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Aktuelles Tagesschach 32/10 - Dzagnidze führt in Jermuk
Das nächste Top Turnier: Sparkassen Chess-Meeting in Dortmund im Juli
Chess Tigers News: Schachkarikaturist Fränk Stiefel im Interview
26.06.2010 - Beim laufenden FIDE Women Grand Prix in Jermuk hat sich Nana Dzagnidze die alleinige Führung erkämpft. Dafür reichte ihr ein Remis, denn die direkte Konkurrenz verlor. Mit einem halben Zähler Rückstand folgen nun Elina Danielian, Antoaneta Stefanova und Lilit Mkritchian. Während die Frauen wirklich prächtig kämpfen, steht bei den Männern erst Mitte Juli das nächste Top Turnier an. Vom 15. bis 25. Juli findet das Sparkassen Chess-Meeting 2010 in Dortmund statt. Am Start sein werden Titelverteidiger Vladimir Kramnik, Peter Leko, Skakhriyar Mamedyarov, Ruslan Ponomariov, Quang Liem Le und natürlich Arkadij Naiditsch. Und bei den Chess Tigers News haben wir heute den Schachkarikaturisten, Grafiker und Autor Fränk Stiefel im Interview. Der Wahl-Berliner stellt sich vor und erklärt, wie er zum Zeichnen von Schachspielern kam. Natürlich haben wir für Sie eine Auswahl seiner Werke zusammengestellt. Viel Spaß!

Jermuk (ARM) - Nana Dzagnidze aus Georgien ist derzeit das Maß der Dinge beim FIDE Women Grand Prix Jermuk 2010. Nach zwei Auftaktsiegen gönnte sie sich in der dritten Runde zwar ein ausgekämpftes Remis, doch das genügte, um die Spitze alleine zu übernehmen. Immerhin war ihre heutige Gegnerin die amtierende Europameisterin Pia Cramling aus Schweden. Gut erholt von der Erstrundenniederlage zeigt sich Antoaneta Stefanova. Die Bulgarien landete gegen die Chinesin Xu Yuhua den zweiten Sieg in Serie und ist nur noch einen halben Zähler hinter der Führenden zurück. Ebenso wie die Armenierinnen Elina Danielian (Sieg gegen Shen Yang) und Lilit Mkritchian, welche gegen Hou Yifan verlor. Für Letztere war das der erste Sieg im laufenden Wettbewerb und vielleicht der Beginn einer furiosen Aufholjagd?

Gespielt wird in Jermuk ein elfrundiges Rundenturnier und die Siegerin erhält 6.500,- Euro aus einem Gesamt-Preisfonds von 40.000,- Euro. Die Gesamtsiegerin des Grand Prix erhält nochmals 15.000,- Euro. Die Bedenkzeit in Jermuk (oder auch Dschermuk) beträgt 90 Minuten/40 Züge + 30 Minuten + 30 Sekunden/Zug.

Rundenstart ist täglich um 12:00 Uhr, nur die letzte Runde wird vermutlich wieder früher beginnen. Am 30. Juni wird der einzige Ruhetag eingelegt. Inhaber eines Accounts für den Fritz-Server von ChessBase können die Partien dort live verfolgen.

Partien zum Nachspielen und Downloaden

Offizielle Turnierseite


Bester Laune: Nana Dzagnidze (GEO) und Baira Kovanova (RUS)

Tuchfühlung zur Spitze aufgenommen: Antoaneta Stefanova

Nach zwei Niederlagen endlich der erste Sieg: Hou Yifan

Armenische Gemütlichkeit - Wer überfällt schon ein Schachturnier?

