Nachrichten SV Mülheim-Nord lässt die Sau fliegen Der Vorsitzende Heinz Schmitz weiss, wie der Bundesligahase laufen muss!
01.03.2007 - Die Katernberger Schachfreunde stöhnen auf: "Wir könnten den besten Reisepartner aller Zeiten in der Bundesliga verlieren". Das klingt respektvoll und anerkennend, mit dem Schicksal hadernd ironisch, wenn man die phantastische Präsentation des Schachvereins Mülheim-Nord in Kooperation mit der Sparkasse Mülheim miterlebt hat - die Sau fliegt hier! Professionell, repräsentativ, familiär-herzlich, zuschauer- und spielerfreundlich, voll live-tauglich inhouse und im Internet - das muss mindestens der Bundesligastandard in der Zukunft sein! Und dennoch scheint es keine Gerechtigkeit zu geben: dieser hervorragende Veranstalter SV Mülheim-Nord um Heinz Schmitz - der nicht nur sein Geld in Spieler steckt, sondern auch an seine Zuschauer, seine Kunden, seine Gäste und seine normalen Mitglieder denkt, - wird es unheimlich schwer haben, dieses Jahr in der 1.Schachbundesliga zu bleiben. Saumässiges Glück wünschen und das Allerbeste hoffen kann man nur für die Mülheimer und obendrein für die ganze Bundesliga dazu!
Wie gewohnt am Freitagabend bezieht das Team vom OSC Baden-Baden Quartier im kleinen Hotel Friederike im Zentrum von Mülheim an der Ruhr, speisen zusammen bei Don Peppino und gegen 22:30 Uhr wollen die Spieler sich noch ausgiebig vorbereiten oder ein bisschen bei der Live-Übertragung aus Morelia (Mexiko) dazulernen, wo mit Anand, Svidler und Carlsen drei der besten Spieler des OSC am Start sind. Da drei der vier Partien sehr schnell remis werden und nur noch Anand und Ivanchuk bis zum 32. Zug kämpfen wollen, lass ich mir beim mitternächtlichen Spaziergang zum 500m entfernten Veranstaltungsort ein bisschen die Luft um die Nase wehen und just stehe ich vor dem Laternenmann - oder ist es ein Nachtwächter? - schaue zur Kirchturmuhr: auf Fünf vor Zwölf stehen die Zeiger. Nach dem Spieltag ist mir klar, dass dieser Wink dem SV Mülheim-Nord galt und nicht dem OSC Baden-Baden oder gar der ganzen Schachbundesliga.
Was will dieses Bild in der Nacht schon sagen! Schade, dass kein Photo direkt mit der richtigen Zeigerstellung möglich war.
Dass eine Kuh fliegen kann, ist allgemein, wenigstens umgangssprachlich, bekannt, aber dass der Mülheimer Sponsor sogar eine Sau fliegen lässt, war neu! Sie sehen: nichts ist unmöglich. Und diesen Eindruck macht der SV Mülheim-Nord mit all seinen Engagement. Unter der Ägide von Heinz Schmitz wurden die wichtigsten Felder strategisch angegangen und viele Ziele erreicht: ein eigenes Vereinsheim, ein deutscher Meister U16, die 1. Schachbundesliga, usw. Ein fürsorglich operierender Vorstand des Schachnetzwerkers Heinz Schmitz schaffte es in weniger als 5 Jahren ein florierendes Schachleben in Mülheim zu erzeugen.
Veranstalter SV Mülheim-Nord und der Sponsor Sparkasse Mülheim lassen die Sau fliegen - eine absolut erstklassige Kombination!
Der jetzt 75-jährige Turbinenbauingenieur, der früher seine Brötchen beim Elektrokonzern Siemens verdiente, weiss, wie man Großprojekte macht und hat seit seiner Pensionierung die klassische Lehre auch für seine Mülheimer Schachwelt angewandt. Mehr als 50 Stunden in der Woche arbeitet er für Schach und mehr als 100 Kontakte zur Geschäftswelt und der öffentlichen Hand pflegt er das ganze Jahr über. Seine Handlungen sind stringent auf Erfolg, Zufriedenheit im Verein und Zukunftsfähigkeit ausgelegt, die unabdingbar eins voraussetzen: Entscheidungsfähigkeit bewahren und keine paralysierende nichtsnützige Debattierclubs zulassen. Respekt für diese Leistung, die er mit seinen Freunden systematisch umgesetzt hat: Sponsoren, Berichterstattung, Jugendliche- und Großmeister, Sport und Geselligkeit, Training und Spielen, Breite und Spitze scheinen hier zu einer Einheit gewachsen zu sein - vorbildlich. Ein Jammer, dass der Verbleib in der 1.Liga so schwierig wird, aber vielleicht klappts ja noch.
Der Veranstaltungsleiter Heinz Schmitz (75 Jahre) pflegt ein gutes Verhältnis mit der Presse - hier im Gespräch mit Gaby Rüter, die neben regionalen Zeitungen auch für die WAZ schreibt.
Wer Geld von Sponsoren haben will, der muss auch sagen, was er damit machen will. Wer 15,- Euro von seinen Mitgliedern im Monat haben will, der muss als Verein auch was leisten. Wer schachliche Fortschritte bei den Jugendlichen haben will, der muss auch Trainer haben. Die Thesen könnten noch beliebig weiter ausgeführt werden, sie gehören zu den Leitsätzen des Mülheimer Schachmachers Heinz Schmitz. Das man das öffentlich kundtut, ist selbstverständlich - ein Bildplakat sagt mehr als tausend Worte.
