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Schachspieler wird in Schadensersatzprozeß freigesprochen - Milliarden-Klage abgewehrt.
09.04.2005 - Während sich die Bundesliga-Spitzenteams in der rheinischen Provinz im Kölner Stadtteil Porz auf ihr Show-Down vorbereiten und die ganze Fachwelt dem Finale zwischen Serienmeister und Titelverteidiger SG Porz und dem Vizemeister OSC Baden-Baden entgegenfiebert, kann sich ein anderer Schachspieler über eine Entscheidung in einem amerikanischen Provinz-Nest richtig freuen. Denn dort ging es um wirkliches Geld.

Hände weg von der Kasse:
Schachspieler Jürgen Schrempp
Foto: Focus

Als bei der Mega-Fusion zwischen Daimler und Chrysler die Weichen auf eine gleichberechtigte Fusion gestellt wurden, kamen später gewisse Anhaltspunkte ans Tageslicht, die andeuteten, daß es sich nicht um eine Fusion unter Gleichberechtigten handele sondern um eine klare Übernahme des US-amerikanischen Autokonzerns Chrysler durch Daimler-Benz. Anlass genug, damit der Großaktionär Kirk Kerkorian sich benachteiligt fühlte und Klage erhob - über eine Milliarde Dollar machten seine Anwälte als Schadenssumme geltend.

Der zuständige Richter am Bezirksgericht in Wilmington (US-Bundesstaat Delaware) liess sich mit seinem Urteil gemächlich Zeit und nach über einem Jahr gab er das Ergebnis seines Nachdenkens bekannt. Freispruch für Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp. Dieser äusserte sich nach dem Urteil: "Wir freuen uns, daß die Entscheidung des Gerichts ein für allemal bestätigt, daß Tracindas Klage (die Investorfirma des Grossaktionärs Kerkorian) keinerlei Grundlage hatte und alle gegen Daimler-Chrysler im Zusammenhang mit dem Zusammenschluß im Jahr 1998 erhobenen Ansprüche vollkommen unbegründet waren."

Anlass für die Klage durch die Kerkorian-Investmentgesellschaft waren Interviews von Jürgen Schrempp, in dem sich der Daimler-Chrysler-Chef als Schachspieler outete und seine Vorgehensweise mit den unter diesen Denksportlern übliche Handlungs- und Entscheidungsfindung verglich: seine Vorgehensweise entspreche derjenigen eines Schachspielers, der stets die nächsten Züge im Kopf haben müsse.

Gerhard Kenk

Published by Gerhard Kenk

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