Chess Classic

Viswanathan Anand GRENKELEASING Rapid World Championship
WM Viswanathan Anand – Weltmeister
31.7.-2. August 2009, 18:30 Uhr, Rheingoldhalle Mainz

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Chess Classic

...aus dem Hintergrund müsste Rahn schiessen
Wie Live Kommentatoren Emotionen und Intellekt kombinieren

08.08.2006 - Herbert Zimmermann hatte an jenem regnerischen Juli-Sonntag im Berner Wankdorf-Stadion eine leichte Aufgabe: Als Reporter bei der Fussball-Weltmeisterschaft 1954 war das neue Medium Fernsehen noch nicht weit verbreitet und so konnte er im Stil eines Radio-Reporters eine bildhafte Sprache nutzen, um Spielgeschehen, Dramatik und Emotionen des grossen Finale am 4. Juli 1954 zu vermitteln. Live Kommentare von Schnellschach-Matches haben es dagegen zusehends schwieriger - aber Zuschauer profitieren davon viel mehr.

Die Kult-Reportage

„Sechs Minuten noch im Wankdorf-Stadion in Bern, keiner wankt, der Regen prasselt unaufhörlich hernieder, es ist schwer, aber die Zuschauer, sie harren nicht aus. Wie könnten sie auch - eine Fussball-Weltmeisterschaft ist alle vier Jahre und wann sieht man ein solches Endspiel, so ausgeglichen, so packend. Jetzt Deutschland am linken Flügel durch Schäfer. Schäfers Zuspiel zu Morlock wird von den Ungarn abgewehrt - und Bozsik, immer wieder Bozsik, der rechte Läufer der Ungarn am Ball. Er hat den Ball - verloren diesmal, gegen Schäfer. Schäfer nach innen geflankt. Kopfball - abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen - Rahn schießt - Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor!“

Und so wurde Herbert Zimmermanns Reportage Kult. Wer diese Sätze auch heute noch liest, dem kriecht ein Schauer den Rücken hinunter ob der bildhaften Sprache. Ins Gedächtnis zwängt sich die heissere, sich überschlagende Stimme Zimmermanns, die kurz vor der psychogenen Aphonie steht, als er zum finalen Tor-Schrei anhebt.

Kunstführer

Yves Klein: Monochrome Blue

Ganz anderen Voraussetzungen unterliegen hingegen die Kunstführer in der Tate Gallery in London, wenn eine Führung oder eine Bild-Interpretation auf dem Programm steht.

Dann müssen sie den Zuschauern die Komposition, die Empathie des Künstlers auf intellektuell-nachvollziehbare Weise vermitteln.

Eine Herausforderung der ultimativen Art stellt dabei das Werk von Yves Klein für Kommentatoren dar, wenn sie für Museumsbesuchern dieses Gemälde interpretieren müssen.

Der französischen Künstler Yves Klein, der auf der Suche nach dem ultimativen Farbton auf alle zeichnerischen Gestaltungsmöglichkeiten verzichtete, schuf dabei sein wohl bekanntestes Werk Monochrome Blue. Dieser dabei creierte spezielle Farbton ist mittlerweile als "International Klein Blue" bekannt.

Schach-Kommentatoren

Live Kommentare bei Schachpartien bewegen sich irgendwo zwischen den Extremen des Radio-Reporters und des Kunstführers: Sie interpretieren die Position einer Schachpartie, versuchen die tiefgründigen Pläne der Kontrahenten zu ergründen und sie einem klugen Publikum zu vermitteln. Dann schlägt die Stunde der Prognosen: Wer die kommende Zugfolge korrekt voraussagt, dem gebührt die Kristallkugel der Wahrsager-Gilde. Und falls die Partie einen anderen Verlauf nimmt, kann man sich immer noch an Albert Einsteins Bonmot halten, der eine Prognose als schwierig bezeichnete, besonders wenn sie die Zukunft beträfe.

