Nachrichten Aktuelles Tagesschach 22/10 - Radjabov macht Boden gut Giri und Smeets führen bei Niederländischen Meisterschaften / van Wely sauer XIII. Karl-Mala-Gedenkturnier in Frankfurt a. M.
16.06.2010 - Teimour Radjabov ist der Mann der dritten Runde beim 4. Kings' Tournament in Mediaş. Während die beiden anderen Begegnungen remis endeten, schlug der Aserbaidschaner Ruslan Ponomariov. Bereits fünf Runden sind bei der diesjährigen Dutch Championship in Eindhoven gespielt und Anish Giri und Jan Smeets führen mit 4 Punkten. Bemerkenswert am Rande ist das Remis der vierten Runde zwischen Loek van Wely und Benjamin Bok. King Loek was not amused! Und für alle fleißigen Open-Spieler haben wir für den Sommer einen besonders heißen Tipp: Das XIII. Karl-Mala-Gedenkturnier in Frankfurt am Main vom 08. bis 11. Juli! Ein Preistopf von über 6.500,- Euro wartet darauf, von Ihnen geleert zu werden! Aber das ist nicht der einzige Grund, warum Sie dieses Open mal mitgespielt haben sollten.
Mediaş (ROM) - Die erste beendete Partie der dritten Runde beim Kings' Tournament war die zwischen Liviu-Dieter Nisipeanu und Wang Yue. Mit Mühe und Not überschritt man in einem soliden Russen die vorgeschriebene 30 Züge-Marke und konnte dann den Kollegen zuschauen. Nicht viel später sahen Magnus Carlsen und Boris Gelfand ein, dass sie einander ebenbürtig waren und teilten den Punkt ebenfalls. Somit ruhten alle Hoffnungen auf etwas Blut in der Begegnung zwischen Ruslan Ponomariov und Teimour Radjabov. Und wirklich, Radjabovs Königsinder erwies sich als zu schwierig für den FIDE-Weltmeister von 2002. Der Ukrainer geriet mächtig unter Druck und musste sich letztlich mit einem Qualitätsopfer behelfen, doch sein aserbaidschanischer Gegner wies nach, dass Schwarz danach eine technische Gewinnstellung hatte. Damit hat Radjabov seine Niederlage zum Auftakt ausgebügelt und zieht in der Tabelle mit dem noch immer sieglosen Carlsen gleich.
Wer gerne mehr über das Kings' Tournament erfahren möchte, sollte unbedingt auf der offiziellen Turnierseite die regelmäßigen Videobeiträge von Chessvibes-Chef Peter Doggers anschauen! Wie immer erfährt man dort am besten, was sich die Spieler an dieser oder jenen Stelle gedacht haben.
Die Bedenkzeit in Mediaş (oder auch Mediasch) beträgt 2h/40 Züge + 1h/20 Züge + 15 Minuten + 30 Sekunden/Zug ab dem 61. Zug und es wird mit einer speziellen Remisregel gespielt: Remisangebote und Annahme vor dem 30. Zug sind untersagt. Nur der Hauptschiedsrichter darf Reklamationen auf Remis in folgenden Fällen erlauben:
dreifache Stellungswiederholung, Dauerschach oder theoretische Remisstellungen.
Rundenstart ist täglich um 14:30 Uhr, nur die letzte Runde wird bereits um 12:30 Uhr gestartet. Inhaber eines Accounts für den Fritz-Server von ChessBase können die Partien dort live verfolgen.
Eindhoven (NED) - Seit dem 11. und noch bis zum 20. Juni finden die Dutch Championships 2010 statt. Die Männer spielen zu zehnt ein neunrundiges Rundenturnier, bei den Frauen sind es dagegen nur sechs Teilnehmerinnen, so dass ein doppelrundiges Turnier mit zehn Runden gespielt wird. Nach fünf Runden haben sich Titelverteidiger Anish Giri und Jan Smeets mit vier Punkten an die Spitze der Tabelle gesetzt. Mit einem Zähler Rückstand folgen Ernst Sipke, Erwin L'Ami und Friso Nijboer. Bei den Frauen ist - wie in jedem Jahr - Zhaoqin Peng haushohe Favoritin und die gebürtige Chinesin wird ziemlich sicher den elften Titel in Serie und den zwölften insgesamt gewinnen. Mit 6/6 ist sie nur noch theoretisch einzuholen.
