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Chess960
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Hasta la vista, Waldbronn!
IM Mikhail Zaitsev siegt beim 3. Waldbronner Chess960 Open
16.05.2007 - Es ist keine große Kunst, ein Schachturnier mit nur 22 Teilnehmern ohne negative Vorkommnisse über die Bühne zu bringen, doch es ist durchaus eine Kunst, daraus etwas Besonderes zu machen! Die Chess Tigers jedenfalls wissen schon jetzt, dass sie bei der 4. Auflage 2008 nach Möglichkeit noch zahlreicher mit von der Partie sind. Der Waldbronner Kulturtreff strahlte schon von Außen Gemütlichkeit aus und hielt auch im Inneren sein Versprechen. Von Hektik nicht die Spur - Kunststück, wenn der Veranstalter perfekt vorbereitet schon deutlich vor Turnierbeginn alles fertig hat und nur noch gespielt werden muss! Mit 6.5/7 siegte souverän der russische IM Mikhail Zaitsev. Zweiter wurde sein Vereinskollege bei der SG Bochum 31 der ukrainische GM Vladimir Gurewitsch vor Thomas Kapfer vom SK Durlach.

Schachclub Waldbronn
Homepage Waldbronn
IPS-Auswertung

3. Waldbronner Open mit sehr guter Besetzung

Bericht auf www.waldbronn.de vom 05.05.2007

Siegerehrung mit (v.r.n.l) Turnierleiter Dr. Matthias Kleifges, Vorsitzender Clemens Linowski, GM Vladimir Gurewitsch, IM Mikhail Zaitsev, Thomas Kapfer, Torsten Franz, Udo Leibbrand und Bürgermeister und Schirmherr Harald Ehrler

Zum 3. Waldbronner Open unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Harald Ehrler hatte der Schachclub Waldbronn eingeladen. 22 Aktive, im Vorjahr waren es 16, waren in diesem Jahr der Einladung gefolgt und spielten im Saal des Kulturtreff um Sieg oder Platz. Das Teilnehmerfeld war in diesem Jahr auch qualitativ sehr gut besetzt. Mikhail Zaitsev (Russland) und Vladimir Gurewitsch (Ukraine) spielen beide für die Schachgesellschaft Bochum in der Bundesliga und mit ihnen traten auch ein Internationaler Meister (Zaitsev) und ein Großmeister (Gurewitsch) in Waldbronn an. Ergänzt wurden diese höchsten Schachtitel im Teilnehmerfeld noch durch Oliver Günthner vom SK Neuhausen, der den Titel Fidemeister trägt. Die Teilnehmer kamen somit aus Bochum, Frankfurt im Norden, Pforzheim, Baden-Baden, dem Karlsruher Raum und aus Waldbronn. Bettina Rostek war auch in diesem Turnier die einzige Dame im Feld, sie hatte aus Dortmund auch die weiteste Anreise.

Bürgermeister Harald Ehrler
(CDU)

Gespielt wurde nach den Regeln von Chess960. Diese Variante verlangt den Spielern große Flexibilität ab, wird doch die Stellung der Offiziere vor jeder Runde neu ausgelost. Dennoch gibt es einige spezielle Regeln für die Startpositionen. So muss sich der König immer zwischen den Türmen befinden und die Läufer stehen auf ungleichfarbigen Feldern. Daraus ergeben sich 960 mögliche Stellungen. Ausgelost wurden die Stellungen jeweils durch Turnierleiter Dr. Matthias Kleifges mit Hilfe des Computers. Vor der Siegerehrung gab es zunächst einmal ein dickes Lob für die Organisatoren vom Schachclub Waldbronn. Hans-Walter Schmitt von den Chess Tigers fand die Organisation "einfach Klasse". Das Turnier habe einfach noch mehr Teilnehmer verdient. Wenn jeder der Teilnehmer nächstes Jahr noch einen Mitspieler mitbringe, "dann sind wir schon 44", so Schmitt, der eine verstärkte Teilnehme aus Frankfurt zusagte. Bürgermeister Harald Ehrler freute sich über diese Resonanz und hieß alle auswärtigen Gäste willkommen. Die Gemeinde habe in diesem Jahr auch das Preisgeld erhöht. Die Siegerehrung nahmen anschließend Waldbronns Bürgermeister Harald Ehrler, der Vorsitzende des Schachclub Waldbronn Clemens Linowski und Turnierleiter Dr. Matthias Kleifges vor. Den ersten Platz errang mit Mikhail Zaitsev der Internationale Meister mit sechs Siegen und einem Remis vor Großmeister Vladimir Gurewitsch, der viermal siegreich war, aber dreimal remis spielte. Auf den weiteren Plätzen folgten Thomas Kapfer (Durlach), Torsten Franz (Waldbronn) und Udo Leibbrand (Pforzheim).

3. Waldbronner Chess960 Open

Offizielle IPS-Auswertung

Keine Frage, wir kommen wieder!

