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10. ORDIX Open

 

Sonntag, 17. August
Runde 11
Beim dem breiten Spitzenfeld sei hohe Zeit für Schlachten auf Leben und Tod, sollte man denken. Doch nicht so für Eric Lobron und Ivan Sokolov. Ihre Partie ist nach nur 14 Zügen vorbei. Und so verpaßt der großgebaute Niederländer seine Chance auf den Titel. Doch er will in der letzten Runde keine Risiken eingehen und so ist er mit 9/11 zufrieden. Auch Eric Lobron will mit den schwarzen Steinen nichts versuchen - auch er kann mit 9/11 glücklich leben. Diese kurze Remis gibt Grischuk und Agrest die Chance auf den Turniersieg. Grischuk startet eine heftige Attacke auf den Schweden und es dauert nicht lange, bis er sich seinem grausamen Schicksal ergeben muß. Der 19jährige Russe Grischuk siegt in der 10. Ausgabe mit 9,5/11. Im Verfolgerfeld gibt es keine Gnade. Vallejo Pons stellt gegen Volokitin Turm und damit die Partie ein. Pinter und Epischin gewinnen wichtrige Duelle und können ihre Platzierung in den Top-Ten sicherstellen.

Stand nach 11 Runden
1. Grishuk 9,5; 2-6. Sokolov, Lobron, Pinter, Epishin, Volokitin. 7-16. Agrest, Miladinovic, Dreev, Chuchelov, Rustemov, Vaganjan, Sadvakasov, Yusupov, Aronian, Meins 8,5
Damen: 1-4 Gaponenko, Houska, Kiseleva, Berend 7,5
Seniorenpreis: 1. Donchenko 7; 2-3. Khanukov, Rotstein 6,5.
Kombinationspreis Chess960/Ordix Open
1. Aronian. 2. Volokitin 3. Yusupov 4. Dreev 5. Pinter 6. Rustemov 7. Epishin 8. Grishuk 9. Zvjaginsev 10. Sokolov.

