Nachrichten Aktuelles Tagesschach 47/10 - Anand contra Carlsen! G-Star RAW World Chess Challenge: Kannst Du Magnus Carlsen schlagen? *** Bobby Fischer ist nicht Jinkys Vater *** Schach in Hessen-Newsletter Nr. 16 & 17
23.08.2010 - Am kommenden Wochenende findet im norwegischen Kristiansund das Arctic Securities Chess Stars Tournament statt. Neben Judit Polgar und Jon Ludvig Hammer sind natürlich der Weltmeister Viswanathan Anand und die Nummer 1 der Welt Magnus Carlsen die Hauptattraktion der Schnellschach-Veranstaltung. Und auch die nächste Meldung dreht sich um den Führenden der Weltrangliste. Carlsen wird am 10. September im Rahmen der G-Star RAW World Chess Challenge eine Partie gegen die ganze Welt spielen. Derweil hat ein DNA-Test ergeben, dass Bobby Fischer keine Tochter namens Jinky Young hat. Sie wird ihn also nicht beerben, aber dennoch wird es noch immer nicht ruhig um den 2008 verstorbenen Schachweltmeister, wie The New York Times berichtet In der Zwischenzeit war unser Hans-Dieter Post mal wieder fleißig und hat den Schach in Hessen-Newsletter Nr. 16 & 17 verfasst. Auch diese Exemplare können Sie sich bei uns wieder als PDF herunterladen.
Kristiansund (NOR) - Vom 28. bis 30. August erlebt das Caroline Theater in der norwegischen Hafenstadt Kristiansund das, worauf nicht wenige Schachfans für die nächste Weltmeisterschaft hoffen. Der amtierende Champion trifft auf die aktuelle Nummer 1 der Weltrangliste! Eigentlich nehmen bei dem Arctic Securities Chess Stars Tournament insgesamt vier Spieler teil, doch die Aufmerksamkeit konzentriert sich auf das Duell Viswanathan Anand gegen Magnus Carlsen. Ob die beste Frau der Welt Judit Polgar und der norwegische Nachwuchsspieler Jon Ludvig Hammer tatsächlich nur eine Statistenrolle bei dem doppelrundigen Schnellturnier nebst Finals (ebenfalls über 2 Partien) spielen werden, ist natürlich noch offen, doch die Wahrscheinlichkeit ist durchaus hoch. 2008 bei der Schnellschach-WM in Mainz gab es übrigens ein ganz ähnliches Feld, wobei statt Hammer der Weltklasse-GM Alexander Morozevich dabei war. Damals erreichten Anand und Carlsen das Finale, welches der Inder für sich entscheiden konnte. Kein Zweifel, dass Magnus das nicht vergessen haben und auf eine Revanche aus sein wird. Die Bedenkzeit in Kristiansund wird 20 Minuten plus 10 Sekunden betragen.
Vishy Anand gegen Magnus Carlsen bei der Chess Classic Mainz 2008
Schon damals drängten sich die Fotografen um den besten Schuss
New York (USA) - "Can you beat Magnus Carlsen" lautet die provokante Frage des Mode-Labels G-Star RAW und bietet zugleich die Gelegenheit dazu. Am 10. September kann jeder, der sich stark genug fühlt, an der RAW World Chess Challenge teilnehmen und im Internet eine Beratungspartie gegen Carlsen spielen. Der inoffiziell sexiest chessplayer alive wird sich von New York City aus der ganzen Welt stellen. Während sich Carlsen angenehm provokant als Favorit sieht, wird die globale Gegnerschaft prominente Hilfe erhalten. Nein, Garry Kasparov hat als Schirmherr der Veranstaltung natürlich auch die Finger im Spiel, aber helfen will oder darf er nicht. Dafür werden Judit Polgar, Maxime Vachier-Lagrave und Hikaru Nakamura Kandidatenzüge vorschlagen, über welche auch Sie abstimmen dürfen. Natürlich ist bisher noch offen, welche Farbe Magnus spielen wird, damit die Datenbanken und Rechner nicht jetzt schon heißlaufen! Wie exakt die Teilnahme funktionieren wird, ist ebenfalls noch nicht veröffentlicht, aber allzu kompliziert wird das sicherlich nicht sein. Wer auf dem letzten Stand der Dinge sein will, kann sich auf der offiziellen Homepage registrieren und erhält eine Email-Benachrichtigung, sobald es Neuigkeiten gibt. Vorab kann man sich dort schon drei coole Videos zum Duell anschauen. Na, wie sieht's aus? Kannst Du Magnus Carlsen schlagen?
Am frühen (isländischen) Morgen des 05. Julis wurde der 11. Schachweltmeister Robert James Fischer exhumiert. Zweck der Aktion war herauszufinden, ob die neun Jahre alte Jinky Young von den Philippinen seine Gene trägt. Es geht um das Erbe von Bobby, welches sich angeblich auf rund 2 Millionen US-Dollar belaufen soll. Neben der kleinen Filipina beziehungsweise deren Mutter Marilyn machen die Witwe Fischers Miyoko Watai, Alexander und Nicholas Targ (beides Neffen in den USA), sowie die amerikanische Regierung selbst - wegen nicht bezahlter Steuern - Rechte an den Hinterlassenschaften geltend. Wie nicht nur The New York Times berichtete, ist Jinky Young nach den DNA-Analysen nicht der leibliche Nachfahre des einst so großen Genies. Ohne den Sarg selbst anzuheben, wurde unter einem Zelt über dem Grab der Deckel des Sargs geöffnet, und ein Forensiker entnahm sieben Proben von den sterblichen Überresten Fischers.
Die Tests waren eindeutig und so könnte eine weitere Etappe im Erbstreit geschafft sein, würde der philippinische Anwalt von Mutter und Tochter, Samuel Estimo, nicht nachträglich Vorwürfe gegen die Art der Exhumierung und das angeblich unerlaubte Veröffentlichen der Testergebnisse durch den isländischen Anwalt Thordur Bogason verbreiten. Dabei lancierte er eben über die Times auch vertrauliche Email-Korrespondenz wie beispielsweise einen genauen Bericht über den Ablauf der Entnahme der Proben. Offenbar möchte der Filipino noch etwas im Trüben fischen, wie man so schön sagt.
Und niemand fragt, was Bobby empfunden hätte, wäre er zu Lebzeiten zu dem Wissen gelangt, dass er in Jinky keine Tochter hat. Wichtig ist nur, wer zu welchen Teilen von seinem Tod profitiert.
Schach in Hessen - Sie sind nicht mehr ganz taufrisch, aber vorenthalten möchten wir Ihnen die letzten beiden Schach in Hessen-Newsletter natürlich dennoch nicht! Nummer 16 stammt vom 01. August, während Nummer 17 vom 16. August und damit noch fast warm ist. Bedingt durch die Chess Classic Mainz hat sich das Umarbeiten in ein PDF etwas verzögert. Apropos Chess Classic, in Newsletter Nummer 17 findet sich auch ein sehr schöner Bericht von Hans-Dieter Post, der in Mainz als Turnierleiter wieder mehr als souverän mit 701 Teilnehmern jonglierte, ohne auch nur einen fallen zu lassen.
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