Zu den Youth Classic bitte hier klicken...
Zur DSEM Chess960 bitte hier klicken...
Zu den Youth Classic Simultans...
Zum Geburtstagsvideo Vishy Anand...
Nachrichten
Nachrichten
Remis-Seuche bei der WM in Brissago?
Der konstruktive Umgang mit der Langeweile
29.10.2004 - Wenn die Organisatoren der Schach-WM nach Carmen Kass ("Model of the Year 2003" und Präsidentin des Schachverbands von Estland) auch noch Verena Kast ins Centro Dannemann eingeladen hätten, dann hätte es für die Zuschauer nicht nur etwas für die Optik sondern auch für den Geist gegeben.
Von Philosophen und Psychologen

Verena Kast, geboren 1943, studierte Psychologie, Philosophie und Literatur und promovierte in Jungscher Psychologie. Sie ist Professorin für Psychologie an der Universität Zürich, Dozentin am C.-G.-Jung-Institut in Zürich und Psychotherapeutin in eigener Praxis. Verena Kast ist Vorsitzende der internationalen Gesellschaft für Tiefenpsychologie.

Wenn die Organisatoren der Schach-WM nach Carmen Kass ("Model of the Year 2003" und Präsidentin des Schachverbands von Estland) auch noch Verena Kast ins Centro Dannemann einladen würden, hätte es für die Zuschauer nicht nur etwas für die Optik sondern auch für den Geist gegeben. Und für die im Kanton Appenzell geborene und nun in Zürich lebende Verena Kast wäre der Weg nach Brissago quasi ein Katzensprung.

Wenn nach den WM-Partien dann in der Presse-Konferenz angesichts der vielen Unentschieden und ähnlicher Eröffnungen (die geschlossene Ruy-Lopez-Eröffnung war zum wiederholten Mal auch in der 10. Partie auf der Tagesordnung) die Grenze vom Spektakel zur Langeweile überschritten wird, könnte die Stunde von Professor Dr. phil. Verena Kast schlagen. Die Psychologin, Verfasserin des Buchs "Das Recht auf Langeweile" würde problemlos den Bogen vom Philosophen Friedrich Nietzsche zur eigenen Forschung schlagen.

Als "Windstille der Seele" bezeichnete der Philosoph Friedrich Nietzsche die Langeweile. Er war der Ansicht, daß man ihr Stand halten, durch sie hindurch gehen muß, damit sich dahinter etwas Neues auftut. Ganz ähnlich argumentiert Verena Karst: Statt Ablenkung um jeden Preis, empfiehlt sie sich der Langeweile zu stellen, sich geradezu auf sie zu konzentrieren. "Was will mir die Langeweile sagen?", wäre also zu fragen. Es gilt die "lange Weile" zu akzeptieren und zu nutzen, um zu den eigenen Interessen zurückzufinden. Über kurz oder lang, erklärt die Psychologin, wird die Fantasie aktiv werden, wird die Innenwelt von allein in Bewegung kommen.  Quelle: Familienhandbuch. Literatur: Verena Kast Vom Interesse und dem Sinn der Langeweile. Walter, 2001 ISBN 3-530-42111-1.

So kämen die Zuschauer in den Genuß einer wissenschaftlich fundierten Erklärung der Langeweile - und die Schachgroßmeister wären ob der wissenschaftlichen Schützenhilfe zum Thema "Langeweile" dankbar, wenn sie dem zuhörenden Publikum in der Nach-Analyse zum wiederholten Mal die Feinheiten des Marshall-Angriffs erläutern müssen. Die zehnte Partie endete unentschieden.

Gerhard Kenk

Published by Gerhard Kenk

Dieser Artikel wurde 1904 Mal aufgerufen.


Impressum     Datenschutz
Copyright © 2026 - Chess Tigers Schach-Förderverein 1999 e.V. / CT