31.03.2005 - Der SAT.1-Krimi am gestrigen Abend hatte die Serie "Ein Fall für der Fuchs" im Mittelpunkt: eine spannende Story über einen korrupten Spiele-Händler, einen wirtschaftlich und privat gescheiterten Schach-Großmeister und natürlich das gesamte Gauner-Team mit dem Fuchs - das war die Unterhaltung des Abends. Weil jede Sportart ihr eigenes Wertungssystem hat, haben auch die Medien-Leute des Fernsehens ihre eigene Leistungstabelle, so wie die Schachspieler ihre ELO, DWZ oder gar IPS Wertungen führen.
Hans-Walter Schmitt (links) und Dieter Landuris (rechts)
In der Rangliste der umsatzstärksten TV-Sendungen am Mittwoch, den
30. März 2005 stand die Sendung "Ein Fall für den Fuchs: Schachmatt" auf
SAT.1 mit einem Brutto-Werbeumsatz von 1.24 Millionen Euro auf dem
Spitzenplatz der Geldverdiener-Tabelle.
Auf dem zweiten Platz folgte die Sendung "Die Super Nanny" auf RTL,
die es immerhin auf 1.14 Millionen Euro brachte.
Auf dem dritten Platz rangierte GZSZ, oder für die Nicht-Fernsehfans
dieser Serie auch "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" genannt mit 1.01
Millionen Euro.
Am Ende der Verdiener-Tabelle landete mit 0.43 Millionen Euro
verdienten Werbeeinnahmen die SAT.1-Sendung "Verliebt in Berlin".
Die Gunst der Fernsehzuschauer messen die TV-Leute anhand der
sogenannten Quotencharts sowohl bezogen auf die Anzahl der Zuschauer in
der Altersgruppe 14-49 Jahren als auch nach einer Medien-Analyse in %,
also quasi als Markt- oder Zuschauer-Anteil.
Hier war der Abräumer auf Platz 1 die RTL-Sendung "Gute Zeiten,
schlechte Zeiten" mit 2.42 Millionen Zuschauer, der Schachkrimi "Ein Fall
für den Fuchs: Schachmatt" lockte immerhin 1.99 Millionen Zuschauer vor
die Röhre. Eigentlich eine gute Gelegenheit, etwas Werbung für das
Schachspiel zu machen.
Und der Ober-Tiger Schmitt ging dann auch schlau
wie ein Fuchs mit einer Strategie aus dem Handbuch der Werbeleute vor,
in der Branche auch als "Product Placement" bekannt. Es gelang ihm ganz
unauffällig, eine Digital-Uhr mit dem Chess Tigers Logo so geschickt zu
plazieren, dass sie für einige Sekunden im Bild erschien.
Obwohl
sich Dieter Landuris alias René in die Rolle eines lettischen
Großmeisters verkleiden musste und gemäss Drehbuch die Rolle des Schach-Ignoranten spielte, outete sich Landuris später durchaus als
Schach-Fan. Seine Zusage für die Chess Classic Mainz 2005 (9.-14. August
2005) soll Turnierdirektor Schmitt schon in der Tasche haben.
Ob er dann
wieder in die Rolle des lettischen Großmeisters schlüpft hängt vielleicht auch
von der Möglichkeit ab, die Präsidentin des estländischen Schachverbandes,
Carmen Kass, zu treffen - eine willkommene Gelegenheit wäre es allemal.
Der Film, der Fuchs und des Schachmatt
Foto: PR / SAT.1