Die Bedenkzeit in Eindhoven beträgt 90 Minuten/40 Züge + 30 Minuten für den Rest der Partie + 30 Sekunden/Zug ab dem ersten Zug. Rundenstart ist täglich um 13:30 Uhr, lediglich die letzte Runde findet bereits um 11 Uhr statt. Inhaber eines Accounts für den Fritz-Server von ChessBase können die Partien dort live verfolgen.
Anish Giri gegen Benjamin Bok
Jan Smeets gegen Loek van Wely
Wie es aussieht, sind die nationalen Meisterschaften unserer Nachbarn gerne mal Anlass für kleinere Eklats. Im vergangenen Jahr sorgte Sergei Tiviakov für Aufsehen. Der generell nicht als einfach bekannte Europameister von 2008 sorgte 2009 in Haaksbergen für Ärger, als er versuchte, mit seinem Letztrundengegner, Ernst Sipke, vorab ein Remis abzusprechen, um rechtzeitig zur kroatischen Liga abreisen zu können. Was an sich schon mehr als grenzwertig, aber laut vieler Profis Gang und Gäbe ist, hätten sich die Veranstalter wohl noch gefallen lassen, aber die Tatsache, dass Tiviakov damit auch bei einem möglichen Tiebreak nicht anwesend gewesen wäre, konnte und wollte man nicht akzeptieren. Kurzum, der gebürtige Russe stieg nach drei Runden aus und fühlt sich dabei bis heute völlig im Recht, hatte er doch nach eigener Aussage die Veranstalter rund um Turnierdirektor Jan Stomphorst im Vorfeld über seinen Einsatz in der kroatischen Liga informiert und sogar die Zusage erhalten, dass man dafür sorgen würde, dass es zu keiner Überschneidung kommen würde.
Wie auch immer, Tiviakov ist in diesem Jahr nicht dabei, dafür aber Loek van Wely und dieser sorgte in der vierten Runde für Diskussionsstoff. Vor seiner Schwarzpartie gegen FM Benjamin Bok erklärte sich der Weltklasse-GM einverstanden, dass mit einem speziellen Messgerät der Stresslevel und die physische Belastung während einer (spannenden) Schachpartie gemessen wurde.
Das Präparieren von Loek van Wely hat vermutlich länger gedauert als die Partie ...
So verkabelt setzte er sich ans Brett, bereit seinem jungen, aufstrebenden Gegner einen harten Fight zu liefern, doch diesem stand der Sinn nach einer ganz anderen Übung. Nach nur zwölf Zügen war es Bok gelungen eine Stellung aufzubauen, in welcher er die Wahl hatte, van Wely unter Druck zu setzen oder diesen zu einer Zugwiederholung zu zwingen. Er entschied sich für Letzteres und bot seinem Gegner nach eigener Aussage in der Folge zwei Mal das Remis an, doch van Wely lehnte jedes Mal ab und statt daraufhin das Remis beim Schiedsrichter zu reklamieren wiederholte Bok ganze dreizehn Mal bis zum 37. Zug die Stellung und traute sich erst dann, den halben Punkt beim Schiri einzufordern.
Gut verkabelt wollte Loek van Wely kämpfen ...
Post mortem darauf angesprochen, warum er denn nicht einfach das Remisangebot akzeptiert hätte, antwortete ein ziemlich angefressener van Wely: “Ich wollte das Remis nicht, und ich wollte nicht den Eindruck erwecken, dass ich mit einem Remis zufrieden bin. Ich war es nicht. Welche Eröffnung man heutzutage spielt, die Youngsters kennen immer die Theorie. Warum spielte er nicht etwas Scharfes wie gegen Smeets? Da stellte er eine Figur ein. Ich wurde sehr ärgerlich, als ich bemerkte, dass er von Beginn an nur auf ein Remis spielte. Die Organisatoren geben ihm eine Wildcard, aber statt dann hier etwas Erfahrung zu sammeln, spielt dieser Idiot nur auf Remis.”
... doch Benjamin Bok hatte andere Pläne!
