Chess Classic

Sergei Movsesian Chess960 Rapid World Championship
GM Sergei Movsesian - FiNet Open 2.Sieger 2008
28.-30. Juli 2009, 18:30 Uhr, Rheingoldhalle Mainz

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Chess Classic

„...weil Chess960 Leben ins Schach bringt“
Die Computer Schach Experten Frank Schneider und Kai Skibbe im Interview

06.07.2006 - Nur noch 45 Tage bis zum Start der zweiten Livingston Chess960 Computer Weltmeisterschaft. Schon jetzt haben sich 20 Programmierer für das Event angemeldet, dass damit mehr Teilnehmer anzieht als die Weltmeisterschaft im traditionellen Computerschach, die im Rahmen der Schach-Olympiade in Turin ausgetragen wurde. Was bewegt Schach-Programmierer dazu, den Wettkampf im innovativen Chess960 der WM im traditionellen Schach vorzuziehen? Wie schwer ist es, einem Schach-Programm das Chess960 beizubringen? Und welche Chancen hat Peter Svidler im Match gegen ein spielstarkes Chess960 Programm? Wir sprechen mit den Computer-Schach Experten und Autoren des Schachprogramms „Ananconda“ und der Schach-Benutzeroberfläche für Taschencomputer „PocketGrandmaster“, Frank Schneider und Kai Skibbe.

Was war Eure Motivation, Anaconda Chess960 fähig zu machen? Wie groß der Aufwand? Habt Ihr die Bewertungsfunktion geändert für Chess960?

Frank: Motivation war die Einladung zum Turnier in Mainz 2005. Der Aufwand war dann doch größer als erwartet. Die besonderen Rochaden machen einige Annahmen ungültig, die bei normalem Schach vom Programm vorausgesetzt werden konnten, dadurch musste einiges umgeschrieben werden. Außerdem gab es keinen einheitlichen FEN-/PGN-Standard. Gut eine Mannwoche Aufwand.

Kai: Die reine technische Umsetzung hat ca. eine Mannwoche gedauert. Es fehlen jetzt noch Tests und evtl. Anpassungen der Bewertung. Das lässt sich noch schlecht abschätzen was da an Aufwand anfällt.

Die Autoren von Anaconda und PocketGrandmaster: Kai Skibbe und Frank Schneider

Welche besonderen Stärken bietet Anaconda in technischer und taktischer Hinsicht?

Frank: Nun ja, heutzutage nicht mehr allzu viele, in den letzten drei Jahren, in denen wir uns mehr auf die PocketGrandmaster-Benutzeroberfläche konzentriert haben, ist ja gerade im Bereich der kostenlosen Engines sehr sehr viel passiert. Für uns ist es natürlich sehr schön, dass wir so mit Toga und Fruit zwei tolle Engines auch für PocketGrandmaster zur Verfügung stellen können.

Kai: Ich denke, daß Anaconda bei manchen sehr figurenarmen Endspielen (z.B. falscher Läufer und Randbauer) einige Stärken hat. Auch bei Dauerschach-Motiven und manchen Königsangriff-Stellungen kann Anaconda glänzen. Ansonsten fallen aber wirklich nicht mehr sehr viele Stärken gegenüber der erstarkten Konkurrenz auf.

Wie sieht eure Vorbereitung auf die WM in Mainz aus? Wie schlägt sich Anaconda im Chess960 bislang in Testmatches?

Frank: Es spielt jetzt regelgerecht ;-)

Die Autoren bei der Arbeit

Kai: Bisher haben wir noch nicht so viele Testmatches gemacht. Die ersten Matches waren erstmal dazu da, um festzustellen ob der Zuggenerator jetzt einwandfrei funktioniert. Bisher gab es ein paar Testspiele gegen Shredder Classic. Da sah es eigentlich wie erwartet aus, so dass ich nicht denke, dass Anaconda960 bei Chess960 viel schlechter als im normalen Schach abschneidet.

Wird es Anaconda960 nach der WM auch für die Öffentlichkeit geben?

Frank: Ja, denke schon.

Kai: Ja, kann ich mir auch vorstellen.

Welches Programm ist für Euch der Turnierfavorit, welches Euer Geheimtipp? Vas Rajlich und „Rybka“ können ja in diesem Jahr leider nicht mit dabei sein, da Vas ausgerechnet während der Chess Classic vor den Traualtar tritt. Wir werden also erst im nächsten Jahr sehen können, was Rybka ohne Eröffnungsbuch leistet.

