29.05.2007 - +++ Hessische Blitzeinzelmeisterschaft: IM Sven Telljohann zum Dritten +++ Hessische Frauen-Einzelmeisterschaft: Jutta "Hattrick" Ries +++ Frankfurter Stadtmeisterschaft mit ersten Überraschungen +++ Open-Turniere ohne Ende im Juni +++ Terminkalender ergänzt +++ Einmal "Dies und Das" aus dem Internet +++ Thema Versicherungen +++
Hessische
Blitzeinzelmeisterschaft: IM Sven Telljohann zum Dritten
IM
Sven Telljohann von den Schönecker Schachfreunden konnte sich bei den
hessischen Landesmeisterschaften im Blitzschach erneut durchsetzen und
holte sich den dritten Titel in dieser Disziplin in Hessen. Von den 21
Partien konnte Telljohann 19 gewinnen, und musste lediglich gegen den
Vizemeister, Ahmad Siar Wahedi, sowie den Vorjahressieger, Arnd Janoszka,
beide vom SC Steinbach, aufgeben. Der Titelfavorit nach ELO, IM Boris
Margolin vom SV Oberursel, erwischte nicht den besten Tag und landete
abgeschlagen auf Rang 3. Gegenüber den Turnieren der jüngeren
Vergangenheit war diese Blitz- Einzelmeisterschaft sowohl quantitativ
als auch qualitativ eindeutig schwächer besetzt. Aus den Bezirken war
nur Osthessen nicht vertreten, obwohl gerade aus dieser Region der
Veranstaltungsort Nidderau gut mit dem PKW erreichbar ist. Einige andere
Kandidaten hatten wohl von den Hessischen Einzelmeisterschaften noch die
Probleme mit der Anreise mittels öffentlicher Verkehrsmittel im
Hinterkopf und blieben dann doch zu Hause. Erstaunen kann einen zudem
das Niveau einzelner Qualifikanten aus nicht gerade kleinen Bezirken,
die sicherlich in ihrer Region verdient den Erfolg hatten (wer nicht
kommt ist schließlich selbst Schuld), aber den Spielstärke- Spagat bei
der Landesmeisterschaft nichts oder eher wenig entgegenzusetzen hatten.
Egal, an der Spitze setzten sich in Nidderau zumindest die durch, die
auch den Landesverband würdig und im Rahmen der Möglichkeit erfolgreich
vertreten werden. Herzlichen Glückwunsch jedenfalls und alles Gute bei
den Deutschen Meisterschaften!
Einen lupenreinen Turniersieg-Hattrick erreichte Jutta Ries vom SC
Fallender König Babenhausen und wurde wie schon in den beiden Vorjahren
Hessische Einzelmeisterin der Frauen. Herzlichen Glückwunsch! Jutta Ries
siegte in 5 Runden nach Schweizer System mit 4,5 Punkten. Das Remis gab
sie gegen die Vize-Meisterin Manon Blanke vom SK Gernsheim ab. Blanke
wiederum gab noch ein weiteres Remis gegen die Drittplatzierte Vanessa
Hiller vom SC Taunusstein ab. Der Turniersieg von Jutta Ries kommt bei
Gesamtbetrachtung des Feldes nicht überraschend, auch wenn mit Christa
Kaulfuss vom SV Hofheim die eigentliche Turnierfavoritin nach Wertung
nur auf dem vierten Platz landete.
Frankfurter Stadtmeisterschaft mit ersten Überraschungen
Die
4. Runde hatte es auch in den Vorjahren schon immer in sich, auch wenn
sich der eine oder andere Turnieroldie noch an Auftaktniederlagen von
Favoriten in den Jahren zuvor erinnern kann. Zur 5. Runde liegen
jedenfalls nur die beiden noch titellosen Nieder Spieler Oliver Uwira,
immerhin bereits Stadtmeister von 2004, und Sebastian Gramlich,
designierter FIDE-Meister, ohne jeglichen Punktverlust an der Spitze.
Den Rest, und da gibt es einige Titelträger, hat es bereits erwischt;
mehr oder weniger! Bei herrlichen Wetterbedingungen ließ es sich
angenehm auf der Spielerterrasse auf die Ergebnisse warten, und wer
konnte und wollte, hatte Gelegenheit bis weit nach Mitternacht einen
Blick am Analysebrett auf die verpassten Chancen zu werfen. Wie in all
den Jahren zuvor wird an Pfingsten keine Runde ausgetragen und erst am
4. Juni geht es somit weiter.
Alle Informationen rund um das Turnier,
das schließt nicht nur Tabellen und Einzelergebnisse, sondern auch alle
Partienotationen und schon einige Fotos mit ein, sind auf der
Turnierseite im Internet abrufbar:
Ein Blick in einige
allgemeine Turnierkalender zeigt für Anfang Juni für ganz Deutschland
ein absolutes Überangebot an Open-Turnieren über die ganze Republik
verteilt an. Das liegt natürlich auch an dem vor uns liegenden
Brücken-Wochenende, das in der zweiten Woche nach Pfingsten folgt. Eine
kleine Auswahl gefällig?! Bitte sehr:
Noch einigermaßen ohne
Konkurrenz bleibt das 5-rundige Eschborner Open, das am 1. Juni beginnt
und auch nur 3 Tage andauert.
