Nachrichten Igor Khenkin Wertungssieger in Bad Homburg XIII. Rhein-Main-Open mit neuem Teilnehmerrekord
08.06.2010 - Stolze 214 Schachspieler nahmen vom 02. bis 06. Juni im Bürgerhaus Kirdorf im malerischen Bad Homburg vor der Höhe am XIII. Rhein-Main-Open teil und so durfte sich der veranstaltende SK Bad Homburg trotz neuer Spielstätte über einen neuen Rekord freuen. Klarer Rating-Favorit war GM Igor Khenkin und so stellte sein Sieg in der Endabrechnung natürlich keine Überraschung dar. Allerdings offenbarte sich auch eine Schwäche des siebenrundigen Schweizer Systems: Mit Khenkin kamen gleich noch drei weitere Spieler mit 6 Punkten ins Ziel, weshalb die Punktsumme der jeweiligen Gegner (Buchholz-Wertung) letztlich für den Favoriten entscheiden musste. Zweiter wurde GM Gerald Hertneck vor GM Hedinn Steingrimsson und FM Ryhor Isserman. Was das Turnier neben der ausgezeichneten Organisation so beliebt macht, sind die hochwertigen Holzbretter nebst Figuren sowie der Tatsache, dass an allen Tischen mit DGT-Uhren gespielt wird. Gestellt wurde dieses Spielmaterial erneut von den Chess Tigers, die ihrem Mitgliedsverein wie immer gerne ausgeholfen haben.
Fünf gelungene Tage Rhein-Main-Open (RMO) sind beendet und das Fazit kann nur sehr positiv ausfallen. Das Team des SK Bad Homburg hat sich an die ungewohnte Umgebung hervorragend angepasst und trotz der Tatsache, dass man in diesem Jahr nicht im gewohnten Kurhaus am Parkhotel sondern im Bürgerhaus Kirdorf spielte, ein herrlich unaufgeregtes Turnier veranstaltet. Die Verpflegungsmöglichkeiten waren durch die integrierte Gaststätte ausgezeichnet und vergleichsweise durchaus erschwinglich. Doch ein Problem, welches sich allerdings durch nahezu sämtliche Open-Turniere in Deutschland zieht, machte der Veranstaltung doch zu schaffen, nämlich die heikle Getränke-Frage.
Seit jeher bringen sich sehr viele Schachspieler zu einem Turnier eigene Getränke mit, denn es ist nicht nur deutlich praktischer, sondern auch viel günstiger. Auch beim Schach sollte der Mensch ausreichend trinken, und wenn dann draußen auch noch hochsommerliche Temperaturen herrschen, sind pro Tag mindestens 10 bis 15 Euro extra weg, die sich manch einer aber nicht leisten kann oder will. Allerdings finden viele Turniere – wie auch das RMO – in städtischen Gebäuden statt und so möchte man verständlicherweise nur den Verzehr der eigenen Speisen und Getränke sehen. Würde jedoch die Turnierleitung rigoros darauf bestehen, dass keine mitgebrachten Getränke zu sich genommen werden, dann wäre rund ein Dreiviertel der Teilnehmer betroffen, was garantiert zu einem mittelschweren Aufstand führen würde. Dass man im Turniersaal nicht isst, das haben nahezu alle Schachspieler mittlerweile verstanden, aber in punkto Getränke sind die Fronten zwischen Spielern und Veranstaltern völlig verhärtet. So auch beim RMO, als man vor dem Start der dritten oder vierten Runde nochmals darum bat, keine eigenen Getränke mitzubringen, dies jedoch komplett ignoriert wurde. Kaum eine Flasche verschwand und wenn, dann nur so in den Rucksack oder die Tasche, das man leicht herankam. Natürlich fiel das auch der Turnierleitung auf, aber was hätte man tun sollen? 75 Prozent der Teilnehmer des Spielsaals verweisen? Sicherlich ein Thema, welches den Turnierorganisatoren auch künftig Kopfzerbrechen bereiten wird. Statt jedoch wenigstens ein Minimum Anstand an den Tag zu legen, gibt es immer wieder Schachfreunde, die nach ihrer Partie einen Tisch verlassen, der mehr nach einem feudalen Picknick als nach einer Schachpartie aussieht. Wie schwer ist es denn bitte, seine Getränkeflaschen, Tassen oder ähnliche Überbleibsel selbst zu entsorgen? Vielleicht sollte man seitens der Organisation die jeweiligen Übeltäter, die sich ja leicht per Tischnummer ermitteln lassen, per Mikrophon ausrufen und um die Beseitigung bitten, aber diesen aufwändigen „Spaß“ kann sich keine Turnierleitung erlauben, es würde einfach zu viel Zeit kosten.
Abgesehen von diesen typischen Open-Problemen, war das XIII. Rhein-Main-Open ein schönes frühsommerliches Erlebnis in freundschaftlicher Atmosphäre. Jeder Teilnehmer erhielt zur zweiten Runde an seinem Brett ein persönliches Namensschild, welches nach der Auslosung jeder weiteren Runde wieder an den richtigen Platz gestellt wurde. Ein Highlight war auch der Internet-Auftritt des Turniers. Nicht nur, dass sehr zeitnah abends die nächsten Paarungen veröffentlicht wurden, sämtliche anderen Statistiken und Tabellen ließen keinen Wunsch offen und mit einer persönlichen Spielerstatistik zu jedem Teilnehmer setzte man neue Maßstäbe! Von wirklich jedem Spieler, der es erlaubte, wurden Bilder gemacht, und dann zusammen mit den erzielten Ergebnissen in der Tabelle mit dem jeweiligen Namen verlinkt. Und last but not least konnte man bereits kurz nach dem Turnier auch schon eine vorläufige Elo- und DWZ-Auswertung finden. Nach der folgenden Endtabelle haben wir noch ein paar exklusive Impressionen von unseren Chess Tigers on Tour Kerstin Kalisch und Mike Rosa für Sie.
Bester Senior auf Platz 15 - IM Dr. Helmut Reefschläger
IM Leonid Sobolevsky verlor überraschend seine Erstrundenpartie gegen Tim Schmitz (ELO 1917) und erreichte so nach Buchholz "nur" Rang 2 in der Seniorenwertung
FM Julian Geske erhielt den ersten Preis der A-Jugend-Wertung, da die beiden vor ihm Platzierten einen der Hauptpreise gewannen
Bester B-Jugendlicher wurde Jan Christian Schröder
Obwohl Alexander Donchenko keine Partie verlor musste er sich knapp mit dem zweiten Rang in der B-Jugend-Wertung begnügen
Die Vorentscheidung um den Turniersieg fiel eigentlich schon in der fünften Runde, als Igor Khenkin gegen Gerald Hertneck gewann