Frank: In Abwesenheit von Rybka einen klaren Favoriten zu benennen, ist schwierig. Geheimtipp ist für mich Loop List.

Kai: Da Rybka ja leider nicht mit dabei ist, ist für mich Shredder der Favorit. Spike trau ich zwar auch wieder viel zu, aber Shredder schätze ich stärker ein. Von Loop List hört man ja sehr viel Gutes, so dass das ein Geheimfavorit für mich wäre.

Der Geheimtipp für die Livingston Chess960 Computer WM? Fritz Reul und List

Was macht Ihr beruflich?

Frank: Abi, Studium Informatik in Marburg und RWTH Aachen, Diplom, ein Jahr Promotionsstelle an der RWTH, seit 6 Jahren Softwareentwicklung im Bereich Logistik mit Schwerpunkt Optimierungsalgorithmen. Nebenberuflich GbR mit Kai zum Vertrieb von PocketGrandmaster, den wir seit Mitte 2001 entwickeln und seit Ende 2001 verkaufen.

Kai: Abi, 6 Jahre Bundeswehr, Studium Softwaretechnik an der FH Hamburg mit Abschluss Dipl. Informatiker(FH). Danach 3,5 Jahre als Software-Entwickler im Bereich Krankenhaus-Software tätig und anschließend jetzt seit 5 Jahren bei einem IT-Dienstleister als Software-Entwickler im Bereich Finanz-Software.

Welche Unterschiede habt Ihr festgestellt zwischen traditionellem Schach und Chess960?

Kai: Von meinem Gefühl her denke ich, dass es sehr viel auf gute Figuren-Entwicklung und gute Kenntnisse von Bauernstrukturen ankommt. Ohne Eröffnungsbuch ist die Engine eben sehr früh auf sich selber gestellt und sollte sich vernünftig entwickeln.

Warum habt Ihr Euch entschlossen, in Mainz mit zu machen?

Frank: Weil es nach einem sehr gut organisierten Turnier klingt und es letztes Jahr leider nicht ganz geklappt hatte.

Kai: Das Turnier passt gut in meine Urlaubszeit, ist gut besetzt und organisiert und mich interessiert was Anaconda960 so im Chess960 aufs Brett zaubert gegen starke Konkurrenz. Außerdem ist es nett mal wieder die ganzen anderen Programmierer zu sehen.

Spielt Ihr selbst Schach? Falls nicht, wie kamt Ihr in Berührung mit dem Computerschach?

Frank: ca. 10 Turnierpartien in den letzten 15 Jahren, vorher ca. 3 Jahre regelmäßig im Verein, max DWZ war damals1950. Mit Computerschach habe ich schon als ca. 16-jähriger auf einem C64 angefangen, weil mich das Thema begeistert hat. Später ging es dann mit einem Amiga und dann PCs weiter. Schachprogrammierung diente bei mir oft dazu, etwas neues zu lernen, z.B. Assembler, dann C, dann C++, Windows-Programmierung o.ä.

Kai: Ich spiele seit ca. 20 Jahren nicht mehr aktiv. Nach meinen Abi habe ich aufgehört. Mein Computerschach begann so mit ca. 12 Jahren als ich bei Karstadt diese „Dinger“ entdeckte. Mein erster Schach-Computer war ein ChessChampion Super System III. Danach folgten dann Fidelity und Mephisto Geräte und ab ca. 1990 dann das PC-Schach.

Hat der Mensch im Kampf gegen den Computer im Chess960 einen Vorteil, weil das Eröffnungsbuch wegfällt? Oder einen Nachteil, weil von Anfang an gerechnet werden muss?

Frank: Ich würde vermuten, dass der Mensch einen Nachteil hat, weil die meisten Stärken des Computers noch voll greifen, während menschliche Erfahrung beim Chess960 vielleicht weniger wert ist.

Kai: Ich denke auch, dass der Mensch einen Nachteil hat. Für mich als Mensch sehen manche Chess960-Stellungen schon sehr ungewohnt aus. Vielleicht kann ein GM da besser irgendwelche bekannten Muster wieder erkennen, aber ein Normal-Spieler dürfte auch taktisch recht schnell Patzer machen, weil er intuitiv die Figuren an anderen Stellen „erwartet“. Gerade in der Eröffnungsphase dürfte das zutreffen.