Bilder: © Offizielle Turnierseite



Dortmund - Vom 15. bis 25. Juli 2010 schaut die Schachwelt wieder auf Dortmund. Sechs Weltklasse-Großmeister kämpfen beim Sparkassen Chess-Meeting 2010 – es ist die 38. Auflage der Internationalen Dortmunder Schachtage – um den Turniersieg. Die Besucher von Deutschlands traditionsreichstem klassischem Schachturnier erwartet im Theater Dortmund ein erstklassig besetztes Teilnehmerfeld:

Allen voran startet Rekordsieger Vladimir Kramnik, um seinen Titel vom Vorjahr zu verteidigen. Der dreifache Weltmeister befindet sich in Topform und ist aktuell die Nr. 3 der Weltrangliste. In Dortmund ist der 34-jährige Russe zweifellos der große Favorit und wird alles daran setzen ein besonderes Jubiläum zu feiern, nämlich das bedeutendste Turnier auf deutschem Boden zum zehnten Mal zu gewinnen.

Zum dritten Mal zu Gast im Revier ist der aktuell beste Spieler aus Aserbaidschan, Shakhriyar Mamedyarov. „Shak“ gilt als einer der besten Taktiker der Welt. Mit seinem kompromisslosen Spiel hat es der 25-jährige in die Top Ten der Weltrangliste geschafft und nimmt aktuell den sechsten Platz ein. In seiner schachbegeisterten Heimat ist Mamedyarov spätestens seit dem Mannschafts-Gold bei der EM 2009 ein Held.

Mit Ruslan Ponomariov beehrt ein Weltmeister die Reviermetropole. Der 26-jährige Ukrainer gewann 2002 das FIDE-Championat, das parallel zur klassischen WM ausgetragen wurde. Der 15. der Weltrangliste gilt als universeller Spieler, der nur schwer zu schlagen ist und trotz seines jungen Alters über viel Kampferfahrung verfügt. Dementsprechend gehört Ponomariov zu den Geheimfavoriten, obwohl er zum ersten Mal in Dortmund antritt.

Ohne Peter Leko wäre das Sparkassen Chess-Meeting kaum vorstellbar. In Dortmund ist er groß geworden und hier hat er schon drei Mal gewonnen. Der Ungar gehört seit über einem Jahrzehnt zur Elite des Schachs und befindet sich mit 30 Jahren in der Blüte seines Schaffens. Die Nr. 18 der Weltrangliste wird auch dieses Jahr ein gehöriges Wort um den Turniersieg mitreden.

Die deutschen Farben vertritt Arkadij Naiditsch. Die Nummer eins der deutschen Rangliste schrieb 2005 Geschichte, als er als erster Deutscher und mit 19 Jahren gleichzeitig als jüngster Spieler das Sparkassen Chess-Meeting gewann. Inzwischen ist der Dortmunder 24 Jahre alt und hat sich in der Weltspitze etabliert. Zur Zeit nimmt er Platz 41 der Weltrangliste ein.

Die weiteste Anreise unter den Spielern steht Quang Liem Le bevor. Der 19-jährige Vietnamese erkämpfte sich die Teilnahme durch den Sieg beim Aeroflot-Open in Moskau im Februar dieses Jahres. Le feierte als Jugendlicher zahlreiche Erfolge – u.a. U14-Weltmeister – und gilt als Riesentalent in Asien. Mit seinem unbekümmerten Stil könnte er bei seiner ersten Teilnahme an einem Superturnier für Furore sorgen. In der Weltrangliste nimmt Le Platz 42 ein.

Mit diesen sechs Spielern erreicht Dortmund 2010 einen Schnitt von derzeit 2734 Elo-Punkten. Dies entspricht der Turnierkategorie 20. Das Sparkassen Chess-Meeting 2010 gehört damit zu den stärksten Turnieren, die dieses Jahr weltweit ausgetragen werden.

Der Modus: Der Sieger des Sparkassen Chess-Meetings wird in zehn Spielrunden ermittelt. Die sechs Teilnehmer treten jeder gegen jeden jeweils ein Mal mit den weißen und ein Mal mit den schwarzen Steinen an.

