TopTurniere Ein Wochenende in Wijk aan Zee Drei Chess Tiger bringen Eindrücke, Fotos und Verträge mit nach Hause.
02.02.2005 - So sieht er aus, der Presseausweis für Wijk aan Zee. Er erlaubt es seinem Inhaber, an Pressekonferenzen teilzunehmen, sich im Analyseraum der Großmeister aufzuhalten, und zu fotografieren. Hier also die Fotos eines Wochenendausflugs zum bedeutendsten Turnier der Welt - dem großen Vorbild der Chess Classic - allerdings im traditionellen Schach mit klassischer Bedenkzeit.
Am frühen Samstag morgen fuhren drei Tiger nach Wijk aan Zee. Es geht darum, Eindrücke von diesem Turnier zu gewinnen, und vielleicht auch die eine oder andere Idee für die Chess Classic Mainz 2005 mit nach Hause zu nehmen. Und natürlich dem Königstiger Vishy Anand die Daumen zu drücken, der am Wochenende nochmal alles versuchen wird, um Peter Leko doch noch einzuholen....
Nach seinem Sieg am Samstag über Michael Adams hat Vishy Anand wieder eine Chance auf den geteilten Sieg. Unmittelbar nach seinem Sieg kommt er ins Pressezentrum. Er erklärt ganz entspannt seine Gewinnpartie gegen Adams und alles klingt logisch und einfach.
Obwohl Vishy am Sonntag den geteilten Turniersieg knapp verpasst, kann er doch mit dem Turnier zufrieden sein. Sein Performance-Rating von 2797 bedeutet, dass er seinen Aufwärtstrend fortsetzt und seinem selbstgesteckten Ziel, die magische Grenze von ELO 2800 zu überschreiten, wieder ein Stück näher kommt.
Auch Ruslan Ponomariov zeigte sich am Wochenende kampfstark: er schlägt Morozevich, und versucht auch gegen Lazaro Bruzon, den vollen Punkt einzufahren. Am Ende erreicht er 1,5 aus 2.
Lazaro Bruzon kommt auch in seiner letzten Partie, gegen Ruslan Ponomariov, in Zeitnot. Aber äußerlich bleibt der kubanische GM cool; als er vor der ersten Zeitkontrolle noch eine Minute für sechs Züge hat, und sein Gegner Ponomariov nicht sofort auf seinen Zug antwortet, verläßt Bruzon seelenruhig seinen Platz und beobachtete erst mal das Spielgeschehen am Nebentisch...
Viel Aufmerksamkeit zieht Magnus Carlsen im B-Turnier auf sich: auch die Superstars informieren sich immer wieder über den Verlauf der Partien des jungen Norwegers. Der wiederum scheint die Aufmerksamkeit durchaus zu genießen.
Sein Coach, Peter Heine Nielsen, kann das B-Turnier zwar nicht gewinnen, aber er hilft seinem Schützling Carlsen indirekt, indem er am Samstag einen anderen Youngster schlägt: Sergej Karjakin. Für Karjakin ist es die erste und einzige Niederlage des gesamten Turniers.
Shakhriyar Mamedyarov: der junge GM aus Azerbaijan liegt im B-Turnier vor Beginn der letzten Partie am Sonntag gemeinsam mit Karjakin auf Platz eins. In der letzten Runde trifft er auf Jan Smeets. Ein Sieg, und der geteilte erste Platz im B-Turnier ist ihm nicht mehr zu nehmen. Über einen Zug denkt der Holländer 45 Minuten nach und kommt in Zeitnot. Aber es gelingt ihm dennoch, die Partie für sich zu entscheiden. Mamedyarov muss seinen Traum vom Sieg im B-Turner und einer Teilnahme am A-Turnier begraben.
Zu einer der Überraschungen des Turniers wird Natalia Zhukova, die im C-Turnier 10 aus 13 erreicht und damit Ihre erste GM-Norm einspielen kann. Ihre Kampfstärke bekommt am letzten Tag Manuel Bosboom zu spüren: lange spielte er mit einem Bauern mehr, aber Natalia kämpft weiter und gewinnt schließlich die Partie. Die Chess Tigers fragen sich zu recht, ob die Powerlady aus der Ukraine ihre Einladung ins C-Turnier ihrer starken Performance bei der letzten Chess Classic 2004 verdankt? Der Präsident des Corus Chess Tournaments, Dolf Voss, bestätigte beim Abschluss-Dinner, dass er höchstpersönlich in Mainz die Einladungen an die Weltmeisterin Antoaneta Stefanova und Natalia Zhukova ausgesprochen hatte und zeigte sich darüber sichtlich zufrieden.
Nigel Short während seiner Partie gegen Vladimir Kramnik.