Nachrichten Susan Polgar, die USCF und der falsche Sam Sloan Politische Schachschlammschlacht in den Vereinigten Staaten
05.06.2009 - Sind wir mal ehrlich, wirklich recht können es uns nationale und internationale Verbände doch niemals machen. Wir bemängeln die Unfähigkeit, zuverlässige Sponsoren zu finden, ein effizientes Trainingskonzept für den Nachwuchs zu entwerfen und anzuwenden, die offensichtliche Vetternwirtschaft und die Verfolgung persönlicher Interessen in den höchsten Führungsebenen. Wohlgemerkt, aus gutem Grunde wird an dieser Stelle darauf verzichtet, konkrete Verbände und Namen zu nennen, denn, wie uns der große Bruder jeneseits des noch größeren Teichs lehrt, ist es heuer moderne Unsitte, sich gegenseitig auf Haus und Hof zu verklagen. "Meinungsfreiheit ist prima, solange Du mich nicht kritisierst!" Wie häßlich es werden kann, wenn sich ein Verband und ein verdientes Mitglied des selbigen in die Haare bekommen, kann man just in Amerika beobachten. Zwischen der USCF (United States Chess Federation) und Susan Polgar sind mittlerweile mehrere Rechtsstreits entstanden, welche sogar außerhalb des Gerichtsaals in Form von teils unglaublich bösartigen Internetberichten in Blogs und Foren geführt werden beziehungsweise dort ihren Ursprung haben.
Zum besseren Verständnis stelle ich Ihnen kurz die Hauptakteure der Schachschlammschlacht innerhalb der USCF vor:
Susan ist die älteste der drei berühmten ungarischen Polgar-Schwestern und war von 1996-1999 Schachweltmeisterin. Heute ist sie Mutter zweier Kinder und seit Mai 2007 in zweiter Ehe mit Paul Truong verheiratet. Sie betreibt in ihrer Wahlheimat USA das Polgar Chess Center - eine Schachschule - und gründete die Susan Polgar Foundation zur Förderung des Jugendschachs sowie das Susan Polgar Institute for Chess Excellence (SPICE). 2005 sorgte sie für Schlagzeilen, als sie bei einer Simultanvorstellung gegen 326 Gegner (+309;=14;-3) einen inoffiziellen Weltrekord aufstellte, der mittlerweile allerdings von Kiril Georgiev überboten wurde. Seitdem ist sie nur noch selten selbst aktiv und widmet sich in der Hauptsache ihrer Familie und ihren Projekten. In der Theorie könnte es für Susan Polgar gar nicht besser laufen. Was sie rund ums Schach anfasst, scheint zu funktionieren. Vielleicht deshalb, aber auch, weil Ihr die Missstände innerhalb der USCF ein Dorn im Auge sind, bürdete sie sich selbst noch die Verantwortung eines Vorstandsamtes im Amerikanischen Schachverband auf. Und sie wäre nicht die Erste, die sich mit dem Versuch, einen maroden Verband zu sanieren, selbst an die Wand gefahren hätte. Noch kämpft die Powerfrau aus Texas wie eine Löwin dafür, dass bei den nächsten Wahlen der USCF möglichst viele Köpfe im Vorstand rollen, aber es gibt auch nicht Wenige, die bereits lautstark den ihrigen fordern.
Hoainhan (Paul) Truong Vietnam, 1965
Fide-Meister, Schachbuchautor und Organisator
Vorstandsmitglied der USCF (zuständig für Marketing und Kommunikation)
Paul Truong ist gebürtiger Vietnamese und verheiratet mit Susan Polgar, der er auch seinen relativ hohen Bekanntheitsgrad in der amerikanischen Schachszene zu verdanken hat. Er selbst sieht sich gerne als Erfolgsmensch und Manager von Susan Polgar, doch schaut man genauer hin, ist er stets lediglich die "schlechtere Hälfte" der ehemaligen Weltklassespielerin. Wo auch immer seine Gattin eine Führungsposition einnimmt, Paul Truong ist früher oder später ihr Co oder Vize. Eine Strategie, mit welcher schon ganz andere zu Macht und Einfluss gekommen sind, doch Freunde macht man sich so nur selten. Daher verwundert es auch nicht, dass Truong innerhalb der USCF durchaus umstritten ist, zumal er in seiner Karriere bereits zwei Firmenpleiten produziert hat. Dennoch, als man seitens des Amerikanischen Verbandes versuchte, Truong aufgrund der weiter unten beschriebenen Vorwürfe aus dem Vorstand herauszuwählen, scheiterte man sehr zum Ärger des Präsidenten der USCF, Bill Goichberg, deutlich an den anwesenden Deligierten. Nach seinem beruflichen Werdegang gefragt, holt Troung sehr gerne weit aus, ohne jedoch ins Detail zu gehen. Schließlich beschreibt er sich selbst als der Marketing Manager schlechthin, dem die Arbeit für diverse Milliarden Dollar-Unternehmen aber zu stressig wurde, weshalb er 2001 seinen Beruf an den Nagel hängte. Aufgrund von mehreren sogenannten NDA (Non-Disclosure Agreement = Geheimhaltungsvereinbarung) dürfe er allerdings nicht mehr sagen. Ist er der "Fake Sam Sloan"?
