Nachrichten Aktuelles vom Hessenschach: Hessenmeisterschaft entschieden
08.04.2005 - Ein sichtlich gut gelaunter Vitaly Kunin war am Nachmittag nach der letzten Runde im Turnierareal auszumachen. Und auch wenn das Meisterturnier 2005 des Hessischen Schachverbandes nicht seine größte sportliche Herausforderung war, und der Sieg in diesem Turnier auch sicher nicht seine beste Leistung in seiner Laufbahn bleiben wird: leicht hat man es ihm nicht gemacht und er hätte auch auf den Plätzen landen können. Sieben Siege und zwei Niederlagen, kein Remis, das ist bei einem Turnier, bei dem sein Gegnerschnitt 2334 betrug, eine stramme Leistung.
Zum Abschluß der Hessenmeisterschaften Teil I
MEISTERTURNIER Offenbach
Vitaly Kunin
Foto: Schachverein Griesheim
Ein sichtlich gut gelaunter Vitaly Kunin war am Nachmittag nach der
letzten Runde im Turnierareal auszumachen. Und auch wenn das
Meisterturnier 2005 des Hessischen Schachverbandes nicht seine größte
sportliche Herausforderung war, und der Sieg in diesem Turnier auch
sicher nicht seine beste Leistung in seiner Laufbahn bleiben wird:
leicht hat man es ihm nicht gemacht und er hätte auch auf den Plätzen
landen können. Sieben Siege und zwei Niederlagen, kein Remis, das ist
bei einem Turnier, bei dem sein Gegnerschnitt 2334 betrug, eine stramme
Leistung.
Eine kleine Rochade (Niederlagen gegen IM Grabarczyk, anschließend
gegen Georg Legde), nachdem er mit 3 aus 3 eigentlich gut in Fahrt
gekommen war, ließen ihn fast auf Mittelmaß absinken. Doch ein tolles
Finish, vergleichbar mit seinem Kavalierstart zu Beginn, ließen ihn
wieder auf Platz 1 und zum Meistertitel klettern.
Der Internationale Meister und gebürtige Moskauer wurde nach dem
kurzfristigen Rücktritt der beiden vor ihm auf Platz eins und zwei der
Setzliste gehandelten Spieler seiner Favoritenrolle gerecht und wir
können ihm zu seiner Leistung gratulieren: Herzlichen Glückwunsch,
Vitaly Kunin!
Bogdan Grabarczyk
Foto: Schachverein Griesheim
Im folgt auf dem zweiten Platz einer seiner Bezwinger, IM Bogdan
Grabarczyk vom SV Griesheim, nur um einen halben Punkt getrennt. Schon
mit einem ganzen Punkt Abstand dann der nächste IM in der Spitzengruppe,
IM Sven Telljohann von den Schachfreunden Schöneck!
Noch einmal soviel IMs konnten die mit Telljohann punktgleichen
Hessenmeister der vergangenen Jahre, die FMs Uwe Kersten und Horst Alber
hinter sich lassen. Und auf dem 6.Platz schließlich, punktgleich mit den
drei zuvor genannten, Georg Legde vom SK Gießen als erster Nicht-
Titelträger (was aber nicht an seiner Spielstärke hängt, der FM Titel
steht ihm sicher zu!).
Sozusagen der erste "echte" Nicht- Titelträger folgt auf Platz 7,
Daniel Malek vom SV Oberursel. Er kam mit der Empfehlung des Pokalsieges
im Goldenen Springer nach Offenbach, und er hat diese Leistung durch
seine direkte Qualifikation für das Meisterturnier im kommenden Jahr
(50% plus im Turnier) bestätigt! Persönlich wird es ihm natürlich
gefallen, selbst "nur" Verbandsliga- Spieler, vor seinen vier
Klubkollegen aus der 2.Liga gelandet zu sein.
IM Stefan Reschke
Foto: Hessischer Schachverband
Auf den Plätzen 8, 9 und 10 folgen drei weitere FIDE- Meister in der
Gruppe mit 5 aus 9, die sozusagen die neue Meisternorm des Hessischen
Schachverbandes direkt erfüllen: Klaus- Jürgen Lutz vom SC Steinbach,
Robert Schlamp vom SV Oberursel und Georg Haubt vom SV Hofheim. Mit 50%
und einem Gegnerschnitt von über 2300 ELO bestätigte Valeriy Krenz vom
SV Wiesbaden erwartungsgemäß seine Nominierung für das Meisterturnier.
Er war mehr als nur der Kandidat für die Begradigung der Teilnehmerzahl!
Ex Hessenmeister Bernd Röschlau konnte durch ein starkes Turnierfinish
seine FM Stärke gerade noch eindrucksvoll unterstreichen, für
Klubkollegen IM Stefan Reschke ist die Turnierleistung sicher Ansporn,
es beim nächsten Male konzentrierter anzugehen!