Das Messgerät soll übrigens anhand der erfassten Daten die Wut van Welys hervorragend dokumentiert haben. Zum Zeitpunkt, als Bok das erste Mal die Züge wiederholte, zeichnete das Gerät eine deutliche Erregung beim Probanden auf. Der eigentliche Sinn des Experiments wurde so natürlich nicht erfüllt.
Frankfurt a. M. - Jeder engagierte Organisator von Schachturnieren ist nicht nur bestrebt, in der folgenden Auflage die Qualität seines Events zu halten, er sucht nach Verbesserungen, hat den Finger am Puls der Zeit und hat stets auch ein offenes Ohr für die Wünsche seiner Spieler. Ein Paradebeispiel dafür ist das traditionelle Karl-Mala-Gedenkturnier im Herzen von Frankfurt am Main. Ryszard Dyga, Ralph Blum und Michael Schimmer zeichnen sich verantwortlich, dass sich die Main-Metropole auch in diesem Sommer wieder mit einem Open schmücken kann, welches sämtlichen Ansprüchen, die man an ein solches stellen kann, gerecht wird. Vom 08. bis 11. Juli lädt die SG Griesheim von 2001 e.V. jeden Freund des königlichen Spiels in das Bürgerhaus Griesheim im Schwarzerlenweg 57 ein, in sieben Runden Schweizer System um DWZ- und ELO-Punkte sowie zahlreiche Preise zu ringen. Erstmals ausgestattet mit dem hochwertigen Holz-Spielmaterial sowie den modernen DGT-Uhren der Chess Tigers folgt das KMG den heutigen Standards, die ein anspruchsvoller Schachspieler eben an ein Turnier stellt. Vorbei die Zeiten von sich wellenden Spielplanen, nicht zueinander passenden Figuren und nicht aufgezogenen oder defekten Analog-Uhren! Dies und der beachtliche Preisfonds von über €6.500,- locken vermehrt auch Meisterspieler an.
Kurzinfo
Traditionelles Schweizer System
Turnier mit hochwertigem Spielmaterial und DGT-Uhren in Frankfurt am Main
mit einem Preisfonds von über €6.500,-
Spielort
Bürgerhaus Griesheim, Schwarzerlenweg 57, 65933 Frankfurt am Main
Modus
7 Runden nach CH-System, (Buchholzwertung) 40 Züge in 90 Minuten + 30 Minuten Rest
+ 30 Sekunden je Zug ab dem 1. Zug
Wartezeit
Gemäß FIDE-Regel 6.6 a) gilt, dass der Spieler, der mehr als 60 Minuten nach dem
angesetzten Rundenbeginn am Brett erscheint, die Partie verliert.
1. Platz 1.200,-
2. Platz 1.000,-
3. Platz 800,-
4./600,- 5./400,- 6./300,- 7./200,- 8./150,- 9./100,- 10./50,-
Vergabe nach Hort-System (½ geteilt, ½ nach Wertung). Durch die Anwendung des Hort-Systems verändert sich nicht die Zahl der Preisträger.
Mehrfachpreise sind nicht möglich! Es wird der höhere Preis ausgezahlt. Bei gleichem Betrag gilt der Preis mit der kleineren Ordnungsnummer als der höhere.
Anspruch auf einen Preis setzt Anwesenheit bei der Siegerehrung voraus. Nicht in Anspruch genommene Preise verfallen zugunsten des Veranstalters.
Vereinswertung
Der Verein mit den meisten Teilnehmern erhält einen Warengutschein im Wert von €100.-.
Anmeldung
Voranmeldung bis 02.07.2010 durch Überweisung des Startgeldes auf das Konto der Schachgesellschaft Griesheim von 2001 e.V.:
Mit den folgenden Angaben: Name, Vorname, Geb.-Datum, Verein, Spielerpassnummer und FIDE-Kennung (wenn vorhanden). Anmeldung und Registrierung am 08.07.2010 bis 16.00 Uhr.
Auch vorangemeldete Spieler müssen rechtzeitig zur Registrierung erscheinen (Kontoauszug vorlegen)!
Startgeld
Erwachsene: €45,- bei Voranmeldung, danach €55,- Jugendliche: (Stichtag 08.07.1992) €30,- bei Voranmeldung, danach 35,- GM/IM: frei
Schiedsrichter
FSR Thomas Rondio (SC Bad Orb 1984) TL NN (SK Bad Homburg 1927)
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