William (Bill) Goichberg USA, 11.11.1942
Fide-Meister, internationaler Schiedsrichter der FIDE
Präsident der USCF
Bill Goichberg ist ein echter Dinosaurier im amerikanischen Schach. Bereits 1964-67 sammelte er Verbandserfahrungen als Wertungsreferent der USCF. Unterdessen wurde er auch Co-Herausgeber des in Amerika monatlich erscheinenden Schachmagazins "Chess Live" und 1968 gründete er die Continental Chess Association, deren heutige Homepage Goichberg neben vielen weiteren Internetseiten heuer mit Vorliebe für seinen Feldzug gegen Susan Polgar und Paul Truong und seinen eigenen Wahlkampf nutzt. Neben seiner Vorstandstätigkeit bei der USCF von 1975-1978, 1989-1992 und 1996-1999 veranstaltete er diverse nationale Turniere und wurde Präsident der New York State Chess Association sowie Co-Herausgeber des Buches "Official Rules of Chess". Im August 2005 schließlich erreichte er endlich sein Ziel und wurde zum Präsidenten der USCF gewählt. Seitdem beklagen nicht nur Polgar und Truong, dass die Mitgliederzahlen des Verbandes beständig sinken und hunderttausende Dollar verschwendet würden.
Samuel (Sam) Howard Sloan alias Haji Mohammed Ismail Sloan
USA, 07.09.1944
Schachjournalist
ehemaliges Vorstandsmitglied der USCF
Sam Sloan ist die vielleicht undurchsichtigste Figur in diesem perfiden Schachspiel ohne Brett. Entweder ist er tatsächlich ein wahrer amerikanischer Held und Tausendsassa oder er ist einer der größten Blender der (amerikanischen) Schachgeschichte. Selbst über das Schach hinaus könnte einem der Name schon begegnet sein, wenn man sich beispielsweise für ungewöhnliche Rechtsstreitigkeiten interessiert. Nach seinem Studium an der University of California in Berkeley arbeitete er für eine Investment Firma an der Wall Street, bevor er 1970 mit seiner Firma Samuel H. Sloan & Co selbst eine Broker-Lizenz erhielt, welche ihm allerdings schon 5 Jahre später aufgrund von "Unregelmäßigkeiten" wieder entzogen wurde. Nach mit Gerichtsverhandlungen gespickten Jahren durfte sich Sloan - als bis heute letzter Amerikaner - ohne Anwalt vor dem U.S. Supreme Court selbst verteidigen und auch aufgrund formaler Fehler erhielt er tatsächlich Recht. Doch an die Börse kehrte er nicht mehr zurück. Neben einer Rolle in einem Fernsehfilm soll er auch Taxifahrer in New York City gewesen sein.
Heute schreibt er bevorzugt Schachbücher, veröffentlicht DVDs, tummelt sich in diversen Schachforen - weltweit für seine scharfen Postings bekannt und verklagt gerne jeden, der ihm nicht in den Kram passt. Sloan war drei Mal verheiratet und hat acht Kinder mit fünf Frauen. Seine zweite Frau kam aus Pakistan und brachte 1981 in New York eine gemeinsame Tochter zur Welt. Bald darauf trennte man sich jedoch und die Frau kehrte in ihre Heimat zurück. Die Tochter blieb bei Sloan, der New York verließ und nach Virginia zog. Dort überließ er das Kind einem einheimischen Paar, welches das Mädchen lieb gewannen und nach einigen Jahren natürlich nicht mehr hergeben wollten. Als auch Sloans Versuche scheiterten, seine Tochter nach einem schmutzigen Sorgerechtsstreit per Gerichtsbeschluß zu sich zu zwingen, versuchte er 1991 mit ihr heimlich die USA zu verlassen. Glücklicherweise wurde er dabei erwischt und verhaftet. Mehr als zwei Jahre verbrachte er für versuchten Menschenraub im Staatsgefängnis, wo er zum Islam konvertierte und sich seither bei Bedarf Haji Mohammed Ismail Sloan nennt. Bis heute behauptet er, unschuldig gewesen zu sein und stellt die abenteuerlichsten Verschwörungstheorien auf.