Bei den Chess Classic Schnellschach-Matches zwischen Anand und Radjabov einerseits und Svidler gegen Aronian im Chess960 andererseits haben die Veranstalter keine Mühen gescheut, um ein Quintett von Großmeistern für die Live-Kommentare zu engagieren. Mit Rustem Dautov, Fabian Döttling, Vlastimil Hort, Artur Jussupow und Eric Lobron stehen erfahrene Experten zur Verfügung, die sich aus eigener Erfahrung in die Winkelzüge der Gegner bestens hineinversetzen können - und diese auch dem Publikum vermitteln zu vermögen.


Rustem Dautov


Fabian Döttling


Vlastimil Hort


Artur Jussupow


Eric Lobron

Die Live-Kommentare stehen für alle Zuschauer in der Rheingoldhalle zur Verfügung, Kopfhörer und kleine Übertragungsgeräte können an der Garderobe gemietet werden. Für die Gäste des Gourmet-Clubs findet ebenfalls eine Live-Kommentierung mit Übertragung der Partien auf einen Großbild-Fernsehschirm statt. Und dort kann es gelegentlich vorkommen, daß der Kommentator die im Gourmet Club anwesenden Großmeister in die Diskussion einbezieht, ob denn nun Weiss oder Schwarz die besser Stellung hätte.

DAX und MAX

In diesem Jahr warten die Chess Tigers mit einer Innovation der besonderen Art auf. So wie Frankfurter Banker den DAX (Deutscher Aktien Index) als tägliche Routine in der Beurteilung des Börsenverlaufs heranziehen, so können sich die Mainzer Schachfreunde quasi am MAX (Mainzer Schach-Analyse Index) in Zukunft freuen.

Wenn die Spieler in ihren Schnellschachpartien die Figuren über die Spezial-Schachbretter des niederländischen Ausrüsters DGT ziehen, werden diese Züge mit modernster Sensoren-Technik erkannt und mittels Computertechnik unmittelbar auf eine Großbildleinwand übertragen. Die Zuschauer im Saal kommen somit in den Genuß, alle Züge genauestens verfolgen zu können. Zusätzlich werden alle ausgeführten Züge zeitgleich an ein Computer-Programm übermittelt, das mit enormer Rechengeschwindigkeit die Position analysiert und einen Bewertungsindex ausgibt. Das Programm stammt von den Chess960-Computer-Weltmeistern Volker Böhm und Ralf Schäfer, die im Vorjahr mit SPIKE sensationell den Titel gewannen. Die angezeigte Kennzahl sagt aus, um wie viele Bauern-Einheiten, ein Maßstab der materiellen und positionellen Stellungsbeurteilung, ein Spieler im Vorteil ist. Die Kennzahl wird fortlaufend durchgerechnet, bis sich für den Computer keine weiteren Varianten ergeben oder bis ein Spieler den nächsten Zug ausführt.

Im Interview mit Mark Vogelgesang von den Chess Tigers erläuterte Volker Böhm, Co-Autor des Chess960-Computer-Weltmeister-Programms SPIKE die Anzeige:

"Die Stellungsbewertung ist eine Zahl, die anzeigt, wie Spike die Stellung einschätzt. Plus 2 bedeutet Spike sieht Weiß mit zwei Bauerneinheiten vorne, minus 0.5 bedeutet, Schwarz liegt mit einer halben Bauerneinheit vorne. Außerdem zeigen wir die Historie dieser Stellungsbewertung in Form eines Charts. Ein Zuschauer kann sich also durch einen Blick auf den Chart ein Bild davon verschaffen, wie der Vorteil in der Partie zwischen den beiden Kontrahenten bislang hin- und hergewandert ist." Lesen Sie hier das komplette Interview

Natürlich wird diese Bewertungskennzahl ausserhalb des Sichtfelds der Spieler angezeigt, so daß nur die Zuschauer im Saal und auch die Live- Kommentatoren diese Zahl erkennen können.

Und so kommen die Zuschauer bei den Chess Classic in der Rheingoldhalle zu einem dreifachen Vorteil: Die visuelle Anzeige an der Leinwand, die Live-Kommentare der Großmeister und die Stellungsbewertung des Computerprogramms SPIKE.

Allerdings müssen sie dafür auf die emotionale Kommentierung eines Reporters im Stil Herbert Zimmermanns mit "Tooooooor für Deutschland" verzichten. Schach ist eben nicht Fußball.

Gerhard Kenk

Published by Gerhard Kenk

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