Chess Classic Mainz 2005 (CCM5)
Unzicker Gala80
Karpov, Kortchnoi, Spassky, Unzicker
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Chess Classic Mainz
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Chess Classic

"Wir brauchen viel Glück gegen die zwei Krokodile"

09.08.2005 - Alle Zeichen deuteten darauf hin, dass es wieder eine der ultimativ perfekten Pressekonferenzen werden sollte, als Chesstiger Pressechef Hartmut Metz die anwesenden Journalisten und Zuschauer begrüßte und ohne weiteren Verzug das Wort an den Organisator der Chess Classic Mainz, Hans-Walter Schmitt übergab. OB Jens Beutel als Schirmherr der Veranstaltung fasste die üblichen Wahrheiten zusammen: das Mainzer Turnier als Vorbild für das vielleicht bedeutendste Schnellschachturnier in Deutschland – wenn nicht gar in Europa. Die Unzicker-Gala zu Ehren des wohl besten Amateur-Schachspieler der Welt in Zeiten des Kalten Krieges anlässlich seines 80. Geburtstags war Grund genug, vier der lebenden Legenden, die das Weltschach der letzten dreissig Jahre entscheidend beeinflusst hatten, zu einem sportlichen Vierkampf in einen Turniersaal zusammen zu bekommen.

Ohne längeres Aufheben gelang es Turnierdirektor Schmidt, die vier Grandseigneurs des Schachs zu überzeugen, nach Mainz zu kommen und auch der Fünfte im Bunde, der „Jahrhundertschiedsrichter“ Lothar Schmid, wurde als Referee gewonnen. Schmid, selbst ein starker Großmeister, leitete vor über 30 Jahren den Schachweltmeisterschaftskampf zwischen dem Amerikaner Bobby Fischer und dem sowjetischen Weltmeister Boris Spassky, bei dem es um nichts geringeres ging als die Vorherrschaft und Überlegenheit des politischen Systems, den die beiden Antagonisten verkörperten. Schmid hatte sich in den entscheidenden Tagen von Reykjavik die Anerkennung aller Beteiligten gewonnen, als er mit Fingerspitzengefühl und ausgeprägt hoher Kunst der Diplomatie sowohl Bobby Fischer als auch Boris Spassky überzeugte, das Weltmeisterschaftsmatch in einem fairen Verlauf zu Ende zu bringen.

Als dann die teilnehmenden Großmeister auf ihre Teilnahme an den Chess Classic Mainz zu sprechen kamen, legte sich ein Hauch von Farbe und Humor über die Pressekonferenz. Viktor Kortchnoi, der sowjetische Dissident und Landesflüchtling, der mittlerweile in der Schweiz spielt, erinnerte daran, dass sie alle „Freunde und Mitglieder der weltweiten Bruderschaft namens Schach“ seien. Boris Spassky griff tief in die Kiste der Erinnerungen und ging bis ins Jahr 1955 zurück, als Jubilar Wolfgang Unzicker und er zum erstenmal in einem Schachturnier aufeinander trafen. Es war in Göteborg (Schweden), Unzicker und Spassky erinnerten sich noch genau an ihre damalige Partie. Spassky erwähnte, dass er zunächst Unzicker ein Remis angeboten hätte, das dieser dann auch prompt ablehnte. Erst sechs Züge später, so Unzicker, kam er auf das Remisangebot zurück und beide einigten sich mit einer Punkteteilung im ersten Aufeinandertreffen.

Weitere Stationen ihrer gemeinsamen Schachkarriere war das Turnier 1965 in Soji sowie ein Jahr später, 1966, in Santa Monica in Kalifornien. Dort spielte Unzicker das wahrscheinlich beste Turnier seiner Karriere – Spassky bestand auf dieser Leistungseinordnung. Auch zur Entwicklung des Schachspiels in den Jahren des Dritten Reichs in Deutschland äusserte sich Spassky. „In den Zeiten des Dritten Reichs begann eine Blütezeit und Renaissance des Schachspiels in Deutschland, doch aus politischen Gründen wird diese historische Entwicklung zu selten gewürdigt.

Seine kämpferische Einstellung in diesem Schnellschachturnier fasste er gegenüber Wolfgang Unzicker augenzwinkernd zusammen: „Du hast dich entschieden, gegen einen friedliebenden Mann wie mich zu kämpfen. Aber hüte Dich vor den beiden anderen Opponenten, sie sind wie Krokodile, so halte Deine Augen offen“.

Als es dann an die Auslosung der Partien mit Hilfe der Mainzelmännchen-Marzipan-Figuren ging, schritt GM Lothar Schmid als Schiedsrichter in die „Bütt“ und waltete seines Amtes. Karpov freute sich über „Chocolade Power“, Spassky bestimmte seine Marzipan-Figur zum „vergifteten Bauern“, den er sofort als symbolisches Figurenopfer zur Freude der Anwesenden verzehrte. Schiedsrichter Schmid fasste dann das Ergebnis der Auslosung der ersten Runde zusammen: Kortchnoi (Weiß) trifft auf Karpov und Spassky (Weiß) spielt gegen Unzicker.

Gerhard Kenk

Published by Gerhard Kenk

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Unzicker Gala80

Partien Runde 1-6



Schnellschachturnier
25 Min/Partie, 10 Sek/Zug

6 Runden
Di, 09.08. Runde 1-3
Mi, 10.08. Runde 4-6

Rundenbeginn
16:00h, 17:15h und 18:30h

Anatoli Karpov
Weltmeister 1975-1985 Weltmeister 1993-1999

Viktor Kortchnoi
2-facher Vize-Weltmeister

Boris Spassky
Weltmeister 1969-1972

Wolfgang Unzicker
7-facher Deutscher Meister