Doch dann mindestens über das Fronleichnams-Wochenende laufen
* das Rhein-Main-Open in Bad Homburg
* das MVS open in Hanau Großauheim
* die Jugendopen in Erlensee, Hattersheim (und Würzburg)
Überregional bedrohen die Solinger Schachwoche, das Open in
Großenseebach, und nicht zuletzt die von der ECU geförderte
Europameisterschaft der Senioren in Hockenheim die hiesigen
Teilnehmerlisten.
Alle diese Veranstaltungen werden sich gegenseitig Teilnehmer wegnehmen
und der Katzenjammer wird anschließend groß sein.
Dabei sind solche Überschneidungen leicht zu vermeiden, wenn man denn
will!
Die ECU Veranstaltung der Senioren ist dabei sicherlich außen vor, denn
weder eine Europäische Schachunion, noch der DSB scheren sich
insbesondere um diese Form des Kannibalismus. Erinnert sei nur
zusätzlich an die Ansetzung der Dresdner Europameisterschaft an Ostern,
oder jetzt auch die Verschiebung des Finales der Deutschen
Amateurmeisterschaften auf dieses lange Wochenende...
Bis in den Januar 2002 reicht der "ewige" Veranstaltungskalender des
Hessischen Schachverbandes zurück, und wie leicht kann man sich
informieren, was in den Vorjahren jeweils um diese Zeit, die man selber
in die Planung einbeziehen möchte, los war.
Die am weitesten gängigste Ausrede: "Wir haben den Saal (die Halle oder
was auch immer) für unser Turnier für keine andere Zeit bekommen
können". Glaube ich gerne, doch hat man auch früh genug nach Terminen
gefragt?
Wie dem auch sei, der Schnitt ins eigene Fleisch wird noch immer am
leichtesten verkraftet und so wollen wir denn mal sehen, wie sich die
Teilnehmer verteilen.
Bei Jugend und Senioren-Turnieren ist es leicht, dafür oder dagegen zu
entscheiden, das macht mitunter der Blick in den Schüler- oder
Personalausweis schon.
Wie steht es aktuell heute, Samstag, also fast 14 Tage vor Beginn, um
die beiden Open in Bad Homburg und Hanau-Großauheim?
In der Kurstadt ist der Teilnehmerschnitt der letzten Jahre bei knapp
120, Tendenz abnehmend, für das MVS-Open in Hessens mitgliederstärkstem
Bezirk ist es erst die zweite Auflage für dieses Jahr (2006 > 110
Teilnehmer).
Für Bad Homburg haben sich bereits fast 60, für Hanau erst ca 25 Spieler
fest entschieden. Wo liegen die Unterschiede?
Der Preisfonds in Bad Homburg zum Jubiläum in Höhe von 4.400 Euro hat
sicherlich dazu beigetragen, das jetzt bereits 3 GM, 5 IM und 2 FM ihre
Teilnahme zugesagt haben. Genaue Zahlen aus Hanau sind nicht bekannt,
aber an diese Klasse wird man nicht herankommen. Der Preisfonds liegt
hier bei 1.500 Euro, es gibt außer für Ratinggruppen keine weiteren
Sonderpreise.
Aufgrund des Preisfonds pokert man auf 100 bzw. 60 Teilnehmer. Viel
Glück!
Beide Turniere haben natürlich unterschiedliche Höhen an Startgeldern,
und während GM und IM stets startgeldfrei sind, müssen zum Beispiel FMs
voll zahlen. Das heißt, immerhin 40 Euro in der Kurstadt, und 15 Euro in
Hanau. Beide erhöhen die Startgelder ab 1.Juni, also eine Woche vor dem
eigentlichen Start, um 10 bzw 5 Euro. Jugendliche werden in Bad Homburg,
aber nicht in Hanau, mit einem ermäßigten Startgeld geködert.
Die Räumlichkeiten unterscheiden sich wie der Preisfonds und die
Startgelder: gehobenes Ambiente im Bad Homburger Kurhaus, klimatisierte
Räume und die zentrale Lage direkt an der Fussgängerzone, wo man Speisen
aus verschiedenen Kontinenten verabreicht bekommt, aber auch kein
einziger Parkplatz, der nicht horrend teuer ist.
In Großauheim dagegen die günstige Verköstigung vor Ort, wer früh kommt
hat zumindest den kostenlosen Parkplatz sicher, und bei den Gaststätten
rundherum geht's halt weniger extravagant zu.
Die Bedenkzeit in Großauheim ist eher klassisch zu nennen, 40 Züge in 2
Stunden plus 15 Minuten für den Rest treten an gegen die "Ausdrück-
sichere" additive Bedenkzeit in der Kurstadt. Das heißt, es müssen an
allen Brettern digitale Uhren zum Einsatz kommen und wahrscheinlich wird
mit Holzfiguren auf Holzbrettern gekegelt werden.