So, und jetzt erkläre mal jemand, wie es dieser Mann, der nebenbei behauptet, einst ein Meisterspieler des Schachs gewesen zu sein, aber nie eine Rating über 2000 erreichte und niemals eine ELO hatte, in den Vorstand eines nationalen Schachverbandes gelangen konnte! Ein Mann, der quasi jeden verklagt, der mehr als drei Worte mit ihm gewechselt hat, zu allem Überfluß auch noch mit seiner Sexualität und seinem Hang zu jungen Frauen hausieren geht und sogar zeitweise im Internet darüber berichtet hat. Oh Amerika, Du Land der unbegrenzten Möglichkeiten ...
Ursprünglich wollte ich relativ knapp lediglich darüber informieren, dass sich die mehrfache Schachweltmeisterin Susan Polgar nebst Ehemann Paul Truong im Clinch mit der USCF befindet, welcher nun vor Gericht ausgetragen wird und in welchem sich die Summen zwischen 1, 10 Millionen und sogar 25 Millionen US-Dollar bewegen. Aber schon nach kurzer Recherche war klar, dass sich dort nicht nur gegenseitig verklagt wird, es ist ein schmutziger Krieg mit gegenseitigen Vorwürfen, Verleumdungen und vulgären Beschimpfungen entstanden, aus welchem ein jeder von uns - ach so intellektuellen - Schachspielern seine Lehren ziehen kann und sollte.
Angefangen hat alles vor knapp zwei Jahren bei der Wahl der Vorstandsämter der USCF. Damals kandidierten Sam Sloan und Paul Truong für das gleiche Amt und Letzterer wurde mit deutlichem Vorsprung gewählt. Da auch Polgar selbst im Vorstand ist, hatte es ihr Gatte sicherlich einfacher, gewählt zu werden, aber das allein ist allenfalls moralisch fragwürdig aber sicher nicht illegal. Doch der somit nicht wiedergewählte Sloan protestierte, weil angeblich zuvor unter seinem Namen in Internet-Blogs und -Foren über 2.400 Einträge gemacht wurden, die aufgrund ihrer oft bösartigen Aussagen und vulgären Formulierungen seine Person in Misskredit gebracht hätten. Das Vortäuschen, eine andere Person zu sein, ist im World Wide Web trauriger Alltag. Der Missetäter in diesem Fall soll kein Geringerer als Paul Truong selbst gewesen sein, wie einer der Administratoren der USCF-Webseite, Brian Mottershead, herausgefunden haben will. Stets sei die gleiche IP-Adresse benutzt worden, welche nur den Schluss zulasse, dass Truong der Schuldige sein muss, gab Mottershead im Forum der USCF bekannt. Daraufhin reichte Sam Sloan Klage gegen die USCF beziehungsweise das Ergebnis der Vorstandswahlen ein, welche allerdings im August 2008 rechtskräftig abgewiesen wurde.
Im Januar 2008 hatten zuvor einige Vorstandsmitglieder versucht, Paul Truong zum Rücktritt zu bewegen, selbiger lehnte dies jedoch kategorisch ab und behauptet seinerseits, jemand habe seine IP gehackt, um vorzutäuschen, Truong wäre der "Fake Sam Sloan". Auch das soll laut dem Gründer von OpenDNS, David Ulevitch, im Netz häufiger vorkommen, obwohl er zugleich aufgrund der akribischen Recherche von Mottershead zu der Ansicht gelangt, dass in diesem Fall der rechtmäßige Inhaber der betreffenden IP-Adresse wohl auch der Verfasser der Einträge sein muss. Truong dagegen kritisiert, dass Mottershead gegen die Geheimhaltungsvereinbarung (NDA) der USCF verstoßen habe, als er erstens ohne offiziellen Auftrag Untersuchungen in diesem Fall unternahm und zweitens die vermeintlichen Beweise auch noch öffentlich machte. Der Fake Sam Sloan oder FSS ist seit diesem Zeitpunkt im amerikanischen Schach ein bekannter Begriff. Der USCF jedenfalls reichten die Beweise völlig. Zwar suspendierte man den übereifrigen Administrator Mottershead, doch zugleich reichte man aufgrund seines Berichts Evidence that Paul Truong is the "Fake Sam Sloan" im Juli 2008 Klage gegen Susan Polgar und Paul Truong ein. Diese revanchierten sich postwendend und verklagten die USCF unter anderem wegen Rufschädigung und Beleidigung auf $25.000.000, was sich später noch auf $10.000.000 reduziert haben soll.
