Viswanathan Anand Standard-Simultan an 40 Brettern
Viswanathan Anand - Amtierender Weltmeister, Elo 2800
06. August 2010, 16:00 Uhr - Mainz, Goldsaal Hilton
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Chess Classic Mainz 2005: Pressespiegel - OpenPR

05.07.2005 - Selbst ein Schwachkopf macht es besser als Ilumschinow - Kasparow ist an seiner eigenen kläglichen Diplomatie gescheitert. Anatoli Karpow im Interview

Anatoli Karpow versteht es immer noch, für Schlagzeilen zu sorgen. Engagiert betreibt der Unicef-Botschafter Werbung für unter Jodarmut leidende Kinder, seine weltweit rund 50 Schachschulen – und in eigener Sache: Anatoli Karpow soll endlich den ungeliebten Präsidenten des Schach-Weltverbandes FIDE, Kirsan Iljumschinow, vom Thron stoßen. Die Europäische Schach-Union (ECU) baut die Legende zum Gegenspieler des Kalmücken auf. Obwohl der 54-jährige Ex-Weltmeister inzwischen seltener Gast in der Turnierarena ist, macht ihm Schach aber immer noch sehr viel Spaß, bekennt der Russe im Interview mit Hartmut Metz. Am 9. und 10. August (jeweils ab 16 Uhr) nimmt Karpow daher bei der Gala zum 80. Geburtstag von Wolfgang Unzicker in der Mainzer Rheingoldhalle teil. Außer dem Münchner Jubilar sind Viktor Kortschnoi und Boris Spasski mit von der Partie.

Frage: Ihr Kommentar zu Kasparows Abgang?

Karpow: Ich denke, seine eigenen Manöver mit Kirsan Iljumschinow haben ihn müde gemacht. Er hat mindestens dreimal seine Ansichten geändert. Mal war er der gute Freund des FIDE-Präsidenten, dann wieder sein schlimmster Feind und beschimpfte ihn mit übelsten Tiraden. Einen Monat später waren sie wieder die besten Freunde, Kasparow reiste nach Kalmückien, um seine WM-Chance zu erhalten – doch dann „verarschte“ ihn Iljumschinow und die Feindschaft blühte wieder. Letztlich hat er sich selbst zu Fall gebracht und wurde ein Opfer seiner eigenen kläglichen Diplomatie! Danach trat Kasparow zurück, was aber fürs Schach, das möchte ich auch betonen, nicht gut ist. Generell lässt die gesamte Situation zu wünschen übrig.

Frage: Um das zu ändern, sollen Sie Iljumschinow als FIDE-Präsident ablösen. Morgen soll Ihnen die Europäische Schachunion (ECU) die Kandidatur zur FIDE-Präsidentschaft antragen.

Karpow: Natürlich würde es selbst ein Schwachkopf besser als Iljumschinow machen. Schlechter kann dieses Desaster kaum mehr werden. Fortschritte sind daher leicht zu erzielen. Wegen dieser armseligen Führung herrscht ein Chaos. Um dieses zu beseitigen, muss die Priorität auf der Vereinigung der Weltmeister-Titel liegen. Lange dürfen wir aber nicht mehr zögern, um die fatale Situation zu ändern – die Zeit rinnt uns durch die Finger.

Frage: Mit einer einigen ECU stünden bereits 53 Stimmen und Verbände hinter Ihnen. Eine geballte Macht, die zusammen mit Sympathien für den früheren Weltmeister für eine Ablösung Iljumschinows reichen sollte.
Karpow: Nein, nein, es ist klar, dass die ECU zum Wohle des Schachs einig sein sollte. Momentan ist es offensichtlich, dass Iljumschinow weg muss. Und nicht nur der, sondern seine gesamte Entourage, die die FIDE ausplündert. Das größte Problem besteht darin, dass man bei fast keinem der FIDE-Funktionäre weiß, ob sie gerade die Wahrheit sagen oder dich wieder anlügen – Letzteres passiert selbstverständlich häufiger. Sie bei der Wahrheit zu ertappen, ist weit schwieriger (lacht).

Frage: Im Falle des Erfolgs würden Sie in die Fußstapfen von Max Euwe treten, der auch Weltmeister und FIDE-Präsident war.

Karpow: Lassen Sie uns das nicht diskutieren. Klar ist jedenfalls: Es muss ein neuer FIDE-Präsident her und ein neues FIDE-Team. Eine Mannschaft mit Leuten wie den Vizepräsidenten Surab Asmajparaschwili, der Polizisten angreift, und dem vor Gericht verurteilten Inder Ummer Koya oder diesem inhaftierten Rumänen Crisan ist absurd. Kein Wunder, haben wir kein positives, sondern ein negatives Image. Das müssen wir ändern – schließlich besitzt Schach zahlreiche positive Seiten. Ich denke dabei insbesondere an Schulschach. In den USA beispielsweise trafen sich erstmals mehr als 3.200 Kinder zum geistigen Wettstreit. In Kansas betreibe ich auch eine Schachschule. Über die können Schüler im Internet Unterricht nehmen und sich Pluspunkte verdienen wie in Erdkunde oder Geschichte. Derlei scheint mir vielversprechend und bietet eine fantastische Grundlage für weitere Fortschritte.

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Über Chesstigers
Der Frankfurt Chess Tigers Schach-Förderverein 1999 e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, das Schachspiel generell und insbesondere die Neuerungen des Chess960 zu fordern. Zu diesem Zweck werden Organisatoren von Chess960-Turnieren unterstützt und auch das alljährliche Chess Classic Mainz veranstaltet.

Pressekontakt:
Hartmut Metz
Pressesprecher Chess Classic Mainz
07221/393 556 p

Chess Tigers e.V.
Vorsitzender
Hans-Walter Schmitt
Alte Ziegelei 5
65812 Bad Soden
Telefon: 06196-22726
Telefax: 06196-22726
Email: hans-walter.schmitt@t-online.de

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Hartmut Metz

Published by Gerhard Kenk

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