Stimmen zum Turnier:
Sokolov: 22 Partien in 4 Tagen ist eine anstrengende Arbeit. Mit 500 Spielern in einem Open bekommt man in den ersten Runden 3-4 Patzer und das wird es interessant. Hier bekommt man etwas schwächere Gegner in den ersten 2 Runden und dann kammen gleich starke Großmeister wie Vaganjan, Agrest und Vallejo Pons. Meine Strategie was einfach: I versuchte so viele Partien wie möglich zu gewinnen um dann einen Gang zurückzuschalten und zuzuschauen was meine Gegner tun. In der letzten Runde gegen Eric Lobron wollte ich keine Riskiken eingehen. Mit einer Niederlage verdirbt man sich das ganze Turnier. Vielleicht hätte ich größere Riskien in meiner Partie gegen Vaganian eingehen sollen.Meine besten Partie war die gegen Vallejo Pons. Komisch, ich konnte Vallejo und Agrest heute bei de matt setzen. Das kommt normalerweise nicht vor. Das zeigt aber, wie ermüdend dieses Turnier ist. Jetzt brauche ich für die nächsten Tage kein Schachbrett mehr. Ich denke, es wäre eine gute Idee einen Ruhetag zwischen das Chess960 - und das ORDIX Open zu legen. Mein nächstes Turnier ist die europäische Teammeisterschaft im nächsten Monat in Griechenland.
Lobron: Sicherlich bin ich glücklich mit meinem Resultat. Ich habe eine Menge gute Partien gespielt, z.B. die gegen Chuchelov. Die Partie gegen Milov war sehr wichtig für mich. In den meisten Partien hatte ich gute Stellungen gegen ihn, konnte aber nie gewinnen. Die Partie hat mich sehr motiviert und mir Kraft für die nächsten Runden gegeben. Ich stimme Ivan zu: Chess960 ist sehr anstrengend, man muß vom ersten zug an überlegen. Ein Tag Pause zwischen den Open wäre eine gute Sache.
Alexander Grischuk riss jubelnd die Arme nach oben, nachdem Jewgeni Agrest die letzte Partie aufgegeben hatte. Der 19-jährige Weltranglistensechste stand dem Bulletin-Team zu einem kurzen Interview mit Eric van Reem und Hartmut Metz zur Verfügung.
Frage: Herr Grischuk, wie kam es zur wundersamen Wandlung? Im Chess960 enttäuschten Sie als 37.
Alexander Grischuk: Die ersten zwei Tage waren absolut enttäuschend für mich – vor allem mit Blick auf mein bisheriges Idol Bobby Fischer. Wie konnte er so etwas erfinden? Nachdem ich meine erste Partie im Chess960 verloren hatte, konnte ich mich nicht mehr konzentrieren. Ich spielte, als sei es Dame oder ein Kartenspiel.
Frage: Im Chess960 sind auch die Großmeister vorne. Ein Mann Ihrer Klasse sollte also doch besser abschneiden.
Grischuk: Das dachte ich auch. Aber zum einen war dieses Open ziemlich stark besetzt, zum anderen denke ich, dass Aronjan und Swagintsew zwei Klassen besser sind im Chess960 als ich. Nachdem ich abgeschlagen war, konzentrierte ich mich auf die Demobretter und schaute den beiden zu.
Frage: Beim Ordix Open lief es dann viel besser ...
Grischuk: Ich sagte allen, dass ich am Anfang auch zum letzten Mal oben auf der Bühne sitze und es mein Ziel sei, noch ein zweites Mal dorthin zu gelangen. Ich spielte dann aber sehr gut. Gegen Elisabeth Pähtz wurde es zeitlich ziemlich knapp mit nur noch einer Minute auf beiden Uhren. Meine Partien gegen Eric Lobron und Alexej Drejew waren sehr gut. Gegen Jewgeni Agrest gewann ich in der letzten Runde sehr leicht, zuvor auch gegen Daniel Fridman. Eigentlich geriet ich nie in Verlustgefahr. Ich freue mich riesig. Das war mein erster Einzel-Turniersieg seit drei Jahren! In der Zeit landete ich fünfmal auf dem zweiten Platz.
Frage: Ihre Partie gegen Ivan Sokolov wirkte haarsträubend, endete letztlich aber friedlich.
Grischuk: Sokolov verteidigte sich brillant. Er fand jeden Verteidigungszug, der die Stellung noch gerade so hielt. Ich lernte immerhin daraus: Gleich in der nächsten Runde verteidigte ich mich nach dem Figurenopfer von Alexej Drejew perfekt.
Frage: Ist das Ihr erstes Turnier in Deutschland?
Grischuk: Nein, 1992 spielte ich in Duisburg bei der U10-WM mit (Anmerkung: Damals siegte Luke McShane dank besserer Buchholz-Wertung vor dem achtjährigen Grischuk/beide 8,5 vor Etienne Bacrot und Vallejo Pons).

Runde 10
Noch ein Remis für Ivan den sonst schrecklichen Sokolov. Es sieht aus, als ob den Niederländer seinen Schwung verloren hat. Gegen Vladimir Epischin war er mit einem schnellen Remis zufrieden. Alexander Grischuk scheint sich auch sein Bestes für die letzte Runde aufzuheben. Auch er machte ein schnelles Remis gegen Vallejo Pons. Und wie immer profitieren von den Unentschieden an der Spitze die Verfolger. Agrest ist einer, der die Chance nutzt. In einen ausgeglichenen Endspiel kämpft er weiter und ringt Chuchelov nieder. Eric Lobron meldet sich mit einem Sieg gegen Vaganian an der Spitze mit 8,5 Punkten zurück. In einem feinen Läuferendspiel siegt er mit den schwarzen Steinen. Und so wird die letzte Runde vermutlich spannend: 10 Spieler mit 8 Punkten sitzen den vier Spitzenreitern im Nacken: Volokitin, Vallejo Pons, Glek, Epishin, Tregubov, Pinter, Yusupov, Rustemov, Sadvakasov, und Meins.

Runde 9
Was ist die beste Strategie in einem solchen anstrengenden und starken Turnier wie dem ORDIX - Open? Hat Sokolov die beste Strategie gewählt? Er gewann 7 Partie in Folge, ist Grischuk entkommen und hat seine Mittagspause durch ein Kurzremis gegen Vaganian verlängert, um Kräfte zu sparen für die letzten zwei Runden. Sie sind Teamkameraden in Porz und wollen sich anscheinent nicht weh tun. Ist es eine gute Idee eine Gewinnserie zu unterbrechen? der Niederländer muß nun die Führung mit Grischuk teilen. Der Russe behält seine Ruhe bei einem Figurenopfer von Dreev. Im Endspiel verspielt Dreev noch einen Turm und gibt die Partie sofort verloren. Trotzdem: das Publikum liebt solche Kampfpartien. Auch zwischen Eric Lobron und Vallejo Pons wird bis zum friedlichen Schluß erbittert gekämpft. Die elektronischen Bretter konnten der Geschwindigkeit der beiden Kämpfer auf der Bühne nicht mehr folgen. Durch die Remispartien an den Spitzenbrettern konnten einge aus dem erweiterten Verfolgerfeld die Chance nutzen, den Anschluß an die Spitze wieder zu finden. Chuchelov, Agrest, Epischin und Pinter sind nach Siegen zurück im engen Verfolgerfeld.

