Chess Classic

Levon Aronian GRENKELEASING Rapid World Championship
GM Levon Aronian – Nr. 6 der Weltrangliste
31.7.-2. August 2009, 18:30 Uhr, Rheingoldhalle Mainz

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Chess Classic

Interviews: Etienne Bacrot und Rustam Kasimdzhanov
Die Open Sieger 2006 zu ihren Chancen bei den CCM7-Weltmeisterschaften

23.06.2007 - Im letzten Jahr dominierte das einstige französische Wunderkind Etienne Bacrot das bärenstark besetzte FiNet Open der Mainzer Chess Classic. Sein Erfolg kam nicht überraschend, denn schon 2004 scheiterte er erst in der letzten Runde im Chess960 - jener Spielart des Schachs, in der die Position der Figuren in der Grundaufstellung ausgelost wird – und belegte einen unglücklichen zweiten Platz. Bei den nächsten Chess Classic in Mainz vom 13. - 19. August wird er sich nun mit der Weltranglisten Nr.1 Viswanathan Anand, dem Chess960 Weltmeister Levon Aronian, und dem ehemaligen FIDE-Weltmeister Rustam Kasimdzhanov um gleich zwei Titel streiten.

Ich versuche einfach nur, Chess960 anständig zu spielen

Im Gegensatz zu den Vorjahren, in denen Matches gespielt wurden, findet nun erstmals ein Viererturnier statt, in dem zunächst in der Chess960 Rapid World Championship und darauf folgend in der GRENKELEASING Rapid World Championship der Weltmeister ermittelt wird. Harry Schaack sprach mit Etienne Bacrot über die kommende Veranstaltung.

Harry Schaack: Etienne, Sie haben im Vorjahr das stark besetzte FiNet Open der Chess Classic in sehr überzeugender Weise gewonnen.
ETIENNE BACROT: Ich war sehr glücklich über meinen letztjährigen Erfolg. Aber ein solch starkes Open zu gewinnen, erfordert auch Glück - und das hatte ich im letzten Jahr. Ich musste bis zuletzt kämpfen. Ich benötigte nur noch ein Unentschieden, als ich unglücklicher Weise in der letzten Runde gegen Grishuk das zweite Mal hintereinander Schwarz bekam. Doch es gelang mir, mich die ganze Partie lang umsichtig zu verteidigen und am Ende ein Patt zu erzwingen. Ich hatte bislang bei all meinen Teilnahmen in Mainz gute Resultate im Chess960 vorzuweisen. Schon bei meinem Debüt 2004 führte ich die meiste Zeit das Turnier an. Doch in der letzten Runde verlor ich unglücklich gegen Sadvakasov eine gewonnene Stellung und landete schließlich hinter Almasi auf dem undankbaren zweiten Platz.

Etienne Bacrot, Frankreich - FiNet Open Sieger 2006

Schaack: Es scheint, als seien Sie ein Spezialist im Chess960. Was ist ihr Geheimnis?
BACROT: Ich denke nicht, dass ich ein Spezialist im Chess960 bin. Ich versuche einfach nur, Chess960 anständig zu spielen. Für mich ist diese Spielform sehr interessant, weil sie ziemlich nah am klassischen Schach ist. Doch in einigen Punkten ist Chess960 sehr trickreich, insbesondere was die Rochaden angeht. Und in den meisten Positionen muss man anders denken als im „normalen“ Schach. Außerdem ist es wohltuend, in unserer Zeit, in der enormer Aufwand in die Anfangsphase der Partie gesteckt wird, einmal ohne Eröffnungsvorbereitung zu spielen.

Schaack: Bei den diesjährigen Chess Classic müssen Sie Ihre Klasse nicht nur im Chess960, sondern auch im Schnellschach beweisen. Ist das ein Nachteil für Sie?
BACROT: Nein, das neue Format mit der Kombination aus beiden Disziplinen ist in Ordnung. Ich will zeigen, dass ich auch ein guter Schnellschachspieler bin, besonders weil ich bislang in dieser Disziplin in Mainz immer nur schlechte Resultate vorzuweisen hatte.

Schaack: Ist es schwierig, sich innerhalb eines Tages vom Chess960 auf das Schnellschach umzustellen?
BACROT: Angesichts meiner schlechten Resultate im Ordix-Open scheint es mir schwer zu fallen, nach 11 Runden mit unterschiedlicher Grundaufstellung wieder normales Schach zu spielen. Das muss mir dieses Jahr besser gelingen, um meine Chancen im Rapidchess zu wahren – insbesondere weil all meine Gegner herausragende Schnellschachspieler sind.