Der SC Waldbronn anno 1985

Durch den Zusammenschluss der Gemeinden Busenbach, Reichenbach und Etzenrot entstand 1972 im Regierungsbezirk Karlsruhe die Gemeinde Waldbronn mit etwas mehr als 10.000 Einwohnern, von denen eindeutig ein Großteil Anhänger des jüngst aufgestiegenen Fußball-Bundesligisten Karlsruher SC ist. Bereits vier Jahre weiter zurück liegt das Gründungsdatum des heutigen SC Waldbronn, dessen 1. Vorsitzender Clemens Linowski seit 2004 ist. Am Freitag den 13.09.1968 gründeten 10 Schachfreunde den SC Busenbach, der dann 1974 im Zuge des erwähnten Zusammenschlusses zum SC Waldbronn wurde. Zusammen mit seinem Turnierleiter Rolf Zimmer leitet Clemens Linowski heute nicht nur die Geschicke des Vereins, beide hat auch das Chess960-Fieber gepackt! Eigens für die dritte Auflage des Waldbronner Chess960 Open besorgten sie sich bei den Chess Tigers die bewährten DGT XL, um mit einem Zeitbonus pro Zug spielen und so das Turnier zur IPS-Auswertung anmelden zu können. Dem Ruf des erhöhten Preisgeldes konnten dann auch immerhin drei Titelträger nicht widerstehen und sorgten damit in Waldbronn erstmals für ein zartes internationales Schach-Flair.

Hans-Walter Schmitt bedankt sich bei Clemens Linowski und den Teilnehmern für ein perfektes Turnier.

Ursächlich dafür, dass alle Teilnehmer am Chess960 Open einen schönen Schach-Tag im nördlichen Schwarzwald verbrachten, war nicht nur die Anwesenheit der Meisterspieler sondern im Besonderen das gemütliche Ambiente, die perfekte Vorbereitung und die liebevolle Bewirtung. Turnierleiter Rolf Zimmer hätte auch bei ausverkauftem Haus keine Probleme gehabt, das Turnier selbst zu leiten, aber der Ruf der Figuren war so laut, dass er unbedingt selbst ans Brett musste. Wo andere leichtfertig der Meinung sind, dass Schiedsrichten und Mitspielen selbst in großen Turnieren kein Problem ist, ging die kluge Organisation in Waldbronn keinerlei Risiko ein und engagierte mit Dr. Matthias Kleifges einen alten Hasen auf dem Gebiet der Turnierleitung. Sämtliche Technik vor Ort war bestens abgestimmt, und sogar das Einstellen der Digitaluhren beherrschte man. Lachen Sie nicht, Sie würden staunen, wenn Sie wüssten, wie viele erfahrene Schiedsrichter bis heute nicht in der Lage sind, die Digitaluhr anzuhalten - vom korrekten Einstellen der Bedenkzeit ganz zu schweigen! Da kann eine Zeitstrafe von beispielsweise 2 Minuten bei einem dieser Experten schonmal für einen mittelschweren bis schweren Schweißausbruch sorgen.

Schirmherr und sogar Sponsor des 3. Waldbronner Chess960 Open ist der bereits erwähnte Waldbronner Bürgermeister Harald Ehrler. Dieser staunte zunächst nicht schlecht, als der Vorstandsvorsitzende der Chess Tigers, Hans-Walter Schmitt, nach Turnierende und unmittelbar vor der Siegerehrung eine flammende Lobrede auf das Turnier hielt und versprach, im nächsten Jahr mit mehr Tigern anzureisen. Dem Staunen folgte beim Bürgermeister Freude über so viel Leidenschaft, und so stellte er in seiner folgenden Ansprache unter anderem eine weitere Aufstockung des Preisfonds für die vierte Auflage in Aussicht. Alles in Allem ein perfektes Turnier, welches eindeutig viel mehr Teilnehmer verdient gehabt hätte. Die Chess Tigers jedenfalls sind im nächsten Jahr unter Garantie wieder und dann mit größerer Anzahl zum 4. Waldbronner Chess960 Open da. Und wer weiß, vielleicht muss dann 2009 schon die nächstgelegene Sporthalle reserviert werden...

IMPRESSIONEN

Turnierleiter und Schiedsrichter Dr. Matthias Kleifges

Hans-Walter Schmitt

Gegen IM Mikhail Zaitsev allerdings gab es dann weniger zu lachen...

Rolf Zimmer (rechts) schmiedet Eröffnungspläne

FM Oliver Günthner gegen GM Vladimir Gurewitsch

Thomas Meisegeier (Frankfurt-West & Chess Tigers) gewann die erste Urkunde nebst Geldpreis seiner Schachkarriere

Eines von mehreren Chess Tigers-Duellen -
Hier spielt Ihr Berichterstatter (rechts) gegen Daniel Pohlke

Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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