18.03.2005 - War das letzte Bundesliga-Wochenende schon von Dramatik geprägt, so packten die Akteure heuer schon wieder etwas drauf! Was der OSC Baden-Baden nicht wußte: die Porzer wurden im Pokalkampf gegen die Schönecker so gut weich geklopft (die Schönecker Niederlage sieht nur dem Ergebnis nach nach einem überlegenen Porzer Sieg aus), dass Werder Bremen eine Woche später überhaupt keine Mühe hatte, mal eben so mit 6 : 2 über den designierten Meister drüberzurutschen. Lange Gesichter bis hinunter zum Parkettfußboden in der Hofheimer Stadthalle. Am gleichen Samstag hielten sich unsere Hofheimer alle Chancen auf einen Klassenerhalt offen durch einen knappen Sieg gegen Mitabstiegskonkurrent Erfurt und hatten am Sonntag sogar Werder Bremen am "Wickel".
* Jede Menge Entscheidungen noch offen in Bundesligen und Oberliga *
* Am Wochenende: Start der Hessenmeisterschaft in Offenbach *
1.BUNDESLIGA
Die natürlich Tags drauf die Peitsche von Porz zu spüren bekamen: 1 -
7! Werder Bremen dagegen wähnte sich schon als Deutscher Meister,
immerhin punktgleich an der Spitze mit den Großen aus Oos und Porz, und
vergaßen ganz, das Hofheim Punkte im Abstieg sammeln und keinesfalls als
Punktekonto herhalten will. Erst beim Rückstand von 2,5-3,5 spielte man
wieder GM- Schach im Bremer Team und weder IM Rechel (trotz
vorangegangener aussichtsreicher Stellung) noch IM Ginsburg konnten ein
halbes Pünktchen für Hofheim sichern. Ganz bitter: zuvor der
Plättchenfall im 40.Zug an Brett 1, und auch die Stellung war nicht
wirklich verloren! Hofheim muß nun gegen Eppingen (oder Baden-Oos, ähem)
in der Schluß- Doppelrunde gewinnen, und dabei auf Ausrutscher
ausgerechnet der Solinger hoffen....
2.BUNDESLIGA
WEST
Meine Güte, gegen ein Freilos kann man doch gar nicht verlieren! Doch
ausgerechnet gegen die bereits abgestiegenen und punktlosen Kölner Sfr.
lieferte Griesheim die schlechteste Saisonleistung (nach Brettpunkten).
Nun macht das schlechtere Restprogramm in der Schlußrunde gepaart mit
einem schwachen Brettpunktekonto Sorgen in punkto Klassenerhalt. Nur ein
Sieg in der Schlußrunde gegen Porz 2 könnte ziemlich sicher den Abstieg
verhindern.
2.BUNDESLIGA
OST
SV Oberursel
Und als ob das nicht schon genug schlechte Nachrichten aus hessischer
Sicht in punkto Abstieg sind, gesellt sich Oberursel in der Ostgruppe
nach einer weiteren Niederlage, diesmal gegen den Tabellenführer
Leipzig-Gohlis, zu den Wartenden am Ausgang Richtung Oberliga. Tiefe
Falten macht dabei u.a. das Brettpunktekonto und der schwere Gegner in
der Schlußrunde, den man erst mal niederkämpfen muß. Das wird ein ganz
bitterer Gang nach Leipzig! Oberursel ist bei eigener Niederlage
gerettet, wenn Würzburg nicht in Chemnitz gewinnt und Nürnberg keine
fränkische Hilfestellung aus Forchheim erhält.
OBERLIGA OST Staffel B
Der Meister dieser Klasse steht fest: nach Jahren (oder schon
Jahrzehnten, jedenfalls endlosen Anläufen) hat es Schöneck endlich
wieder geschafft in die 2.Bundesliga aufzusteigen. Zu dick das
Brettpunkte- Polster, zu leicht das Restprogramm, als das da noch etwas
schief gehen kann. Nachdem Medizin Erfurt erneut Punkte ließ, diesmal
gabs eine 2 - 6 Klatsche von Hungen/Lich, ist der Titel "Meister der
Herzen" für die Thüringer auch noch in Gefahr geraten. Dagegen hat
Freibauer Mörlenbach/Birkenau trotz des VierVier gegen die VSG Offenbach
noch alle Chancen in der Schlußdoppelrunde den Vizemeister zu machen.
Und am schönsten sind immer noch Siege im Lokalderby und sicherlich wird
man in Dotzheim den 6 - 2 Sieg gegen den SV Wiesbaden genießen. Die FTG
holte sich beim Erfurter SK 2 trotz Unterzahl mit nur sechs Spielern(!)
einen 4,5 Sieg, was Empor Erfurt nach der Niederlage gegen Schöneck
nicht gefreut haben wird. Brett vorm Kopp hat wohl irgendwie verdrängt,
das das Remis gegen Jena nicht zum Klassenerhalt reichen wird; und das
acht und nicht nur sieben Spieler eine Mannschaft bilden! Jetzt müssen
beide Frankfurter Teams entweder gegen Schöneck oder gegen Hungen/Lich
punkten. Tja, wo bitte gehts hier zur Hessenliga?!
START DER HESSENMEISTERSCHAFT AM WOCHENENDE
Etwa 200 Teilnehmer haben sich bislang verbindlich zu den
Titelkämpfen des Hessischen Schachverbandes angemeldet. Bruchköbel 2002
mit insgesamt 242 Teilnehmern ist die nächste Größe, die es noch zu
erreichen gilt, an den Stand der FTG von 2000 (316 Teilnehmer) wird man
möglicherweise nicht mehr herankommen. Also nochmal in Kurzform:
Eröffnet wird am kommenden Samstag mit einer Reihe von Vorträgen. Daran
schließt sich die 1.Offene Hessische Chess960 Meisterschaft im
Schnellschach an. Für die Unentschlossenen: beim Chess960 ist nicht
plötzlich eine Figur mehr auf dem Brett wie z.B. beim Janusschach,
sondern es werden lediglich die Positionen der Figuren auf der ersten
bzw achten Reihe ausgelost, sodaß Eröffnungsvorbereitungen insbesondere
auf bestimmte Gegner ausgeschlossen sind. Sogar mir gelang es im
Chess960- Simultan ein Remis aus unserem neuen Deutschen Meister GM
Jussupow herauszudrücken. Wahrscheinlich bin ich eben doch ein Talent:-)
Aber gut: das Elefantentreffen der hessischen Verbands-, Bezirks- und
Vereinsfunktionäre ist dann am Sonntag angesagt. Ab 9 Uhr wird man mit
der Ausgabe von Stimmkärtchen usw im Vorfeld des Osterkongresses rechnen
können. Und am Nachmittag geht dann das Chess960 in die Schlußrunden und
erste Meister wird feststehen. Heiße Kandidaten: GM Ivanow aus Bad
Mergentheim und der zweifache hessische Schnellschachmeister GM Meijers
aus Aue.
Letzte Chance sich übrigens dann mit dem Gedanken an die Teilnahme im
Meisterturnier der Senioren oder dem Hauptturnier zu beschäftigen....