21.02.2005 - Die Zeit ist reif, um für Schach die „Ghetto“ Grenzen in Richtung Transparenz für Sponsoren, Teilnehmer und Medien durchlässiger zu machen. Der Analyst Tim M. Relta wird in Zukunft die kritischen Faktoren bei Schach Open genauestens beobachten, auswerten und in Tabellenform die besten 100 Turniere vergleichen – alle benötigten Zahlen und Werte sind freizugänglich! Mit drei Buchstaben und drei Ziffern werden die wichtigsten Kriterien definiert und wer AAA >1,50 erreicht ist ganz oben in der Skala der Bewertung. Die Veranstalter, beziehungsweise die Sponsoren und Teilnehmer dieser Veranstaltungen werden sich „oben auf“ fühlen können. Andere Veranstalter können aber auch versuchen, wie im berühmt berüchtigten STANDARD&POOR’S S&P Rating das „Triple A“ mit gewissen Massnahmen zu erlangen … Hier die ersten 10 Auswertungen aus dem letzten Jahr und auch der Blick in die Zukunft.
Das Hauptziel ist es, in Kurzform mit drei Ziffern
und drei Buchstaben mehr Transparenz in die Bewertung von Schach Open
Turnieren zu bringen und somit Vergleichbarkeit herzustellen. Die drei
Hauptkriterien in Form von Buchstaben A (beste) bis D (schlechteste)
Bewertung werden gelistet und der Faktor "Preisausschüttung" und
"Startgeldeinnahme" in der Ziffernfolge ausgedrückt. So bedeutet
beispielsweise 1,29, dass 1,29 mal mehr Preise ausgezahlt werden als
Startgelder eingenommen worden sind. Analog dazu bedeutet 0,46 das
weniger Preise ausgeschüttet werden, als Startgelder eingenommen worden sind.
Für Teilnehmer, Sponsoren und Veranstalter ist es also sofort erkennbar,
wie die Umverteilung der finanziellen Leistungen stattfindet! Die
Zeit der „Startgeldumverteilturniere“ soll wechseln in die Zeit der
„gesponserten“ Veranstaltungen.
2. Die Kriterien
für die Ziffernfolge (Faktor)
Die Ankündigung der Schach Open Turniere hat in der
Regel einiges an weichen Kriterien zu bieten, aber auch ganz harte, wie
zum Beispiel Startgeld und Gesamtpreisfonds. Bei der Planung von
Veranstaltungen werden natürlich Kalkulationen bezüglich der
Realisierungskosten, Sponsoringeinnahmen, Fördergelder und die
angenommenen Startgelder der Teilnehmer beziehungsweise die festen
Preisgelder zu Grunde gelegt. Besonders bei traditionellen Open kann auf
Erfahrungswerte zurückgegriffen werden, um möglichst realistisch
zu kalkulieren. Beim Faktor zwischen Preisen und Startgebühren wird
einfach der Gesamtpreisfonds geteilt durch die Anzahl der Teilnehmer,
gemindert um die Titelträger die startgeldfrei starten können. Auf
spezielle Vergünstigungen für Jugendliche, Fidemeister oder Helfer, bzw.
auf erhöhte Startgelder bei Ablauf von Meldefristen wird ganz
verzichtet.
3. Die Kriterien
für die Buchstaben (FQS-Indizes)
Die Indizes von den drei Hauptkriterien wurden wie
folgt festgelegt und geschlüsselt:
I. Preisgeld / Startgeld Verhältnis (Finanzen)
A = > 1.50
B = 1,50 bis 1,00
C = 0,99 bis 0,50
D = < 0,50
II. GM/IM / Teilnehmer Verhältnis (Qualität)
A = > 20%
B = > 10%
C = > 5%
D = < 5%
III. Teilnehmer und Zuschauer (Services)
1.
Live-Übertragung vor Ort / Kommentierung
2.
Live-Übertragung ins Internet
3.
tägliches Bulletin
4.
großzügige und ruhige Spielmöglichkeit / Ambiente
5.
Metropolen und Anreise, bzw. Abreise
6.
Inklusive Preis für Zusatzleistungen, z.B. Topveranstaltungen
7.
Reduzierte Preise der Unterkünfte für Teilnehmer und Zuschauer
A = Erfüllung von 5-7 Kriterien
B = Erfüllung von 3-4 Kriterien
C = Erfüllung von 1-2 Kriterien
D = Erfüllung von keinem Kriterium
Die entstandenen Kriterien stellen mit der
Bewertung S&P COFI AAA3,36 das bekannte FiNet Chess960
Open der Chess Classic Mainz 2005 dar. Bekannte und geplante Turniere
sind hier auch schon aufgeführt und sollen einer ersten Diskussionsrunde
standhalten, ehe wir diese Tabelle ergänzen mit nationalen und
internationalen Turnieren. Alle Fakten liegen offen, wie bei der
Bewertung großer Aktiengesellschaften oder beim berühmten STANDARD&POOR’S
S&P Rating, einem repräsentativen Börsenkurs-Index.
5. Tabelle /
Ausblick und Diskussionsforum
Die komplette Bewertungskriterien können Sie in der
folgenden Tabelle einfach einmal nachvollziehen und ich bitte Sie auch
herzlich Ihre Meinung kundzutun und an
info@chesstigers.de zu senden. Vom geschäftsführenden Vorstand der
Chess Tigers wurde mir für das Jahr 2005 der Auftrag erteilt, hin und
wieder Berichte bzw. Statistiken anzufertigen, die das Schachgeschehen
im selbst geschaffenen „Ghetto“ beleuchten, auf Durchlässigkeiten nach Außen und von
Außen aufzuspüren und diese dann an den Möglichkeiten spiegeln, die die
globalen, nationalen und regionalen Wirtschafts- und
Gesellschaftsstrukturen bieten. Ich freue mich über alle sachdienlichen
Hinweise, bzw. konstruktive Kritik oder sogar Zustimmung.