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Grischuk erneut im Ordix Open vorne

Schmitt und Beutel von Chess Classic begeistert

by Hartmut Metz

 

Von Pakistan bis Uruguay - die Schachspieler rund um den Globus starrten fünf Tage auf ihre nationalen Schach-Webseiten, um die Partien bei den Chess Classic Mainz (CCM) live zu verfolgen oder zum Nachspielen herunterzuladen. Die insgesamt rund 2.500 Zuschauer vor Ort sind dabei eher Nebensache. "Das Turnier ist weltweit eine Werbung für unsere Stadt, vor allem über das Internet", freut sich Oberbürgermeister Jens Beutel. Geradezu ins Schwärmen gerät Hans-Walter Schmitt: "Unglaublich, alle Rekorde gebrochen!", jubilierte der CCM-Organisator.

Die Rheingoldhalle platzte am Wochenende aus allen Nähten. 542 Spieler nahmen am Ordix Open teil, darunter 156 Spieler mit einem Meister-Titel des Schach-Weltverbandes FIDE. Von den Top 100 weilten 31 Großmeister in Mainz. "Dass die Rheingoldhalle erweitert wird, entspricht auch der Notwendigkeit des Schachturniers", erklärte Beutel verschmitzt mit Blick auf die anstehenden baulichen Veränderungen. Der OB durfte auch selbst mit seinem Abschneiden in beiden Open zufrieden sein. Im Chess960-Wettbewerb, bei dem die Grundstellung der Figuren ausgelost wird, landete er mit 5,5:5,5 Punkten ebenso im Mittelfeld wie mit 5:6 Punkten im Ordix Open. Das Turnier gewann erneut Alexander Grischuk. Der Weltranglistensechzehnte war überglücklich: "Das gibt es selten, dass man solch ein starkes Turnier - dazu mit 500 Teilnehmern - zweimal in Folge gewinnt!" Der Gedanke, dass man seinen Open-Hattrick 2005 nur verhindern könne, wenn er im nächsten Jahr gegen Viswanathan Anand einen Zweikampf spielt, gefiel dem Russen: "Das wäre eine besondere Herausforderung, die mir gefiele!" In beiden Jahren blieb Grischuk ungeschlagen und gab insgesamt lediglich sechs Remis ab! Gleich neun Großmeister folgten mit einem halben Zähler Rückstand, nur getrennt durch die Buchholz-Wertung: Rafael Waganjan, Sergej Rublewski, Rustem Dautov, Wadim Swagintsew, Yasser Seirawan, Alexander Morosewitsch und Alon Greenfeld. Die Kombinationswertung gewann Chess960-Sieger Zoltan Almasi (18 Punkte) vor Grischuk, Rublewski und Morosewitsch (alle 17,5). Bei den Senioren gewann Vlastimil Hort (7,5 im Ordix Open wie im Chess 960) alle Wertungen. Bei den Damen setzte sich Alexej Schirows Ehefrau Viktorija Cmilyte (8,5 Punkte im ORDIX Open und gesamt 15) vor, Weltmeisterin Antoaneta Stefanowa (7,5/14,5) und Inna Gaponenko (7,5/14) durch. Die Jugendwertung ging an Sergej Karjakin (8/15,5) vor dem Deutschen David Baramidse (7/13,5). Die Dresdnerin Elisabeth Pähtz belegte im ORDIX Open mit 8 Punkten in der Frauenwertung einen hervorragenden zweiten Platz.

Für die laut Schmitt "gigantische Resonanz der Medien" - sogar ein TV-Team aus Indien berichtete über die Heldentaten des weltbesten Schachspielers Viswanathan Anand - sorgte eine Dame. Allerdings keine auf dem Brett, sondern die estnische Verbandspräsidentin Carmen Kass. Mit stoischer Ruhe absolvierte das Super-Model kostenlos einen PR-Termin nach dem anderen für das königliche Spiel. Mainz und die Bootsfahrten über den Rhein haben der 25-Jährigen so gut gefallen, dass sie vom 10. bis 14. August 2005 wieder mit von der Partie sein will.

Mit einem "100.000-Dollar-Zug" sicherte sich Organisator Schmitt auch im nächsten Jahr die Werbung durch Carmen Kass. In einer Freundschaftspartie im Chess960 hatte der Bad Sodener bereits eine Figur mehr. Als sie entdeckte, dass Schmitt sich mit einem Patzerzug matt setzen lassen konnte, drohte ihm das Super-Model "Ich komme nur nächstes Jahr wieder, wenn du jetzt den Springer nach g5 ziehst!" Schmitt zögerte keine Sekunde und haute den "100.000-Dollar-Zug", wie er auf Grund des Werbewerts von Kass erklärte, aufs Brett. Die Schöne aus Los Angeles setzte anschließend unter großem Gelächter mit der Dame auf g2 matt. "Das war der stärkste Zug der Chess Classic!", frohlockte Schmitt angesichts seines erneuten Coups.

 

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