Das Angebot vom Schachverein Mülheim-Nord - für jeden Kunden etwas!
Alles tun die Mülheimer, um ihre Gäste - der geneigte und interessierte Schachspieler - zu verwöhnen, doch auch sie haben mit der Sonntagsmüdigkeit des gemeinen Schachvolks zu kämpfen. Hier müssen die Schachplaner der Bundesliga noch einmal ran, um das zeitliche Konzept des Schach-Wochenendes zu überprüfen. In der Regel sind die Samstage sehr gut besucht, und am Sonntag sind oftmals weniger als die Hälfte der Schachfreunde vom Vortag da. Die parallel stattfindenden Mannschaftskämpfe in den unteren Klassen sind nicht nur alleine verantwortlich für diese Situation, sondern man sollte genau hinschauen bei den Konsumenten und vor allem die Frage beantworten, ob die Bundesliga eine Amateur- oder Profiliga ist.
Der Veranstaltungsort in der Sparkasse Mülheim aus der Vogelperspektive
Der Veranstaltungsort in der Sparkasse Mülheim aus einer anderen Vogelperspektive
Die Präsentation vor Ort gehört zum Besten in der Bundesliga. Ambiente und Zuschauerservices, Verpflegung und Preise, technische Realisierung und Informationsgeschwindigkeit sind nahezu perfekt. Dass man noch im Nebenraum die laufenden Partien kommentieren könnte, dass man noch für mehr Familienfreundlichkeit sorgen könnte, dass man noch mehr für Laien und deren Integration tun könnte, das wissen die Freunde um Heinz Schmitz und arbeiten kontinuierlich daran. Der Standard, der hier erreicht wurde, ist allemal vorbildlich und an den letzten beiden Spielwochenenden haben die Mülheimer Heimspiele - Schachbundesliga und seinem Terminplaner Christian Zickelbein sei Dank! Dass Vereine wie die Köln-Porzer Schachfreunde die besten Heimspiele bekommen - gegen die Mitkonkorrenten Baden-Baden und Bindlach-Aktionäre - und keine einzige Live-Übertragung gewährleisten wollen, sollte im Sinne der Glaubwürdigkeit einer weiteren Professionalisierung durch den neugegründeten Schachbundesliga e.V. mit dem Anspruch auf "Zentralsponsoring" im Geiste und zum Vorteil so engagierter Vereine wie Mülheim-Nord neu überdacht werden. Warum nicht dem Verein die Heimspiele geben, der ein aktiv für Schach werbendes Event daraus macht! Der OSC Baden-Baden würde auch fünf Mal nach Mülheim in die Sparkasse kommen, aber zwei Mal möchten die Badener schon mindestens zu Hause spielen und Gastgeber sein!
Das Rechenzentrum für die Live-Übertragung
In der zweiten Etage wurden die Partien auch live auf PCs übertragen - mit dem Vorteil, dass man sich unterhalten konnte und laut mitfiebern.
Die Zuschauer wurden permanent über die Live-Situation im Hause, aber auch von den anderen Spielorten informiert
Das Team des SV Mülheim-Nord ist homogen besetzt und hat in seinen Reihen interessante Typen, die jeder auf seine Weise den Geist von ihrem Vorsitzenden Heinz Schmitz leben. Fairness, Freundlichkeit, Geradlinigkeit und Teamgeist zeichnen die Leute aus dem Pott aus und man kann nur hoffen, dass der finanzielle Strom anschwillt, um die gute Konzeption nachhaltig zu unterstützen und ein Dasein in der 1. Liga ohne Abstiegsgespenst einmal ermöglicht wird.
Das Spitzenbrett: Etienne Bacrot (OSC Baden-Baden) gegen Europameister Pavel Tregubov (SV Mülheim-Nord)
Das Trainerbrett: Daniel Hausrath (SV Mülheim-Nord) gegen Peter Heine Nielsen (OSC Baden-Baden)
Das Jugendbrett: Deutscher Meister U16 Benjamin Tereick (SV Mülheim-Nord) gegen U16 Europameister Fabian Döttling (OSC Baden-Baden)
Das Team von Baden-Baden bedankt sich bei den Mülheimer Organisatoren aufs Herzlichste. In solch einem hervorragenden Ambiente Gast zu sein, ist wie Doping für den Teamsport Bundesliga und wird gerne durch verbildliche sportliche Einstellungen zurückbezahlt. Das vom "Silberfuchs" Heinz Schmitt geleitete und von seinen freundlichen Damen Marlies Wunderlich und Magareta Schöttker lukullisch begleitete Wochenende, fand in der Unterstützung des Sparkassenteams vom Chef bis zum Abteilungsleiter, vom Koch bis zum aufmerksamen Servicepersonal eine königliche Begleitung. Beste Grüße und Aufwiedersehen in Mülheim an der Ruhr, hoffentlich bald.
Der Haupsitz der Sparkasse Mülheim an der Ruhr Ecke Leineweberstrasse / Berliner Platz
Die Stadthalle in Mülheim an der Ruhr - mal sehen, wann diese geentert wird.
Hier wird nichts über die "Wupper" gehen, die Ruhr gleitet ruhig und stetig in die richtige Richtung.