Nachrichten Aktuelles Tagesschach 41/10 - Twitter-Interview mit Viswanathan Anand am Donnerstag LIVE! Chess-Meeting: Naiditsch schlägt Mamedyarov *** Wesley So führt in Biel *** Leonid Milov gewinnt Hessische Schnellschachmeisterschaft
21.07.2010 - Am Donnerstag (22. Juli) wird Weltmeister Viswanathan Anand über den größten "Mikroblog" alias Twitter allen Interessierten ein weltweites Live-Interview geben. Jeder, der möchte, kann dem Inder ab 13:00 Uhr Löcher in den Bauch fragen. Endlich hat auch Arkadij Naiditsch beim Sparkassen Chess-Meeting 2010 in Dortmund Grund zur Freude. In der sechsten Runde gelang nur ihm ein Sieg - gegen Shakhriyar Mamedyarov - und so konnte der Deutsche in der Gesamtwertung etwas Boden gut machen. Die Führung hat jedoch weiterhin Ruslan Ponomariov inne. Nach drei Runden beim Youngstars-Turnier in Biel hat Wesley So die alleinige Führung übernommen. Im Spitzenduell siegte er gegen Maxim Rodhstein und hat nun 2,5 Punkte auf der Habenseite. Derweil hat Leonid Milov die 22. Internationale Hessische Schnellschachmeisterschaft in Wiesbaden dank besserer Zweitwertung und vor enttäuschender Kulisse gewonnen.
WM Viswanathan Anand mit seinem allerersten Schachspiel
Brennen Ihnen seit geraumer Zeit eine oder mehrere Fragen auf der Zunge, die Sie dem amtierenden Weltmeister Viswanathan Anand unheimlich gerne mal stellen möchten, aber es hat sich nie die Gelegenheit ergeben? Morgen können Sie das alles nachholen, denn Anand wird an diesem Donnerstag ab 13:00 Uhr unserer Zeit über den Twitter von Forbes India live der ganzen Welt Rede und Antwort stehen. Auf "Neu-Englisch" nennt man derlei "Twinterview". Und machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihnen mal eine englische Vokabel fehlen sollte, Anand versteht und spricht die deutsche Sprache nahezu perfekt. Allerdings sollten Sie aus Gründen der Höflichkeit der restlichen Welt gegenüber schon versuchen, Ihre Fragen in englischer Sprache zu stellen. Dies können Sie auf zwei Wegen tun. Entweder tweeten (zwitschern) Sie Ihr Anliegen an den Weltmeister morgen direkt live oder Sie senden Ihre Frage vorab an die folgende Email-Adresse: social.forbesindia@network18online.com
Wer sich vorab noch auf den neuesten Stand über Vishy Anand bringen möchte, der kann dies über die beiden folgenden Links tun. Ebenfalls auf Forbes India sind diese zwei tollen Artikel über den Champion erschienen:
Dortmund (GER) - Bisher hatte Arkadij Naiditsch das Glück wahrlich nicht gepachtet, doch in der heutigen sechsten Runde war endlich auch mal die deutsche Nummer 1 an der Reihe. Nach wechselhaftem Partieverlauf landete man im 35. Zug in einer bestenfalls leicht besseren Stellung für Naiditsch, als Mamedyarov plötzlich der Hafer stach und er einzügig die Qualität einstellte. Der Aseri wartete erst gar nicht auf den nächsten Zug seines Gegenüber, sondern gab umgehend auf und bescherte Naiditsch dessen ersten vollen Zähler im Turnier. Zuvor hatten sich Liem Quang Le und Vladimir Kramnik ein interessantes Katalanisch-Duell geliefert, in welchem der Vietnamese seinem Gegner mächtig zusetzte und sich gewinnträchtige Vorteile erarbeitete. Doch mit einem Damenopfer konnte sich Kramnik in eine Festung retten und das Remis erzwingen. Deutlich weniger spektakulär verlief die Begegnung zwischen Peter Leko und Tabellenführer Ruslan Ponomariov, welche nach 41 Zügen remis endete.
Somit sehen wir auch nach sechs Runden eine unerwartete Spitze beim Chess-Meeting. Erster bleibt Ponomariov und alleiniger Zweiter ist Le vor Kramnik und Mamedyarov. Arkadij Naiditsch konnte die rote Laterne an Leko abgeben.