Remisverbot: Bei der diesjährigen Auflage dürfen die Großmeister während der Partie kein Remisangebot abgeben. Die Partie wird als Remis gewertet, wenn aus dem Spiel heraus kein Gewinn mehr möglich oder wenn eine dreimalige Zugwiederholung unvermeidlich ist. Diese Regel garantiert, dass alle Partien ausgekämpft werden, womit die Attraktivität der Veranstaltung gesteigert wird.


Helmut-Kohls-Turnier

Zeitgleich mit dem Großmeisterturnier findet im Schauspielhaus das Helmut-Kohls-Turnier mit zehn Spielern statt. Zwei Partien werden täglich auf der Bühne des Schauspielhauses ausgespielt. Weitere drei Partien werden im Foyer stattfinden. Alle Informationen – Teilnehmer, Spielplan etc. - finden sie auf der Webseite www.sparkassen-chess-meeting.de.


Sparkassen-Open A und B im Dortmunder Rathaus: 17. bis 25. Juli 2010

Parallel zum Hauptereignis wird traditionell das Dortmunder Sparkassen-Open mit einer A- und B-Gruppe im Rathaus veranstaltet. Die Ausschreibung des Sparkassen-Opens wird noch veröffentlicht.

Anmeldungen und Anfragen werden unter info@sparkassen-chess-meeting.de bearbeitet.


Eintrittskarten:
Tageskarte: 6 Euro/4 Euro (ermäßigt)
Dauerkarte: 35 Euro

Kartenvorverkauf:
Kulturinfoshop in der Hauptstelle der Sparkasse, Katharinenstr. 1, 44137 Dortmund
Tel.: 0231/5027710 / Fax: 0231/5027740 / www.dortmund.de/kis
Der Kartenvorverkauf beginnt Anfang Mai

Übernachtung/Hotel

v.l.n.r. Gerd Kolbe (Veranstaltungsleiter), Uwe Samulewicz (Vorstandsvorsitzender Sparkasse Dortmund), Birgit Jörder (Bürgermeisterin), Stefan Koth (Turnierdirektor)

Quelle: Offizielle Turnierseite




Fränk Stiefel

Seit vielen Jahren ist Fränk Stiefel DER Grafiker und Karikaturist der Chess Tigers, welchen er selbstverständlich als Mitglied angehört. Er stellt unsere Flyer, Poster, Logos und alles sonst her, was man eben so im täglichen Schachalltag benötigt. Doch auch sonst ist Ihnen Fränk Stiefel möglicherweise schon begegnet, ohne dass Sie ihn persönlich kennen. Zahlreiche Karikaturen in Schachmagazinen und Büchern sind von ihm, wobei er sich nicht nur auf das königliche Spiel allein beschränkt. Doch fragen wir den Künstler am besten mal direkt:

Mike Rosa: Erzählen Sie uns etwas über sich! Sie leben in Berlin, haben ihre Wurzeln aber in Süddeutschland. Was zog Sie in die Hauptstadt, spielen Sie selbst Schach und wie wird man ein Schachkarikaturist?

Fränk Stiefel: Ich bin in Heilbronn geboren und habe lange in Crailsheim gelebt. Das liegt zwischen Stuttgart und Nürnberg und ist wohl hauptsächlich wegen seiner Autobahnausfahrt bekannt. Vielleicht noch wegen der Frauenfußball-Mannschaft, die lange in der Bundesliga spielte, wegen der Crailsheim Merlins, einer Zweitligabasketballmannschaft, und wegen des Fränkischen Volksfestes.

