man mit 4:0 über die Ungarinnen hinweg. Für die kommenden Runden steht aus Sicht der Konkurrenz zu befürchten, dass einfach keine Teams mehr übrig sind, welche die Russinnen stoppen können. Die deutschen Frauen liegen aktuell auf dem 12. Rang, wobei sie mit dem 2:2 sowohl gegen die Schweizerinnen als auch die Kroatinnen keine Bäume ausgerissen haben.

Offizielle Turnierseite
Ergebnisdienst bei Chess-Results.com
Live-Übertragung im CTTC



Chucky Show

Vassily Ivanchuk

Ob 2700 oder 2300, Vassily Ivanchuk sind im Vergleich zu einigen seiner Weltklassekollegen die Ratings seiner Gegner ziemlich einerlei, er spielt gegen jeden und er schlägt jeden! Ein Mal setzte er bisher im laufenden Wettbewerb aus, und prompt gab sein Team in der dritten Runde beim 2:2 gegen Kroatien einen wichtigen Mannschaftspunkt ab. 2008 bei der Olympiade in Dresden hatte Chucky noch für ganz andere Schlagzeilen gesorgt, als er nach einer verlorenen Partie vor dem Doping-Kontrolleur Reißaus nahm und nur knapp nachhaltigen Sanktionen entging. Man kann fragen, wen man will, Ivanchuk ist auf der ganzen Welt einer der beliebtesten Schachspieler. Seine urige Art, die mitunter bestimmt auch Methode hat, und auch seine manchmal unbedachten Worte nach einer Partie machen ihn extrem menschlich. Nach einer fürchterlichen Niederlage gegen Wesley So beim World Cup 2009 - übrigens auch in Khanty-Mansiysk - verkündete Ivanchuk der Schachwelt seinen baldigen Rücktritt, doch außer ihm selbst hatte dies vermutlich da schon keiner ernstgenommen. Wenig später lenkte der Ukrainer bekanntlich ein, und darüber sind wir alle sehr froh.

Die Ukraine wird in der achten Runde mit Russland 1 endlich auf den Gegner treffen, den man schlagen muss, wenn man am Ende Gold gewinnen will. Okay, ein 2:2 wäre auch sehr gut, aber das gäbe natürlich den Verfolgern die Chance, gleichzuziehen. Übrigens trafen heute die beiden ersten Teams Russlands direkt aufeinander, und nicht wirklich überraschend, siegten Kramnik & Co denkbar knapp mit 2,5 zu 1,5, wobei Sergey Karjakin bei drei Remisen an Brett 4 den entscheidenden Punkt gegen Evgeny Tomashevsky erzielen durfte. Einen herben Rückschlag mussten derweil die Armenier hinnehmen. Sie unterlagen im durchaus auch politisch brisanten Duell den Aserbaidschanern knapp mit 1,5 zu 2,5. Daumen hoch für die olympische Fairness, obwohl zwischen beiden Ländern bis heute kein Friede herrscht, doch für den Rauswurf von Vugar Gashimov kurz vor der Olympiade, gibt es nach wie vor einen dicken Daumen nach unten für Aserbaidschan!

Zwei besonders bemerkenswerte Resultate gibt es aus den beiden vergangenen Runden noch zu vermelden. Gestern unterlag die Nummer 1 der Welt Magnus Carlsen dem Briten Michael Adams und erlebte so bereits seine zweite Niederlage im Turnier. Damit zeigt die Elokurve des Norwegers zum ersten Mal seit langer Zeit nach unten und nicht gen der Kasparov-Höchstmarke von 2851. Und noch jemand muss eher darum kämpfen, seine schöne Rating nicht zu beschädigen. Veselin Topalov verlor heute sensationell gegen den kanadischen Großmeister Mark Bluvshtein (2583) und läuft nun Gefahr, den zweiten Platz in der Weltrangliste, an den nicht mitspielenden Weltmeister Viswanathan Anand zu verlieren.

Die Spitzenpaarungen für die achte Runde lauten:

Russland 1 (12) – Ukraine (13)
Ungarn (12) – Aserbaidschan (12)
Georgien (11) – Weißrussland (11)
USA (11) – China (11)
Polen (11) – Armenien (11)
Frankreich (11) – Russland 2 (10)


Nachdem die russischen Frauen der ersten Mannschaft in der sechsten Runde hauchdünn gegen die Ukraine gesiegt hatten, wird es kaum noch Skeptiker geben, die an der Goldmedaille für Tatiana Kosintseva, Nadezhda Kosintseva, Alexandra Kosteniuk, Alisa Galliamova und Valentina Gunina sowie deren Kapitän Yuri Dokhoian zweifeln. So wirklich sensationell erfolgreich sticht keine der russischen Spielerinnen hervor, aber dafür gibt es auch keine Ausfälle, es wird auf konstant hohem Niveau gepunktet.