In der siebten Runde, welche übrigens von Anatoly Karpov eröffnet werden wird, stehen die folgenden Paarungen an:
Mamedyarov - Leko
Naiditsch - Le
Kramnik - Ponomariov
Die Bedenkzeit in Dortmund beträgt 100 Minuten/40 Züge + 50 Minuten/20 Züge + 15 Minuten + 30 Sekunden/Zug ab dem erstem Zug. Rundenstart ist täglich um 15:00 Uhr. Die letzte Runde wird bereits um 13:00 Uhr beginnen. Die Live-Übertragung ins Internet erfolgt mit einer Verzögerung von 15 Minuten. Neben diesem Versuch, so einen möglichen Betrug zu verhindern, wird erstmals auch konsequent die berüchtigte "Sofia-Regel" angewendet. Demnach ist es den Spielern untersagt, ohne Absprache mit dem Schiedsrichter, ein Remis zu vereinbaren.
Biel (SUI) - Während die Konkurrenz an der Spitze des Youngstars-Großmeisterturniers heute etwas schwächelte, gab Wesley So gegen Maxim Rodhstein Vollgas und steckte auch nicht auf, als die Stellung mächtig nach einem Remis roch. Und der Filipino wurde für seinen Siegeswillen belohnt, denn sein israelischer Gegner übersah bei knapper Bedenkzeit eine tückische Falle und landete in einem raffinierten Mattnetz. Den zweiten Sieg der dritten Runde konnte Fabiano Caruana gegen einen spätestens jetzt angeschlagenen Parimarjan Negi erzielen und somit den zweiten Rang hinter So übernehmen. Allerdings teilt er sich diesen mit Evgeny Tomashevsky, welcher heute gegen Dimtry Andreikin ein 22-zügiges Schwarzremis einstreute. Hinter einem breiten Mittelfeld liegt Negi dagegen mit noch immer 0 Punkten auf dem letzten Platz.
Gespielt wird das Youngstars als ein Rundenturnier mit der fast schon nostalgischen Bedenkzeit 2h/40 Züge + 1h/20 Züge + 30 Minuten für den Rest der Partie. Der Altersdurchschnitt liegt bei knapp 19 Jahren und der Eloschnitt bei 2658, was die starke Turnierkategorie 17 bedeutet. Rundenbeginn ist täglich um 14:00 Uhr. Am 25. Juli wird der einzige Ruhetag eingelegt.
Dmitry Andreikin - Evgeny Tomashevsky ½:½
David Howell - Anish Giri ½:½
Maxime Vachier-Lagrave - Nguyen Ngoc Truong Son ½:½
Maxim Rodshtein - Wesley So 0:1
Parimarjan Negi - Fabiano Caruana 0:1
Wiesbaden - Bereits am vergangenen Wochenende wurde in der hessischen Landeshauptstadt die 22. Internationale Hessische Schnellschachmeisterschaft (oder auch Werner-Adolar-Falck-Gedenkturnier) ausgetragen. Na ja, "International" ist zwar sehr optimistisch, beinahe schon schamlos übertrieben, aber immerhin kam fast Alles, was im Raum Hessen Rang und Namen hat und auch sonst am Start ist, wenn es etwas zu gewinnen gibt. Ein Preisfonds von 1.800,- Euro garantierte dem Sieger 400,- Euro, was für zwei Tage regionales Schnellschach ja auch nicht zu verachten ist. Die Spitze war ganz gut besetzt, doch leider mangelte es dafür ziemlich in der Breite. Insgesamt fanden nur 43 Schachfreunde den Weg in das Jeanne Schütz-Haus, Am Schloßpark 69 in Wiesbaden zum ausrichtenden Wiesbadener SV 1885 e.V., um in 11 Runden Schweizer System den Hessischen Schnellschachmeister zu ermitteln. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch exakt doppelt so viele und davor (da noch unter der Leitung von Hans-Dieter Post) sogar 128 Teilnehmer gewesen!
Wie auch immer, Hessischer Schnellschach-Champion ist es letztlich zum zweiten Mal in seiner Karriere IM Leonid Milov vor dem punktgleichen FM Igor Zuyev geworden. Beide holten ungeschlagen 9/11, doch Milov hatte die bessere Buchholz vorzuweisen. Dritter und damit zugleich bester Senior wurde IM Klaus Klundt. Die vollständige Tabelle, zahlreiche weitere Zahlen & Fakten und in Kürze auch ein kritischer Bericht von besagtem Hans Dieter Post finden sich auf schach-chroniken.net.
Sollten Sie, werter Leser, News, Bilder, Wünsche, Anregungen, Korrekturen oder Kritik das "Aktuelle Tagesschach" betreffend haben, können Sie uns diese herzlich gerne unserem Redakteur Mike Rosa an die folgende Adresse mailen: Mike.Rosa@chesstigers.de