Runde 8
Drei Remis an den Spitzenbrettern! Grischuk opfert eine Figur gegen Sokolov, aber der Niederländer findet den einzigen Weg um den Angriff abzuwehren. Und so bleibt die Führung mit 7,5/8 bei ihm. Vallejo Pons gewinnt ein Turmendspiel gegen Alexander Huzman. Der spanische Star, der in der nächsten Saison für Baden-Oos in der Bundesliga speilen wird, schließ nun zur Gruppe der Verfolger mit vaganian, Grischuk und Lobron auf. Alle haben 7 Punkte. Lobron ist einer von neun Spielern, die in allen ORDIX Open der letzten 10 Jahre gespielt haben und auch der Führende der Ewigen Liste Noch drei Runden zu spieln, doch eine Prognose auf den Sieger ist noch in Sicht. Weitere 12 Spieler sitzen den Verfolgern mit 6,5/8 im Nacken. Beste dame ist Natalia Kiseleva mit 5,5 Punkten.

Runde 7
Ivan Sokolov im Spielrausch! Er gewinnt auch seine siebte Partie gegen Evgenij Agrest. Jeder Computerspieler kennt das Gefühl, wenn man sich in den Tiefen der Cyberwelt verliert. Jeder Reaktion auf eine Eingabeanforderung führt zu einer erneuten Entscheidung. Und jede Antwort verlängert den sich ständg wiederholenden Prozess. Vom Bildschirm in die Augen, das Gehirn instruiert die Finger auf der Tastatur und von dort fließen die Informationen und Entscheidungen zurück in die Tiefen der Bits und Bytes des Computers um sich dann wieder auf dem Bildschirm neu zu manifestieren. Jeder Zug, den du machst, führt zu einer Reaktion vom Gegner und erfordert eine erneute Reaktion auf den Gegenzug. Der Prozeß läßt Augen, Berechnung, Finger und Gefühl mit Brett, Stellung und Gegner eins werden und erschöpft die Rechenkräfte in der Konzentration auf das Eine. Bodenständig war die Reaktion von Eric Lobron nach seinem Sieg gegen Milov: "Endlich habe ich dich geschlagen." Er hatte gegen den Schweizer Milov noch nie gewinnen können, auch wenn er schon oft verheißungsvolle Stellungen auf dem Brett nicht verwerten konnte. Grischuk gewinnt auch seine zweite partie am heutigen Sonntag und seine Aufgabe ist es zu in der nächsten Runde versuchen, Sokolovs Rausch zu stoppen.

Runde 6
Die Anzahl der Spieler mit einem 100% Score ist auf zwei geschrumpft. Nur Agrest und Sokolov gewinnen ihre Partien und werden nun in Runde 7 aufeinander treffen. Die Zeitkontrolle von 25 Minuten garantiert für die Zuschauer aufregende Zeitnotschlachten. Man braucht schnelle Finger und Nerven aus Drahtseilen um im ORDIX-Open zu überleben. Ex-Jugendweltmeister Darmen Sadvakasov zeigt mit nur 7 Sekunden auf der Uhr bewundernswerte Züge und kann seine schon verloren geglaubte Stellung gegen Romuald Manka ins Remis retten. "Schach" Redakteur Dirk Poldauf hat keine Zeitprobleme in seiner Partie. Er blitzt in seiner Partie gegen Volokitin 25 Züge seiner französischen Spezialvariante in nur 2 Minuten und gewinnt auf Zeit in gewonnener Stellung.Artur Jussupow spielt mit Schwarz ein interessantes Endspiel gegen Rolf Schlindwein und einigt sich auf ein Remis in folgender Stellung: Weiss: Kg5 Th7 Sa7 Schwarz: Kc8 Te3 Bc5 und Bb4. Hätten Sie weitergespielt?