Lässt man mal die "Fake Sam Sloan"-Geschichte außen vor, kann man recht übersichtlich auflisten, worum es Susan Polgar und Paul Truong sowie Bill Goichberg auf der anderen Seite geht. Erstere bemängeln, dass die Mitgliedszahlen der USCF stark zurückgehen. Seien es im März 2003 noch 95.388 Mitglieder gewesen, stehe man im April 2009 nur noch bei 79.135 - ein Minus von 16.253. Deutlich mehr als das Vier- oder Fünffache der amerikanischen Schachspieler sei somit nicht Mitglied im höchsten nationalen Verband, was in der Hauptsache an dem schlechten Finanzmanagement und der nicht dem modernen Standard entsprechenden Internetpräsenz liegen soll. Das bisherige Minus in der USCF-Kasse für das laufende Jahr beläuft sich laut Polgar auf rund $500.000. Man wirft der USCF vor, dass die Verantwortlichen den raschen Wandel im Schach nicht verstehen und lieber Gelder für juristische Prozesse verschwendet würden. Man würde die Bedürfnisse der "Kunden" nicht erkennen und stattdessen - teils schon seit Dekaden - nur an der eigenen Macht kleben. Anstatt Polgars Bemühungen, das Schach besser zu fördern, mitzugehen, werfe man ihr beständig Knüppel zwischen die Beine und versuche vielmehr, ihren guten Ruf zu schädigen, ihre Tätigkeit an der Texas Tech University zu torpedieren und ihre beiden Kinder (8 und 10 Jahre) würde man nun auch noch mit hineinziehen, indem beispielsweise behauptet würde, dass sie diese zwingen würde gegen ihren Willen scharfe Saucen zu essen. Sie selbst wurde schon als "Hure" und "Schlampe" bezeichnet und solle gefälligst dorthin zurückkehren, wo sie hergekommen sei. Diese Situation sei erst entstanden, als sie und Truong ihre Stimmen erhoben, Missstände angeprangert und die Entlassung bestimmter Personen (u. a. Brian Mottershead) gefordert hätten.
Wie soll es anders sein, Bill Goichberg sieht das völlig anders und bestreitet, dass er oder jemand aus seinem Team Susan Polgar je beschimpft hat. Bis heute hätte sie es jedenfalls nicht beweisen können. Goichberg gibt das aktuelle Kassenminus mit rund $65.000 deutlich niedriger an und fügt hinzu, dass man sogar ein Plus zu verzeichnen hätte, wenn Susan Polgar den eigenen Verband nicht verklagt hätte. So allerdings sah sich der Präsident jüngst gezwungen, die Personalkosten innerhalb der USCF um 20% zu kürzen, um weitere anfallende Kosten decken zu können. Ironischerweise hatte Polgar zuvor schon des Öfteren kritisiert, dass sich der Verband nicht längst gegen Klagen versichert habe, um sich die hohen Kosten im Fall der Fälle sparen zu können. So führt die USCF aktuell nicht weniger als sechs Prozesse und bezahlt dies aus der Verbandskasse. In den USA ein richtig teures Vergnügen!
