03.03.2007 - Gestern hat die FIDE durch ihren Präsidenten Kirsan Ilyumzhinov die Neuregelung kommender Weltmeisterschaften veröffentlicht. Demnach soll der amtierende Weltmeister Vladimir Kramnik unabhängig vom Ausgang des World Cups in diesem Jahr in Mexiko auf jeden Fall im Frühjahr 2008 ein WM-Match erhalten. Entweder gegen den Sieger des World Cups oder - im Falle eines Turniersieges des Weltmeisters selbst - gegen Veselin Topalov. Will Kramnik also einer wahrscheinlichen Schlammschlacht mit Topalov bis zumindest 2009 aus dem Weg gehen, muss er nur dafür sorgen, dass nicht er selbst in Mexiko gewinnt. Das lässt sich bestimmt einrichten, was ihm aber - zumindest temporär - den Titel kosten würde.
Lesen Sie
in der Folge eine Übersetzung der Bekanntmachung von Kirsan Ilyumzhinov:
Nach
gründlicher Überprüfung der Antworten von Spitzengroßmeistern und der
ACP, sowie beruhend auf meine Beratungen mit nationalen Föderationen und
verschiedenen Vertretern des Schachpublikums, habe ich mich wie folgt
entschieden:
1. Mit
Respekt für den Weltmeisterschaft-Zyklus bitte ich darum, Antrag A zu
genehmigen. Dieser Antrag ist sehr einfach zu verstehen, und scheint
mir, Sponsoren, den Massenmedien und Schachliebhabern weltweit leicht erklärbar zu sein. Der Antrag verleiht dem World Cup und seinem Sieger
mehr Prestige. Wird der Antrag angenommen, werden wir die lange
Tradition von Schachmeisterschafts-Matches seit 1886 fortsetzen. Ich bin
sicher, dass jeder den Mix von verschiedenen Stilen, Charakteren mögen
und sich dem Schach während dieser Matches nähern wird.
2. Mit Respekt für den : 126 Teilnehmern. Erste Stufe - 14 Gruppen mit
je 9 Spielern. Zweite Stufe: 14 Gruppensieger und die 4 besten
Zweitplatzierten. In der zweiten Stufe werden 18 Spieler in zwei Gruppen
a 9 Spieler geteilt. Die Gruppensieger spielen ein Match von 4 Spielen.
Die Dauer des Turniers beträgt 26 Tage.
Die
Erfahrungen anderer Sport-Verbände und deren Meinung darüber, dass ein
Turnier mit 8 Spielern vorteilhaft wäre, berücksichtigend, kündige ich
hiermit an, den "FIDE Masters Cup" im November und / oder Dezember jeden
Jahres für die ersten 6 Spieler gemäß der Rating-Liste (Doppeltes
Runden-System), mit einem jeweiligen Preis-Fond von mindestens 500,000
(fünfhunderttausend) US-Dollar zu organisieren.
Antrag A
Der Antrag ist, das Weltmeisterschafts-Turnier zu zerstören und den
World Cup als ein Kandidaten-Turnier zu behalten, um einen
Herausforderer für ein Weltmeisterschafts-Match zu finden. So wird es in
jedem zweiten Jahr den World Cup geben (2007, 2009, 2011, usw.), und der
jeweilige Sieger wird in den Jahren dazwischen (2008, 2010, 2012, usw.)
ein Match gegen den amtierenden Weltmeister spielen.
Die chronologische Reihenfolge:
a1. 2008: Der Gewinner des WCCT 2007 in Mexiko spielt ein WM-Match gegen
den vorherigen Weltmeister. Falls Kramnik das WCCT 2007 nicht gewinnt,
kann Kramnik den Gewinner von Mexiko im Frühjahr 2008 herausfordern.
Falls Kramnik in Mexiko gewinnt, geht das Recht der Herausforderung an
den vorherigen Weltmeister über. z. B. Topalov
a2. 2009: Der Sieger des "a1"-Matches spielt ein WM-Match gegen den
Gewinner des World Cups 2007, welcher in Khanty-Mansiysk abgehalten
werden wird.
a3. 2010: Der Weltmeister (Sieger von "a2") spielt ein WM-Match gegen
den Sieger des World Cups 2009.
a4. 2012: Der Weltmeister (Sieger von "a3") spielt ein WM-Match gegen
den Sieger des World Cups 2011.
a5. 2014: Der Weltmeister (Sieger von "a4") spielt ein WM-Match gegen
den Sieger des World Cups 2013,