TopTurniere Anand mit Blitzstart beim Amber-Klassiker in Monaco
19.03.2005 - Mit dem 14. Amber Blind- und Schnellschach-Turnier beginnt am 19. März 2005 in Monaco ein Klassiker der Extraklasse. Hierzu tragen nicht nur das exclusive Ambiente im Monte Carlo Grand Hôtel in Monaco oder der üppige Preisfond des Sponsers, dem Mäzen Joop van Oosterom, sondern auch die versammelte Spitzenklasse im Weltschach bei.
Anand
Bareev
Gelfand
Ivanchuk
Kramnik
Peter Leko
Morozevich
Shirov
Svidler
Topalov
Vallejo
Van Wely
Unter den 14 Teilnehmern sind
mit Viswanathan Anand
(Indien), Evgeny
Bareev (Russland), Boris Gelfand (Israel), Vassili Ivanchuk
(Ukraine), Wladimir Kramnik (Russland), Peter Leko (Ungarn),
Alexander Morozevich (Russland)Alexei Shirov (Spanien)
Peter Svidler (Russland), Veselin
Topalov (Bulgarien)Francisco Vallejo (Spanien)
und Loek van Wely (Niederlande) wichtige
Spieler der Weltelite vertreten.
Sie alle scheuen sich nicht, in einem ungewöhnlichen Turnier-Format
gegeneinander anzutreten. An jedem Spieltag wetteifern die Spieler in
jeweils einer Blindschachpartie und einer Schnellschachpartie mit
jeweils etwa einer Stunde Spieldauer gegeneinander.
Modernste Computertechnik hat die herkömmliche Technik der mit einem
Schal verbundenen Augen abgelöst. So werden die einzelnen Züge der
Blindpartien mit Hilfe der Computer erfasst. Dabei erscheint ein leeres
Schachbrett vor dem Spieler, der seinen Zug mithilfe einer Computer-Maus
oder der Tastatur eingibt - akustische Verwirrungen sind somit
ausgeschlossen.
Jeder der durchgeführten Züge erscheint auf dem Bildschirm der Spieler -
natürlich ohne die aktuelle Gesamtposition anzuzeigen. Diese sind jedoch
für das Publikum und natürlich für die Schiedsrichter einsehbar -
illegale Züge infolge Gedächtnisverlust sind daher ausgeschlossen.
Wem diese mentale Tortur nicht genug ist, kann sich dann in der zweiten
Disziplin des Turniers, dem Schnellschach so richtig als "Speed-Junkie"
outen - natürlich im schachlichen Sinne des Schnelldenkers gesehen. Für
die Spitzenspieler geht es darum, im Jahr 1 n.K. (nach Kasparov) zu
beweisen, wer die Position des weltstärksten Spielers einnimmt -
unabhängig vom jeweiligen nominellen Titelträger eines FIDE-Weltmeisters.
Die bisherigen Turniersieger:
2004 : Alexander
Morozevich und Wladimir
Kramnik
2003: Viswanathan
Anand
2002: Alexander
Morozevich
2001: Veselin
Topalov undWladimir
Kramnik
2000 : Alexei
Shirov
1999: Vladimir
Kramnik
1998: Alexei
Shirov und Wladimir
Kramnik
1997: Viswanathan
Anand
1996: Vladimir
Kramnik
1995: Anatoly
Karpov
1994: Viswanathan
Anand
1993: Ljubomir
Ljubojevic
1992: Vassili
Ivanchuk
Der
erste Spieltag
Gar keinen Zweifel liess am ersten Wettkampftag der indische Grossmeister Vishy Anand aufkommen. Zum Auftakt legte er eine makellose
Bilanz vor und führt das Turnier mit 2.0 Punkten aus 2 Partien an, mit
einem halben Punkt Vorsprung auf Alexander Morozevich, Peter Svidler und
Francisco Vallejo Pons.
In einer bemerkenswerten Anti-Theorie-Partie spielte Morozevich gegen
den Holländer Loek van Wely.
Die Eröffnung war direkt aus dem Kapitel
"Probiere das niemals zu Hause aus" - und GM Anand bemerkte zur Wahl
dieser Eröffnung: "Wenn diese Eröffnung in einem Theorie-Buch zu finden
wäre, würde ich es niemals kaufen. Steinitz würde in Ohnmacht fallen
falls er diese Züge sehen würde".
In der Schnellschachpartie zwischen Shirov und Anand trafen zwei alte
Bekannte aufeinander, hatten sie doch beim letztjährigen Chess Classic
Mainz 2004 das Schnellschach-Duell über 8 Partien gegeneinander
ausgetragen. Anand behielt in diesem Mainzer Duell einmal mehr die
Oberhand und besiegte Alexei Shirov.
Grund genug, daß der mit der spanischen Staatsangehörigkeit
ausgestattete Shirov auf Revanche brannte. In der Vorstoss-Variante der
Caro-Kann-Verteidigung kam es nach 31: ...Th6 zur Vorentscheidung:
Shirov besetzte mit 32. Dg3 die offene g-Linie, doch Anand konterte ganz
cool (wie?). Shirov vergeudete danach keine Zeit mehr und gab auf.