Im Rahmen der Chess Classic Mainz 2006 finden außer der Chess960 Computer Weltmeisterschaft zwei Exhibition Matches „Mensch gegen Maschine“ statt. Der amtierende Chess960 Weltmeister der Menschen Peter Svidler tritt gegen Spike an, Jungstar Teimour Radjabov misst sich mit Shredder. Welche Ergebnisse erwartet Ihr? Im letzten Jahr kam es fast zu einer Sensation, als Zoltan Almasi gegen Shredder in Zeitnot den Gewinnzug nicht fand, und Peter Svidler das starke Amateur-Programm The Baron klar mit 1,5:0,5 bezwang.

Chess Classic Mainz 2005: GM Peter Svidler gegen The Baron und Richard Pijl, GM Zoltan Almasi gegen Shredder und Stefan Meyer-Kahlen

Frank: Da kann ich ehrlich gesagt nur raten – mein Tipp als Programmentwickler lautet solidarisch, dass die Programme knapp gewinnen werden.

Kai: Ich würde auf die Computer setzen. Ich denke immer noch, dass der Mensch in den ungewohnten Chess960 Stellungen nicht so sehr seine gewohnte Spielweise entfalten kann und eher zu Fehlern neigt. Vielleicht denke ich da als Schach-Laie aber auch zu einfach und unterschätze die Großmeister. Trotzdem sage ich knapper Sieg für die Computer, also 1,5 – 0,5.

Denkt Ihr darüber nach, auch PocketGrandmaster Chess960 fähig zu machen?

Frank: Das hängt von der Nachfrage ab. Bisher haben Kunden den Wunsch nach Chess960-Fähigkeit nicht geäußert, aber es könnte ein Feature sein, dass die Konkurrenz nicht hat. Für den Benutzer wäre es aber unschön, wenn nicht alle Engines die unter PocketGrandmaster laufen, Chess960 unterstützen.

Kai: Ja, könnte man bei Nachfrage einbauen.

Was interessiert Euch persönlich am Chess960?

Frank: Es interessiert mich, weil es Leben ins Schach bringt.

Kai: Endlich ist das Buch mal nicht wichtig und die Engine kann zeigen was sie selber mit der Stellung anfangen kann. Wenn man gegen Profis öfter mal aus dem Buch heraus verloren hat, dann weiß man so was zu schätzen.

Chess960 bald auch auf dem Pocket PC? PocketGrandmaster von Kai Skibbe und Frank Schneider

Warum war für Euch die Chess960 WM interessanter als die WM im traditionellen Computer Schach in Turin?

Frank: Weil die Teilnahme einfacher zu organisieren ist und weil es nicht traditionelles Schach ist. In Turin mit einer nicht konkurrenzfähigen Version teilzunehmen, hätte keinen Sinn gemacht.

Kai: Die normale Computer-WM hätte viel mehr Geld und Zeit beansprucht und ließ sich zu mindestens bei mir wegen der Arbeit nicht machen.

Sicher nicht ganz einfach, Computer-Schach auf diesem Niveau und eine anspruchsvolle Tätigkeit in der IT Branche miteinander zu verbinden. Das verlangt wohl auch die Fähigkeit, mit vielen verschiedene Prioritäten zu jonglieren. Apropos jonglieren: angeblich hat einer von Euch beiden ganz besondere Fähigkeiten in diesem Bereich.

Frank: Meine Fähigkeiten als Jongleur, aha :-) Tja, das mache ich auch schon seit längerem nicht mehr und habe es nie professionell gemacht. Während der Studienzeit habe ich einige Jahre intensiv in der Hochschulgruppe jongliert und war auch eine Weile Obmann. Damals hatte ich mich ziemlich auf Bälle und Ringe konzentriert, vor allem auf „numbers juggling“ (d.h. möglichst viele Bälle möglichst lange in der Luft halten). Bis auf Computerschach werden bei mir Hobbies meist nach drei Jahren durch neue Hobbies ersetzt, momentan findet gerade der Übergang von Rennrad zu ??? statt - Vorschläge für ??? sind immer willkommen ;-) Bzgl. sonstiger Informationen ist vielleicht noch ein Wettbewerb interessant, in dem ich meine Computerschach-Erfahrungen nutzen konnte:
http://www-i2.informatik.rwth-aachen.de/Events/TdI1997/wormworld/ Allerdings habe ich von dem Spiel Wormworld seit dem Wettbewerb nichts mehr gehört...

Kai: Also von mir gibt es sonst keine Besonderheiten. Meine zweite Leidenschaft gilt dem Laufen. Ich laufe viel und versuche mich so neben dem Job fit zu halten.

Mark Vogelgesang

Published by Mark Vogelgesang

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