Nach Berlin gezogen bin ich 1997 nach dem Studium. Ich mochte diese Stadt schon immer. Um es mit der Berliner Band Ideal auszudrücken. „Ich fühl' mich gut, ich steh' auf Berlin.“

Speedy Gonzales Anand

Schach spiele ich noch, wenn auch selten. Da ich selbständig bin, habe ich wenig Zeit, Schach zu trainieren, was sehr schade ist. Im Verein spiele ich auch noch ab und an und zwar für Oberkochen. Das liegt auch in Süddeutschland, aber manchmal fahre ich mit einem Bekannten zu den Mannschaftsspielen. Dieser hat mich während einer Party vor ein paar Jahren morgens um Halb vier überredet, dort mitzuspielen. (lacht)

Wie man Schachkarikaturist wird? Man arbeitet vor sich hin und irgendwann ruft mal jemand von einer Schachzeitung an und fragt nach. Passiert allerdings nicht so häufig. Dafür illustriere ich öfter Schachbücher oder mache Cover.

MR: Wo überall kann man Ihre Zeichnungen sehen?

FS: Zur Zeit mache ich einiges für die Schach-Zeitung. Da gestalte ich die Coverillustrationen, und zeichne Karikaturen. In deren Verlag erscheinen demnächst einige Bücher. Das Buch "1.c4" von Jonathan Carlstedt wurde sogar im Internet als Cover des Jahres gewählt. Das war natürlich ein schönes Lob. Das Buch selbst ist übrigens für "Wenigzeitinhaber" wie ich es einer bin, sehr zu empfehlen.

Ritter Joseph Henry Blackburne

Ein Schachbuch habe ich auch schon geschrieben. Da geht es um die Schachgeschichte. Wen es interessiert, der möge hier mal nachsehen: Schachverlag Kania

MR: Gibt es einen oder mehrere Schachspieler, die Sie besonders gerne karikieren?

FS: Natürlich Vishi Anand. Von dem habe ich schon sehr viele Karikaturen gemacht. Kasparov war auch ein dankbares „Opfer“.

Taktikmonster Vishy Anand

Weihnachtskerze Garry Kasparov

Frankenstein Vassily Ivanchuk

Supergirl Natalia Zhukova

MR: Kann man sich vornehmen, zu diesem oder jenem Thema eine Zeichnung anzufertigen, oder folgen Sie lieber spontanen Geistesblitzen gefolgt vom sofortigen Griff zum Stift?

FS: Nee, spontan klappt leider nur selten. Manchmal denke ich darüber nach, wenn ich z. B. einkaufen bin. Manchmal fällt mir aber auch gleich was ein.

Artur Jussupow als Magier

MR: Ihre Karikaturen beschränken sich nicht nur allein aufs Schach. So haben Sie beispielsweise 2009 zum 60-jährigen Jubiläum des deutschen Bundestags unter dem Titel „HERRSCHAFTEN - Was Sie schon immer über den Bundestag wissen wollten“ zusammen mit Timo Kühn und Matthias Dietzel ein Buch herausgebracht, zu welchem Sie zahlreiche Zeichnungen beisteuerten.

FS: Nicht nur die Zeichnungen, das meiste habe ich auch geschrieben. Im eigenen Stroh & Flausen Verlag habe ich zwei Bücher herausgebracht. In „Anschlusstreffer“ geht es um die deutsche Nationalmannschaft und in Herrschaften um den deutschen Bundestag. Beide Bücher sind mit vielen Karikaturen versehen. Das Politikbuch wurde sogar von Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo gelobt. Das hat mich sehr gefreut.

Angela Merkel

MR: Was sind Ihre kommenden Projekte? Können wir uns vielleicht schon bald auf ein neues Werk freuen?

FS: Zur Zeit habe ich noch keinen festen Plan, aber ich will bis zur nächsten Olympiade mit einem Sportredakteur ein Buch über dieses Ereignis herausbringen. Natürlich soll es informativ aber auch ein wenig lustig werden.

Vielen Dank für das Gespräch!

Patt!




Sollten Sie, werter Leser, News, Bilder, Wünsche, Anregungen, Korrekturen oder Kritik das "Aktuelle Tagesschach" betreffend haben, können Sie uns diese herzlich gerne unserem Redakteur Mike Rosa an die folgende Adresse mailen: Mike.Rosa@chesstigers.de



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Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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