Für Jens Koller vom SV Oberursel und Kevin Felczer vom SK Gründau hat
es bei 4 Punkten nicht zur direkten Qualifikation zum nächsten Jahr
gereicht. Beide spielten trotzdem über ihre (ELO ) Verhältnisse und
könnten sich bei Erreichen des FM Titels sofort wieder in die
Meistergruppe spielen. FM Ralf Dunsbach hat seinen Titel ja schon ein
paar Jährchen, und kann sich in diesem Feld aber auch bei nur 4 Punkten
immerhin über eine knapp erreichte FM- Turnierleistung freuen.
Zum Tabellenende hin werden die beiden Qualifikanten aus dem Vorjahr,
Fred Just und Michael Stockmann, über ihre Leistung mit leichten ELO
Verlusten durchaus zufrieden sein, wenn man bedenkt, wie es IM Stefan
Solonar als bis dahin amtierender Hessenmeister und neu-FM Behrang
Sadeghi erwischt hat. Das war zu Beginn sicher nicht eingeplant! Der
Titel sichert aber immerhin die weitere Teilnahme in diesem Feld.
Bernhard Nagel vom SV Wiesbaden kam mit einem erklecklichen ELO Anstieg
zu diesem Turnier, und konnte die gute Form im Verlauf aber nicht unter
Beweis stellen. Von einem Absturz kann man aber bei einem Gegnerschnitt
von 2324 ELO aber auch nicht sprechen. IM Anatoli Donchenko hatte ich
persönlich für eine große Leistung gedanklich schon eingeteilt (siehe
letztes Karl-Mala, Rhein-Main-Open usw), jedoch mußte er sich aus
gesundeitlichen Gründen vom Turnier zurückziehen.
Zusammenfassend und ergänzend:
keiner
blieb in diesem Feld ungeschlagen, dazu war die Leistungsdichte (240
ELO-Punkte) und die Rundenzahl nicht gemacht.
Ich
bin einigermaßen sicher, das kein anderer Landesverband ein ähnlich
starkes Teilnehmerfeld für sein Meisterturnier auf die Beine stellen
wird. Auf diesen Weg könnte man durchaus einen dritten Platz bei den
Deutschen Meisterschaften reklamieren können! Starke Spieler aus der
Topliste des Verbandes haben sich erstmalig oder wieder nach langer Zeit
zum Meisterturnier motivieren können. IM Kunin, zuletzt dreimal in
Deizisau, einem der Top Open in Europa, wurde seine richtige
Entscheidung mit Preisfonds und Landesmeistertitel vergoldet.
Leider
waren aus den Bezirken Osthessen und Lahn keine Spieler im
Meisterturnier vertreten, statistisch ist das OK, im "gens una sumus"
Sinne wäre eine Beteiligung natürlich schöner gewesen. Aber hier spielen
natürlich auch die individuellen Terminpläne eine Rolle.
Von
den Bundeligaklubs SV Hofheim, SV Griesheim, SV Oberursel und
Sfr.Schöneck, die rechne ich auch schon mal dazu, sowie den meisten
Teams der Oberliga waren Spieler in diesem Jahr am Start.
Und insgesamt wurden die Hessenmeisterschaften dominiert von den
Spielern aus der Bergstraße bzw den Starkenburger Klubs. Doch davon mehr
im nächsten Newsletter.....
SCHACH AM WOCHENENDE
Hans-Dieter Post
Großer Showdown in allen Staffeln von der 1.Bundesliga über die
2.Ligen bis in unsere Oberliga! Auch die Hessenliegen spielen, wie auch
viele Bezirke, aber hier ist erst die vorletzte Runde dran.
Wer großes
Schach sehen will mit maximale Spannung fährt mit Sicherheit am Sonntag
morgen nach Porz. Baden-Oos gegen Porz, und jeder will gewinnen. Den
schönsten Platz hat dabei der SV Hofheim: mittendrin, und auch die Ooser
sind am Samstag noch dran.
In den 2.Ligen ist im Westen ein Griesheimer
Sieg Pflicht, ansonsten heißt das Abstieg. Etwas leichter geht es in der
Oststaffel für Oberursel zu, aber ein Remis ist mindestens zu holen. In
der Oberliga ist Schöneck der Aufstieg nicht mehr zu nehmen, weshalb es
aber nicht an Spannung fehlt, denn es geht ja nicht nur nach oben. An
drei Standorten wird gespielt, in Schöneck, Wiesbaden und Jena. Aber
auch zu allen Ergebnissen dieser Wettkämpfe gibt es natürlich den
Kommentar im nächsten Newsletter.