Samstag, 16. August
Round 5
Sokolov setzt seine Siegesserie auch in der letzten Runde des Tages fort. Er gewinnt seine Partie gegen Alexander Rustemov., wenn auch mit Glück. Der Russe verrechnet sich und verliert eine Figure. "Ich hätte diese Partie eigentlich verlieren müssen," sagte ein erschöpfter Niederländer. " Heute abend werde ich mich ein wenig entspannen und habe vor mit meinem Freund Nick de Firmian eine Flasche Rotwein zu köpfen. Der gewinner des Chess960 Open Levon Aronian feierte zuviel in der letzen Nacht, schafte aber trotzdem 4 Punkte zu erkämpfen. "Nun, vielleicht ist Chess960 doch keine üble Wahl, ich konnte mich heute kaum an meine Eröffnungen erinnern. Aber vielleicht hat das ein wenig damit zu tun, dass wir bis heute morgen um drei Uhr gefeiert haben. Heute abend gehe ich jedenfalls früh zu Bett." Am Spitzenbrett gewinnt Evgeni Agrest einen wunderschöne Partie gegen Dreev und übernimmt die Führung mit 5/5 zusammen mit Sokolov, Kasimdhanov, Vallejo Pons und iordanescu. 14 Spieler folgen mit 4,5/5 darunter Tkachiev (der offensichtlich sehr gut Schach spielen kann, wenn er nüchtern ist.) und der junge Großmeister in Spe Fabian Döttling. Best Dame ist Jovanka Houska mit 4/5. Morgen um 10 Uhr geht es in die sechste Runde.

Runde 4
Elisabeth Pähtz bekommt Gratis-unterricht in Endspielführung von Alexander Grischuk. Wie gewinnt man ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern? Der junge Russe gewinnt die Partie mit den schwarzen Steinen gegen die Gewinnerin des Frauenpreises der Chess Classic 2002. Und es wurde eine schlechte Runde für die Deutschen Favoriten: Der im Chess960 Open als einziger ungeschlagene Artur Jussupow hat eine verheißungsvolle Stellung gegen Dreev. Doch er braucht zuviel Zeit und verliert seine erste Partie bei den diesjährigen Chess Classic. Der Speedy Gonzales des Schachzirkus Bulletweltmeister "Hawkeye" Roland Schmalz verliert gegen Igor Khenkin. Thomas Luther zieht mit Weiß gegen Rustam Kazimdhanov den kürzeren. Igor Glek muß sich "Ivan dem Schrecklichen", dem Niederländer Sokolov geschlagen geben. Und dies zum zweiten Mal: Auch das Chess960 Duell der beiden gewann der Niederländer.

Runde 3
Die Großmeister haben immer noch keine richtigen Probleme mit den geringer gewerteten Spielern. Nur Grischuk konnte es nicht vermeiden, in ein Remisendspiel gegen IM Leonid Milov zu geraten. Die deutsche Grazie und U18-Weltmeisterin Elisabeth Pähtz erspielt ein Remis gegegn den stolzen Gewinner des Chess960 Open Levon Aronian. Aber sie ist nicht die einzige Frau, die dem starken Geschlecht das Leben schwermacht. Chessbase Reporterin Anna Dergachova-Daus erstreitet ein bequemes Remis gegen Bogdan Lalic.

Runde 2
Wer an den ersten Bretter eine Überraschung erleben wolte, mußte sich bis zum Brett 9 durchkämpfen. Hier remisiert der Godesberger Wolfgang Schlüter (ELO 2256) gegen keinen geringeren als den deutschen ELO-König Alexander Graf (ELO 2659).

Runde 1
Wann wird der Mainzer Oberbürgermeister Jans Beutel seine Karriere als Berufsspieler beginnen? Er spielt eine Kampfpartie gegen den Weltstar Alexeo Dreev, verpasst einige Remiswege und muß sich erst im 107. Zug geschlagen geben. IM Otto Borik, Herausgeber des Schach Magazin 64 war beeindruckt: "Beutel hat wie ein Bundesligaspieler gespielen. Er hat sich doll gehalten." Am ersten Brett hat Grischuk einen guten Start gegen Michael Tischendorf.
Es ist das 10jährige Jubiläumsturnier, darunter fast 500 Profis und Amateure treffen sich in Mainz. 53 Großmeister und über 100 Internationale Meister.

 

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