TopTurniere King Loek und Queen Judit punkten voll Favoriten Anand und Topalov haben es schwer - Kramnik kann Eljanov überlisten
15.01.2008 - Der Niederländer Loek van Wely war der Held des Tages. Mit seinem Erfolg gegen den Benoni-Spezialisten Veselin Topalov holte er heute nach, was er gestern gegen Radjabov versäumt hatte zu tun - "zu Siegen". Vladimir Kramnik quetschte im Katalanen den Ukrainer Pavel Eljanov so lange aus, bis der wirklich den ganzen Punkt noch her geben musste. Der Weltmeister von 2000 - 2007 hat sich wirklich zum filigranen Minimalisten mit großem Erfolg im Katalanen entwickelt. Die stärkste Frau der Welt im Schach und 2-fache Mutter Judit Polgar bearbeitete den Israeli Gelfand in ihrer typisch taktischen Art, bis er in Zeitnot die Kontrolle verlor und aufgeben musste.
In der C-Gruppe schießt der Bundeswehrsoldat GM Arik Braun mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen weiter scharf. Mit einem überfallartigem Kurzsieg gegen den Holländer van der Werft sichert er sich weiter seine 100% und übernahm vor dem ersten Ruhetag die alleinige Führung, da sein Co-Leader aus Italien GM Fabiano Caruana gegen den Niederländer Dimitri Reinderman nicht über ein Remis hinauskam.
In der B-Gruppe waren heute drei souveräne Weißsiege von Krasenkow gegen Spoelman, Short gegen L'Ami und Harikrishna gegen WGM Yifan Hou erwartet worden, ansonsten war es eher ein friedlicher Tag.
Judit Polgar "Judit schickt Boris auf die Bretter"
In der A-Gruppe kann man die Flexibilität des Weltmeisters aus Indien nicht hoch genug einschätzen, vor allem deshalb, weil er sein bevorzugtes 1.e4 durch 1.d4 ersetzte, um dem remisträchtigen Marshall-Gambit seines Kollegen Adams aus dem Wege zu gehen. Aber er konnt überhaupt nichts erreichen damit, außer das er am Rande einer Niederlage vorbei wandelte. Allerdings, wie er diese wenig hoffnungsvolle Stellung remis hielt, war schon sehenswert. Die beiden Spitzenspieler aus Azerbaijan, Mamedyarov und Radjabov, lieferten sich ein kurzweiliges Grünfeldindisches Duell mit gegenseitig gespicktem Bauernopfer und Rückopfer, wobei aber nie die Remisbreite überschritten wurde. Morgen wird dann der erste Ruhetag fällig, wobei sicher Anand, Gelfand und Topalov die Wunden lecken müssen. Ganz anders können Aronian, Carlsen, Radjabov, Polgar, van Wely und Kramnik ein bisschen die frische Seeluft am Nordseestrand genießen.