Die Verantwortung für die schwindenden Mitglieder sieht Goichberg wenn überhaupt bei seinen Vorgängern im Amt. Unter ihm seien seit 2006 nur 1.481 Mitglieder ausgetreten. Anstatt gleich die entsprechenden Beweise mitzuliefern, dreht Goichberg den Spieß um und kritisiert seinerseits heftig das Verhalten von Polgar und Truong. So fragt er beispielsweise, wie es sein kann, dass Polgar und Truong trotz persönlicher Nachfrage nicht angegeben hätten, dass sie verheiratet sind. Es sei stets nur von "Manager" und "bester Freund" die Rede gewesen. Hätte man rechtzeitig gewußt, dass beide ein Ehepaar sind, hätte man nicht zugelassen, dass sie gleichzeitig ein Amt im Vorstand der USCF bekleiden. Ferner stelle sich Goichberg die Frage, warum Truong nicht bereit sei, vor Gericht unter Eid zu schwören, dass er nicht der Verfasser der FSS-Beiträge ist, wenn er doch unschuldig sei. Ebenso habe Truong vor Gericht gelogen, als er bei seiner zweiten Firmenpleite 2007 behauptet habe, ohne regelmäßiges Einkommen zu sein und seine Frau verdiene nur rund $10.000 im Jahr, gleichwohl beide zu dieser Zeit bereits Angestellte der Texas Tech University waren und zumindest Polgar somit rund $200.000 pro Jahr verdiene. Zudem bezweifelt Goichberg, dass Truong jemals für Firmen mit Milliarden-Umsätzen gearbeitet habe. Dazu würden jegliche Belege fehlen. Ein Angebot seitens Polgar, die Streitigkeiten friedlich beizulegen, indem ihr die USCF symbolisch $1 zahlt, sich förmlich und öffentlich entschuldigt und natürlich die Klage gegen sie und Truong fallen lässt, lehnte der Präsident der USCF ohne Zögern ab.
Welche Zahlen, Fakten und Behauptungen nun stimmen und welche nicht, scheint indes schon längst nicht mehr wichtig zu sein. Vielmehr hinterlassen sämtliche Parteien den Eindruck, dass man nur noch daran interessiert ist, die Gegenseite so schlecht wie möglich aussehen zu lassen. Nahezu ausschließlich über das Internet wird indirekt miteinander kommuniziert und das ausgerechnet auf Plattformen, die nicht nur jeder verfolgen kann, es darf sich auch jeder unter dem Deckmantel der Anonymität dazu äußern. Selbstverständlich ist dabei jeder darauf bedacht, negative Meinungen möglichst rasch unter fadenscheinigen Gründen zu löschen und Fürsprecher zum Weitermachen zu ermutigen. Da kann es auch mal vorkommen, dass eines der zahlreichen Foren plötzlich behauptet, die Einträge einer ganzen Woche unwiederbringlich verloren zu haben. In dieser modernen Internetsportart sind alle mittlerweile wahre Meister und begründen ihr Handeln damit, dass man natürlich nur das Wohl der USCF und deren Mitglieder im Sinn habe. Dabei werden gerne auch aus dubiosen Quellen plötzlich komplette Email-Sammlungen veröffentlicht, in deren Besitz man nur auf illegalem Weg oder durch die unglaubliche Dummheit der Beteiligten selbst gelangt sein kann.
Je tiefer man eintaucht in die Materie, desto mehr Vorwürfe und Verfehlungen beider Seiten kommen ans Tageslicht. So viele, dass es schlicht keinen Sinn macht, diese hier aufzuzählen. Möglicherweise ist das auch der Grund dafür, dass man so gut wie keine Berichte in deutscher Sprache zu den Ereignissen in der USCF findet. Sollten Sie sich also über diesen Artikel hinaus für das Thema interessieren, sollten Sie unbedingt der englischen Sprache mächtig sein. Dann können Sie sich jedoch gleich sehr viel Zeit nehmen, denn die Zahl der Blogs, Foren und anderer Webseiten, die sich zu dieser Schlammschlacht auslassen, ist schier unendlich. In der Folge seien Ihnen ein paar Links empfohlen, doch geben Sie einfach mal nur "Polgar USCF" bei Google oder der brandneuen Microsoft-Suchmaschine Bing ein, und Sie erhalten locker 35.000 Treffer ...
Sei es uns allen eine Warnung. Einerseits davor, aus einer ursprünglich nur kontroversen Diskussion eine persönliche Schlacht unterhalb der Gürtellinie zu entfachen, aber auch davor, das Internet dafür zu nutzen, private Rachegelüste zu stillen. Abschließen möchte ich mit gleich zwei passenden Zitaten des großen Mark Twain:
„Es ist besser, den Mund zu schliessen und für einen Narren gehalten zu werden, als ihn zu öffnen und so alle Zweifel zu beseitigen.“
„Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist derselbe Unterschied wie zwischen dem Blitz und einem Glühwürmchen.“