In der achten Runde wird es bei den Frauen zu den folgenden Spitzenpaarungen kommen:

Indien (12) – Russland (14)
Serbien (11) – Georgien (12)
Russland 2 (11) – USA (11)
Ungarn (11) – Bulgarien (11)


Schwarz-Rot-Gold schlägt sich wacker

Elisabeth Pähtz

Bild: © off. Turnierseite

Wäre die Schacholympia jetzt beendet, man müsste besonders vor den deutschen Männern den sprichwörtlichen Hut ziehen. In der sechsten Runde gönnte man den beileibe nicht schwachen Mexikanern nur einen halben Brettpunkt und in der siebten erkämpfte man sich ein 2:2 gegen Vietnam. Während Rainer Buhmann und Martin Krämer jeweils remisierten, glich der Deutsche Meister Niclas Huschenbeth an Brett 4 die Niederlage von Sebastian Bogner aus. Augenblicklich liegt das Team von Bundestrainer Uwe Bönsch auf einem ausgezeichneten 25. Rang, wenn man bedenkt, dass es in der Startrangliste nur auf Platz 42 lag. Morgen wird es zu einem wahren Klassiker kommen, wenn die Jungs auf die klar favorisierten Engländer treffen. Dort werden alle Nationalspieler über sich hinauswachsen müssen, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Nach einem ausgezeichneten Start liegt das deutsche Frauenteam weiterhin gut im Rennen, wobei es zuletzt mit der Schweiz und Kroatien gegen nominell schwächere Mannschaften jeweils nur ein 2:2 erreichte. Spitzenbrett Elisabeth Pähtz spielt mit 5/6 derzeit ein ausgesprochen starkes Turnier und bei der aktuellen Performance von 2636 liegt eine GM-Norm in der Luft. Und auch Judith Fuchs darf trotz der heutigen Niederlage mit ihren 5/6 sehr zufrieden sein. Lediglich Melanie Ohme kann ihre wahre Leistungsfähigkeit noch nicht abrufen, doch Kapitän Raj Tischbierek beweist ihr mit weiteren Einsätzen sein Vertrauen. In der achten Runde bekommen es unsere Frauen mit Medaillenfavorit Ukraine zu tun, was die bisher durchaus auch glücklichen Auslosungen wieder wettmacht. Nach zwei Niederlagen in Serie werden die Ukrainerinnen garantiert mit Wut im Bauch antreten, aber das kann ja auch hinderlich sein.


Quo vadis, FIDE?

Kirsan Ilyumzhinov und Anatoly Karpov

Am Mittwoch wird es zur mit Spannung erwarteten FIDE-Wahl um das Amt des Präsidenten des Weltschachverbandes kommen. Nachdem der Versuch des Teams von Anatoly Karpov gescheitert ist, die Legitimation von Kirsan Ilyumzhinovs Kandidatur rechtlich anzuzweifeln, sieht auch diese Abstimmung nur noch nach einer Formsache aus. Der amtierende Präsident zeigte sich jedenfalls siegessicher, wobei der Internationale Sportgerichtshof in Lausanne dessen Berechtigung zu kandidieren nicht final klären konnte. Grund: Die Regularien der FIDE sind nicht eindeutig genug. Die Krönung dieser in sämtliche Himmelsrichtung stinkenden Ungerechtigkeit ist, dass Kirsan "Schach wurde uns von Aliens gebracht" Ilyumzhinov nun überall verbreitet, der Gerichtshof in Lausanne habe seine Legitimation zu kandidieren bestätigt. Eine glatte Lüge.

Wahlkampfseite Karpov

Wahlkampfseite Ilyumzhinov

Artikel auf Chessvibes.com


Live-Übertragung im CTTC

Wenn Sie die weiteren Ereignisse bei Olympia live verfolgen möchten, dann gibt es dafür viele Möglichkeiten, doch den deutschen Live-Kommentar aus meisterlichem Munde erhalten Sie nur von den Chess Tigers in Zusammenarbeit mit der Firma ChessBase. Wie schon bei der Weltmeisterschaft in Sofia sitzt unser GM Klaus Bischoff täglich ab 11:30 Uhr am Mikrophon im Chess Tigers Training Center in Bad Soden am Taunus und kommentiert für Sie die Toppartien aus Khanty-Mansiysk, wobei er natürlich stets auch das Geschick des deutschen Teams verfolgt. Hören können Sie ihn, wenn Sie über einen Zugang zu dem Fritzserver von ChessBase verfügen, aber sehen und anfassen – na ja, letzteres natürlich nur in Maßen – können Sie Bischoff nur, wenn Sie persönlich bei uns in der Brunnenstraße 9 vorbeischauen. Beachten Sie dabei bitte, dass am 02. Oktober nicht gespielt wird!

Sowohl im Internet als auch live im CTTC kann
man den Kommentaren von Klaus Bischoff folgen

In Khanty-Mansiysk werden sowohl im Open als auch bei den Frauen elf Runden Schweizer System gespielt. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten/40 Züge + 30 Minuten + 30 Sekunden/Zug ab dem erstem Zug. Theoretisch wird die geistige Fehlkonstruktion namens „Null Toleranz-Regel“ angewendet, man hat sie jedoch merklich entschärft. So beginnt die Runde nicht mehr zu einer bestimmten Uhrzeit sondern dann, wenn der Hauptschiedsrichter das Zeichen gibt. Das erlaubt ihm, auf unvorgesehene Verzögerungen zu reagieren. Sollten Spieler bereits vor dem Beginn der Runde am Brett gewesen sein, dieses aber aus nachvollziehbaren Gründen nochmals verlassen müssen, kann dies der jeweils für das entsprechende Match zuständige Schiedsrichter gestatten. Aus "Null Toleranz" wurde also wenigstens "Etwas Toleranz".

Partien Open zum Nachspielen und Downloaden

Partien Frauen zum Nachspielen und Downloaden

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Ergebnisdienst bei Chess-Results.com

Live-Übertragung im CTTC


Weitere Links rund um Olympia:

www.europe-echecs.com u. a. Videos aus Khanty-Mansiysk

Deutscher Schachbund Berichte zu den Nationalmannschaften plus Bilder

www.jan-gustafsson.de Olympia-Blog des Kapitäns der Dänen


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Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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