In Hanau ist die Partie also schon nach 4,5 Stunden spätestens vorbei,
In Bad Homburg dauern Seeschlangen etwas länger, 7 Stunden plant man
dort bei Doppelrunden zwischen zwei Partien ein.
Der Veranstalter des Opens im Kurhaus, der 80-jährige SK Bad Homburg,
blickt auf eine langjährige Tradition hochkarätiger
Schachveranstaltungen innerhalb der Stadtgrenzen zurück. Niemals wäre
man damals im Rahmen der Europäischen Seniorenmeisterschaft 2005 auf die
Idee gekommen, das ganze parallel zu einem großen Open zu veranstalten.
Weder Davos 2006 noch Hockenheim 2007 konnten bzw. werden den
Teilnehmerrekord knacken.
Erfahrung zeigt sich auch bei der Informationspolitik: Bad Homburg
glänzt via Internet mit übersichtlichen Informationen vor dem Turnier,
und wer das Ganze aus den Vorjahren kennt, weiß, das es auch während der
Veranstaltung stets aktuell bleiben wird.
Beide Turniere werden sowohl DWZ, als auch ELO gewertet. In Bad Homburg
könnte man fast auf Normenjagd gehen, tja, aber eben nur fast.
In diesem Zusammenhang habe ich die Monatsseiten
des Veranstaltungskalenders um die aktuellen Links zum DSB
Terminkalender und der einer aktuellen Turnier- Suchmaschine ergänzt.
Außerdem bietet sich jetzt per Mausklick der direkte Sprung zurück um 1,
2, 3 oder gar 4 Jahre an, um zu sehen, was im gleichen Monat zu diesen
Vorjahren veranstaltet wurde. Diese Rückwärts- Links stehen direkt unter
den Richtlinien, also oben rechts auf jeder Monatsseite der neueren
Zeit. Praktisch hat man das zwar auch jetzt schon machen können, aber
man benötigte ein paar mehr von diesen tonnenschweren Mausklicks. Ohne
EPO war das vom Kraftaufwand her nicht zu bewältigen!
Dann schauen wir doch mal an, was das
Internet sonst noch so zu bieten hat:
Wer kennt nicht die
Weltpokalsieger-Besieger vom FC St. Pauli. So oder ähnlich lässt sich
jetzt eine Kette zum großen Gary Kasparov konstruieren. Nach dem Motto:
ich habe Müller geschlagen, der hat FM Schmidt geplättet, der IM Bayer
umgehauen, ja und der, der hat mal den großen Gary geschlagen, dann hat
man nur 3 Stationen zwischen sich und dem besten schachspielenden
Demonstranten Russlands. Natürlich gibt es dafür eine Webseite und
getestet habe ich das am ältesten noch lebenden Hessischen Meister
Archipoff: der schlug einmal Karl Gilg (1949), der wiederum zerlegte Max
Eisinger (1953), und dieser brachte Robert Hübner (1965) zur Strecke. Na
ja, und den kennt der Garry ja sicher noch (aus 1992). Probiert's mal
aus und bedankt Euch bei Hans-Joachim Schrader für diesen tollen
Zeitvertreib!
Einfach mal auf diese Seite gehen, die
Engine ist nicht allzu streng mit Euch, aber die Liniengrafiken sollen
die Berechnung der Stellung einigermaßen transparent machen. Ist sicher
auch mal was für die Mittagspause, um die Nebendarsteller einen
Schreibtisch weiter schwer zu beeindrucken.
Thema Versicherungen
1. von Werner Fehres, Vizepräsident
Hessischer Schachverband:
"Inzwischen haben sich keine weiteren Gesichtspunkte zu dem beim
Kongress besprochenen Unfall-Versicherungsvertrag des LSB mit der ARAG
mehr ergeben. In jedem Fall bleibt es dabei, daß Fahrer, die keine
aktiven Vereinsmitglieder sind, als passive beim LSB und HSV zu melden
sind.
Über eine Empfehlung zum Abschluss zusätzlicher Versicherungsarten wie
zum Beispiel Kraftfahrzeug-Zusatz-Versicherung entscheiden Präsidium oder
Finanzausschuss bei einer nächsten Sitzung. Solange gilt, dass eine
Notwendigkeit vorerst nicht erkennbar ist"
2. von Mirko Humme, Ausbildungsreferent Hessischer Schachverband:
"Das vorherrschende Thema beim HSV-Kongress am 01.04.2007 waren wohl die
Versicherungen. Nicht nur in der Versammlung des LSB Hessen am
23.05.2007 in Großen Buseck, sondern auch in nachfolgenden persönlichen
Gesprächen mit dem Bereichsleiter Michael Silz, wurden die noch
bestehenden Fragen geklärt.
Die Antworten entnehmt Ihr bitte dem von mir angefertigtem Protokoll der
Info-Veranstaltung am 23.05.2007.
Ich möchte von daher die Mitglieder des erweiterten Präsidiums bitten,
dieses Protokoll an alle Vereine in Ihrem Bezirk zu senden sowie auf
Ihre Homepage zu setzen."