Schaack: Erwarten Sie Konzentrationsprobleme bei der Umstellung von Chess960 auf Schnellschach? Ich erinnere da an den Ausrutscher von Mamedyarov bei den letzten FiNet Open, als er gegen Grishuk im Chess960 versehentlich die Dame mit dem Läufer verwechselte, weil er die normale Grundaufstellung im Kopf hatte.
BACROT: So etwas kann passieren. Ich hoffe, einer meiner Gegner wird dieser Fehler unterlaufen und nicht mir… (lacht)

Schaack: In diesem Jahr wird statt der zuletzt üblichen Matchs ein doppelrundiges Turnier aus einer Kombination aus Chess960 und Schnellschach gespielt. Hätten Sie ein Match bevorzugt?
BACROT:Ich mag beide Formate. In gewisser Weise sind es diesmal zwei Turniere – eines im Chess960, das andere im Schnellschach. Gewissermaßen hat jeder eine Zusatzchance, wenn es in einem Teilturnier nicht gut läuft.

Schaack: Was erwarten Sie von dem Turnier, was ist ihr Ziel?
BACROT: Ich werde versuchen, eine „Wertung“ für mich zu entscheiden, aber ich weiß, dass dies bei dieser Konkurrenz extrem schwer wird. Auf jeden Fall habe ich im Chess960 mehr Chancen als im Schnellschach.

Schaack: Können Sie etwas zu Ihren Kontrahenten sagen?
BACROT: Betrachtet man unsere bisherigen Begegnungen, sind für mich alle Teilnehmer sehr schwierige Gegner.

Schaack: Sie sind seit einigen Jahren ein Stammgast in Mainz. Können Sie kurz Ihre Impressionen beschreiben?
BACROT: Es ist kein Zufall, dass sich jedes Jahr wieder so viele Weltklassspieler in Mainz treffen. Ich spiele seit drei Jahren in den Opens mit. Es ist eine Veranstaltung, die ich nicht missen will. Ich mag die Chess Classic sehr.

Schaack: Vielen Dank für das Interview.

So ein Turnier kann nicht langweilig werden

Der letztjährige Sieger des ORDIX-Opens und ehemalige FIDE-Weltmeister Rustam Kasimdzhanov sprach mit Harry Schaack über die kommenden Chess Classic, die vom 13.-19. August in Mainz stattfinden.

Harry Schaack: Rustam, Sie haben bislang im Schnellschach recht erfolgreich gegen Vishy Anand gespielt. In Korsika konnten Sie Ihn im Finale besiegen. Ist es für Sie eine spezielle Motivation gegen die Nr. 1 der Welt zu spielen?
RUSTAM KASIMDZHANOV: Nun, meine Resultate im Schnellschach sind im Großen und Ganzen besser als im Klassischen Schach - nicht nur gegen Anand. Aber gegen ihn zu spielen, war für mich schon immer etwas Besonderes.

Rustam Kasimdzhanov, Uzbekistan - ORDIX Open Sieger 2006

Schaack: Was erwarten Sie von den Chess Classic Mainz 2007? Was wird Ihr persönliches Ziel sein?
KASIMDZHANOV: Ich werde versuchen, die Veranstaltung zu genießen und einige gute Partien zu spielen. Es gibt keine anderen Ziele.

Schaack: Dieses Jahr wird im Gegensatz zu den Matchs der Vorjahre ein doppelrundiges Vierer-Turnier gespielt, in dem sich die Teilnehmer zunächst im Chess960 und anschließend im Schnellschach messen. Mögen Sie das neue Format der Chess Classic oder würden Sie lieber ein Match spielen?
KASIMDZHANOV: Ich würde ein Match mit Anand wegen der oben genannten Gründe bevorzugen. 

Schaack:Wie ist Ihre Erfahrung im Chess960?
KASIMDZHANOV: Nun, ich war bislang nicht sehr erfolgreich darin. Aber ich werde wohl einige Trainingspartien vor den Chess Classic spielen, um dies zu ändern.

Schaack: Erwarten Sie irgendwelche Probleme bei der Umstellung von Chess960 zum Klassischen Schach?
KASIMDZHANOV: Sicher, man kann sich schnell einmal vertun. Doch ich werde auf der Hut sein. Gerade am Anfang muss man beim Chess960 sehr vorsichtig sein.

Schaack: Können Sie etwas über Ihre Konkurrenten bei den Chess Classic - Vishy Anand, Levon Aronian und Etienne Bacrot - sagen?
KASIMDZHANOV: Nur sehr schmeichelhafte Dinge. Alle sind große Spieler mit einer gewaltigen Kreativität. So ein Turnier kann nicht langweilig werden!

Schaack: Sie sind seit einigen Jahren Stammgast der Mainzer Chess Classic. Können Sie kurz schildern, welchen Eindruck Sie von dieser Veranstaltung haben.
KASIMDZHANOV: Ich habe die Open zweimal mitgespielt und war davon fasziniert, so viele Partien gleichzeitig zu sehen. Und natürlich waren die abendlichen Zweikämpfe wie etwa Anand - Radjabov und Svidler – Aronain unvergessliche Events für mich. Und auch für Chess960 entwickele ich jetzt langsam meine Bewunderung.

Schaack: Vielen Dank für das Gespräch.

Das Plakat der Giganten - WM-Teilnehmer Chess1 & Chess960

Harry Schaack

Published by HWS

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